Sonntag, Mai 10, 2009

Geseker Gösselkirmes - Festumzug

Ich habe ja einen Logenplatz im Abo, sozusagen Abo 1 all inklusiiiiiv.Daher hier nun die Fotos vom diesjährigen Umzug.














Freitag, Mai 01, 2009

Grenzen der Mediengesellschaft - NTV

Gestern Mittag zappte ich rein infohungrig ins Programm von NTV. Was ich dann sah, hat mich doch betroffen und wütend gemacht. Es wurden Live-Bilder der Verletzten der "Amokfahrt" in den Niederlanden gezeigt. Irrerweise ist das Ganze auch jetzt noch als Videostram bei NTV zu sehen. Verlinkung spare ich mir hier nun.

Man konnte via Glotze verfolgen, wie Menschen versuchten die Verletzten zu reanimieren: Herzmassage, Beatmung...gehts noch?

Wo sind wir gelandet? Schämen diese Redakteure sich nicht, mit sowas auf Sendung zu gehen? Sorry, ich finde das unmöglich.

Klar, Kinder könnten das sehen und super geschockt sein, aber das ist nicht das Thema. Ich finde es hochgradig pietätlos, wenn im TV zu sehen ist, wie jemand real auf der Straße stirbt. Der Voyeurismus ist wohl grenzenlos. Da fällt mir echt nix mehr ein.
Meinetwegen sollen sich junge Hüpfer als Models auseinandernehmen lassen - die machen das freiwillig. Es ist auch ok, wenn Leute sich von Dieter Bohlen beleidigen lassen - ist auch freiwillig. Mich belustigt es auch extrem, wie sich Z-Promis für ein bisschen Fame zum Dschungel-Affen machen.

Aber keineswegs haben die Opfer des Anschlages (oder was auch immer) zugestimmt, dass ihr Sterben dokumentiert und in alle Welt gesendet wird. NTV fliegt von der Senderliste.

Donnerstag, April 30, 2009

Und der Güterbahnhof?

So vor ca. 8 Wochen stand noch groß im Blatt, dass massig Fördergelder in das Mammutprojekt Güterbahnhof fließen sollen.
Und merkwürdigerweise ist nun davon nicht mehr im Blatte die Rede....an keiner Stelle...nirgends. Das Geld fließt nun in andere Projekte. davon wird volmundig berichtet.

Warum ist auch hier wieder nur Schweigen im Blätterwald?
Aussitzen als Handlungsmotto? Lippstadt, die Schweigende?

Irgendwie glaube ich nicht mehr an das ganze Projekt.

Terrorszenario am Lippstädter Bahnhof

Aus meiner morgendlichen Lethargie wurde ich heute unsanft gerissen. Vollkommen schockiert nahm ich in meiner geschätzten Heimatzeitung zur Kenntnis, dass Lippstadt offenbar direkt von Terroranschlägen bedoht ist.
Mein Gott, kann es denn wahr sein? Terrordrohungen in Lippstadt? " ....dann fliegt der ganze Bahnhof in die Luft"...Bomben am Bahnhof? Und noch dazu "ein Sicherheitsproblem". Wurden schon dubiose Kofferträger gesichtet? Wo sind die Spürhunde, das Sonderkommando, GSG9?

Geht da bloß alle nicht mehr hin - fahrt nicht mehr mit dem Zug - meidet das Gelände weiträumig, wenn euch euer Leben lieb ist. Ich hoffe, dass bald Entwarnung gegeben wird.

Schreckensstarr lese ich weiter ...... und bin verwundert. Keine Bomben - keine Bedrohung. Alles ganz anders....puh. Aber woher kommt dann dieses Schreckensgespenst?

Im letzten Drittel des Artikels wird dann alles klar:
Meine geliebte Hannelore Bartmann-Salmen ist Urheberin dieses Szenarios - das Orakel von Lippstadt.
Da fragt man sich doch, was bei der guten Dame so vorgeht - also rein phantasietechnisch.
Vielleicht am Abend vorher noch ein Verschwörungsbuch gelesen? War wohl schlechter Stoff........

Dienstag, April 21, 2009

Was ist mit dem Südertor-Ost? Und dem Freibad?

Nachdem nun die Verkalkung des Brunnens hinreichend und ausgiebig thematisiert wurde, final geklärt ist, dass "Weißi" (die Katze aus Cappel) keinem bösen Tierquäler zum Opfer fiel und auch das "Angrillen" geregelt wurde, könnte man sich ja wieder echten Themen zuwenden.

Was ist denn nun mit dem Projekt am Südertor-Ost?
Kommt das noch? Es hieß doch, dort solle schnellstmöglichst begonnen werden. Ich habe da noch so ein nettes Architektenbild vor Augen mit Büroräumen und einem Edeka-Markt. Die Quadratur des Kreises ist ja schon mal gelungen und man kann nun halbwegs sicher das Kino erreichen (hat ja auch lange genug gedauert). Also könnte man doch dort loslegen. Oder hab ich was überlesen?


Und was gibt es eigentlich Neues in Sachen Freibad und Hallenbad?
Kommt nun das Allwetterbad? Oder sone Kombi-Sache?

Stillstand ist Rückschritt

Mit derartig knackigen Formulierungen wurde im letzten Jahr die Werbetrommel für Lippstädter "Großprojekte" gerührt. Wenn es nach dem Motto der damals Werbenden geht, befindet sich Lippstadt mit Siebenmeilenstiefeln (Ich liebe diesen Begriff!) auf dem Weg zurück in die Vergangenheit.

Leider deckt sich dieser Eindruck mit dem Alltag der Lippestadt.
Cafe Peters? Weg. Nordhorn? Auch bald zu. Die gute alle Woole? Auf dem Grabbeltisch gelandet. Der nette kleine Laden mit italienischer Feinkost in der Marktstraße? Da gibts nun Wasserpfeifen. Überhaupt "Marktstraße"? Viel Straße, wenig Läden. Ach, man mag schon gar nicht mehr hingucken.Ich will nun auch gar nicht vom Lippstädter Wochenmarkt, von den vielen Leerständen in der Stadt usw. reden - das deprimiert mich nur.

Was mich aber freute, war dieses nette Bildchen beim Stadt-TV.

Vielleicht sollten die aktuellen Themen der Stadt generalstabsmäßig vom Stadtmarketing vorgegeben werden. Das fände ich zielorientiert.

Montag, April 20, 2009

Was ist eigentlich mit der Gesamtschule?

Auch so ein merkwürdiger Fall von Schweigen in der Lippestadt.
Ich erinnere mich noch genau daran, dass eine Befragung der Eltern von Grundschülern als Ergebnis den ausdrücklichen Wunsch nach Errichtung einer Gesamtschule erbrachte. Danach gab es dann noch einiges an professionellem Gezetere in der Stadt. Es war von einer Bedrohung der funktionierenden Schullandschaft die Rede, von der Unfinanzierbarkeit dieser Schule, von einer Beschränkung auf ein Halbtagsangebot usw.
Es gab ein wildes Gerangel zwischen Stadt und INI, das sogar angeblich bis nach Arnsberg führte und offenbar von deutlichen Differenzen geprägt war.

Klar war danach nur: Die Eltern wollen eine Gesamtschule - die Lippstädter Kommunalpolitiker der regierenden Fraktion nicht.

Und nun herrscht mal wieder Schweigen, beredetes Schweigen geradezu.
Von den ganzen Meldungen, die zum Thema Gesamtschule durch den Blätterwald von NRW rauschen, liest man bei uns in der Provinz nichts. Merkwürdig nur, dass die Provinz hier durchaus vorkommt, wenn auch als eher negatives Beispiel.
Warum liest man in meiner geschätzten Heimatzeitung Geschichten vom kurzarbeitenden Osterhasen aber nicht von der gewünschten Gesamtschule?

Fast habe ich (wie so oft) den Eindruck, dass hier nach bester Kohlscher Tradition ausgesessen werden soll, was einfach nicht in den Kram passt. Frei nach dem Motto: Decken wir das furchtbare Thema mit dem Mäntelchen des Schweigens zu - irgendwann hat der dumme Bürger es vergessen.
Und das Blatt kann man ja bald wieder mit Schützenfesten, altbekannten Marketingaktionen und Moonlight-Shopping füllen.

Sonntag, April 19, 2009

Hurra, Güterbahnhof?

So rosig, wie es uns die angeblichen Lippstädter Freunde und Förderer der Wirtschaft immer wieder gebetsmühlenartig vorleiern, sieht es wohl nicht aus. Oder besser gesagt: Wie man es sieht, denn die Gegner des (zurecht) umstrittenen Einkaufszentrums am Güterbahnhof sind anscheinend ohne ihr eigenes Zutun auf der Zielgeraden.

Das Geraschel im Blätterwald ist merkwürdig still verklungen. Was ist nun mit dem vormals so vollmundig angekündigten quasi sofortigen Baubeginn? Was ist mit der viel beschworenen Signalwirkung? Wo sind die Bagger, die LKWs, die Räumkomandos? Jedenfalls nicht am Lippstädter Güterbahnhof.

Was ist mit dem Bürgermeister? Er schweigt.
Was ist mit dem Wirtschaftsförderer? Wo ist er überhaupt?
Was ist mit der Allianz der Lippstädter Einzelhändler? Auch hier nur Schweigen.

Kaufland geht in den alten Hit. Von Mediamarkt hört man nichts mehr. Kein Wunder, dass die Umfrage meiner geschätzten Heimatzeitung so ausgeht: 83% glauben nicht mehr an das Projekt.

Ich auch nicht.

Donnerstag, April 16, 2009

Der Hund spinnt....


Eindeutiger Beweis...

Maikäfer flieg....


Hier ist er, der erste Maikäfer des Jahres....

Hund mit multipler Persönlichkeit?

Unser Hund hat eindeutig eine Macke....oder besser mehrere. Oder sollte ich eher sagen: unsere Hunde?

Er springt wie ein Kanguruh, räkelt sich wie eine Katze, schnarcht wie ein Bär, kullert über den Rasen wie ein Ball, frisst wie ein Schwein, heult wie ein Wolf, jammert wie ein Baby.....ist das normal? ADHS?

Meistens hält er sich für einen Schoßhund, hin und wieder auch für einen großen, gefährlichen Hund - aber nur kurz. Dann wieder denkt er wohl, er sei ein Alien. Schizophrenie? Narzismus?

Borderliner ist er auch - ständig werden die Krallen benagt. Übersprungshandlung?
Er plündert sämtliche Komposthaufen der Nachbarschaft. Essstörung?

Außerdem ist er selektiv taub. Ist das schon ein dissoziales Verhalten? Vielleicht eine Lernbehinderung?

Geseker Partymeile

Das schöne Wetter der vergangenen Tage habe ich genutzt um mein beschauliches Anwesen frühlingsfit zu machen. Sprich: Unkrautzuppeln, Rasenmähen, Blumen versenken ..... An die Beschallung durch das benachbarte Jugendzentrum habe ich mich ja gewöhnt: "Ey, Alda, kannse ma geben...na, Händii, Alda....". Die tun nix und fragen auch immer lieb, ob sie ihren Basketball wiederhaben können, wenn sie ihn über die Mauer bugsiert haben.

In den letzten Tagen hatte ich dann aber doch irgendwie das Gefühl nicht im Garten sondern in der letzten ****-Disse zu sein: Wummernde Bässe, lautes Gegröhle, klirrende Flaschen.

Meine geschätzte Heimatzeitung greift dieses Thema löblicherweise auf. Nun, rein visuell bekomme ich davon wenig mit - audiell dafür um so mehr - und zu meiner großen Freude auch rein materiell in Form von leeren Flaschen,Kartons oder Fastfood-Tüten, die sich im "Vorgarten" sammeln.

Ja, es nervt...wirklich. Besonders apart sind auch immer die Kletterversuche der leicht desorientierten Kids am Baugerüst der Kirche oder die Pinkelpartys der aufgebrezelten Hühner an der Kirchmauer. Ich steh auch total drauf, wenn ich morgens erstmal fegen darf, weil es aussieht wie nach einem verfrühten Oktoberfest.

Dienstag, April 14, 2009

Ein Märchen von tausend und einer gestrichenen Stelle.....

Ich gebe zu, dass ich eine Weile gebraucht habe, um die Ereignisse der Ostertage zu verdauen. Noch immer verspüre ich ein leises, unangenehmes Grummeln in der Bauchgegend, was mit Sicherheit nicht am fantastischen Braten meiner geschätzten Mutter liegt.

Was sich da wie Pflastersteine anfühlt, ist die nur schwer zu goutierende samstägliche Kolumne in meiner geschätzten Heimatzeitung. Der geradezu frenetische Beginn selbiger stürzte mich in eine schwere Krise: "Hurra, der Osterhase ist da.". Ich blätterte hastig durch das Blatt. Nein, das war nicht die Kinderseite, auch wenn es den Anschein hatte. (Mein frühreifer Sprößling hält übrigens schon seit Jahren den Osterhasen für einen Marketingtrick der Schoko-Industrie.) Aber es kam ja noch schlimmer. In den folgenden Zeilen las ich höchst irritiert und später auch leicht angesäuert vom nicht vorhandenen Zusammenhang zwischen Kurzarbeit, Wirtschaftskrise, Eierkrise und "Meister Lampe."

Sicher, angesichts der aktuellen Lebenssituation vieler Menschen ist die Frage, ob der Osterhase Kurzarbeit macht,durchaus "besorgniserregend". Nichts anderes bewegt uns. Wie sehr beruhigt dann die Feststellung: "Nein, keine Bange, Ostern und der Osterhase gehören zusammen. Und in Krisenzeiten ganz besonders." Das hilft den Menschen, die aktuell nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, ganz extrem. Nein, wir sind nicht mehr bange und haben auch keine Angst vorm schwarzen Inflationsmann.

Der Sinn dieses Wunschpunsch-Denkens erschließt sich mir nicht und mir geht es nun auch nicht besser. Warum habe ich nur plötzlich das Gefühl wieder zarte 4 Jahre alt zu sein, auf einem kleinen Kippelstuhl zu sitzen und zu denken, dass Erwachsene doch irgendwie merkwürdig sind?

Wer noch an den Osterhasen glaubt, hält Kurzarbeit und Wirtschaftskrise wohl für ein Märchen der Gebrüder Grimm. Sicher, die aktuelle wirtschaftliche Situation in unserer Republik ist ein Ammenmärchen - alles nicht wahr. Und natürlich gibt es auch keine Kurzarbeit in Lippstadt und Umgebung. Sowas erzählt nur der böse Wolf um uns zu verwirren. Dornröschengleich schlafen wir doch lieber im Wasserturm, warten auf den Prinzen und feiern dann mit den sieben Wirtschaftszwergen die Wiederauferstehung. Sterntaler sammelt in der Zwischenzeit die offenen Stellen ein. Und die böse Schwiegermama beißt anderswo in der Republik in die leckere Wirtschaftskrise. Die Wunschfee wirds schon richten. Frei nach dem Motto: "Und wenn sie nicht alle entlassen wurden, dann glauben sie auch heute noch an den Nikolaus."

Oh, Schreck, mit dem gehts ja weiter in der Kolumne.........

Samstag, März 28, 2009

Der Lippstädter Bahnhof..

..ist alles andere als eine Zierde. Sehe ich auch so.

Meine geschätzte Mutter, die ja bekanntlich aus dem fernen Rheinland anzureisen pflegt, ist immer wieder schockiert über Lippstadts Begrüßungscentrum. Mal ganz abgesehen davon, dass es für Normalsterbliche, die nicht ständig Bahnfahren, nahezu unmöglich ist, den Fahrkartenautomaten zu bedienen, sieht es im und um den Bahnhof herum eher aus wie auf einer Mülldeponie. Und so riecht es meistens auch.

Löblich, dass nun Lippstädter Komunalpolitiker auf den Gedanken gekommen sind, dass hier mal dringend was passieren müsste.
Hoffentlich ist das nicht nur ein Wahlkampf-Strohfeuer.

Montag, März 23, 2009

Altbewährt und dennoch nix?

Wie ich heute meiner geschätzten Heimatzeitung entnehmen konnte, ändert sich nix - jedenfalls nix am Programm des Stadtmarketings.

Keine große Veranstaltung der besonderen Art in Sicht, alles "Friede-Freude-Einheitskuchen" wie schon seit gefühlten 20 Jahren, dolle Aktionen des Einzelhandels (sprich wir sollen Geld ausgeben), das super Entenrennen und Mucke für die ganze Familie - also Coverkram ohne Ende.

Essenz des vollmundigen Artikels: Es wird sich nix ändern. Wenn die Veranstaltungen nichts sind, ist entweder das Wetter schuld oder der böse Kunde/Zuschauer. Jedenfalls niemals einer der eigentlichen Veranstalter.

Und: Alles ist gut. Kein Grund, irgendwas zu ändern.

Ich frage mich nur, warum braucht man derart viele Zeilen um etwas zu verbreiten, was bekannt und damit keine neue Nachricht ist?

Was issen das fürn Mischling?

Ok, vielleicht hätten wir uns ja nen handelsüblichen Hund anschaffen sollen. Ich sehs ja ein. Jedenfalls sind Harzer Füchse angesichts der ganzen schrägen Hunderassen, die unsere Wohnzimmer bevölkern, doch eher die Exoten.

Als verantwortungsvoller Hundehalter, dem an der Sozialisation und Erziehung seines demnächstigen Riesenhundes gelegene ist, gehen wir natürlich auch in die Hundeschule. Am Sonntag hatten wir unseren ersten Tag und da unser Familienzuwachs die ersten Monate seines Lebens auf einem Bauernhof verbracht hat, fehlen ihm einfach noch die Basics - also ab in die Welpenschule.

Dort wieder der übliche Durchschnitt durch die Modehundewelt: Labradore, Retriever, Ein Babydobermann und so ein Wuschelhund. Dazu dann exotischerweise ein Baby-Bernhardiner...niedlich!!!!

Nach einer Zeit des Beschnupperns (Hund und Menschen sind da gleich) kamen auch die Fragen, die ich nun seit zwei Wochen beantworte:

Was issen das fürn Mischling? Der ist aber süß! - Ist da ein Collie drin? - Mischlinge sind ja immer so robust. Was ist denn der Vater?....usw.



Nee, das ist schon ne bestimmte Sorte Hund. Und wenn ich dann zu Erklärungen ansetzen, komme ich mir fast schon dämlich vor - aber egal, das Tier hat ja ein Recht auf seine Identität.

Schon merkwürdig, dass alte Rassen heute so von der Bildfläche verschwunden sind, dass keiner sie mehr kennt. Wann hat man den letzten toitsch trahthaar gesehen? oder gar einen Spitz? Auch Münsterländer oder simple Bracken sind nahezu vom Aussterben bedroht. Gibt es eigentlich noch diese Hushpuppy-Hunde? Also Bassets - oder nur noch Beagle.
Stattdessen erorbern diverse Bulldoggen, merkwürdige Malteser, zig Terriersorten und die unvermeidlichen Labbis und Retriever die Hundekörbchen dieser Republik. Letztere sehen ja noch auch wie Hunde - manche ihrer Artgenossen schon lange nicht mehr.
Wobei ich mich ja ernsthaft frage, wie Hunde es hinbekommen, auch die merkwürdigsten Zuchtprodukte noch als Artgenossen zu erkennen.

Harzer Fuchs - nie gehört


Den Parteien laufen die Mitglieder weg, wir bekommen neue. Das Wesen ist ein fünf Monate alter Harzer Fuchs und wirbelt alles durcheinander. Sie tötet mit Vorliebe kitschige Plastikhühner, nagt Knochen ab, rollt durch den Garten und will immer aufs Sofa.

Samstag, März 07, 2009

Oha, nun kommt der Frühling sicher erst im Juli...

Da wird der Frühling sich aber nun schütteln, ob aus Angst oder vor Lachen ist unklar. Nach der diessamstäglichen Kolumne in meiner geschätzten Heimatzeitung macht der Frühling eher einen großen Bogen um Lippstadt. Wer möchte als Frühling schon hören: "Das muss anders werden, und zwar bald - und nicht erst zum kalendarischen Frühlingsanfang."
Eine freundliche Bitte à la "Komm, lieber Mai.." wäre sicher netter gewesen. Wie es in das Wetter hineinruft, so schallt es heraus.
Anders als eine Fachhochschule, die mit (man staune) 30!!! Studenten startet, lässt sich der Frühling eben nicht mal neben kurz installieren oder sollte man ihm nicht besser einen Relaunch verpassen?

Leute, verprasst alles...

In Zeiten insolventer Unternehmen, leerstehender Geschäfte, dauernder Kurzarbeit macht so mancher sich Gedanken, wo er denn nun noch sparen kann.
Da wird geduscht statt gebadet, öfter mal zu Fuß gegangen, billig beim Discounter eingekauft und der Cent eher zehnmal rumgedreht. Logisch, die Fixkosten sind heute enorm, das normale Leben ist teuer und die versprochenen blühenden Landschaften sind eher öde und leer. (Liegt auch am Wetter, ich weiß.)

Da lese ich heute recht irritiert, dass wir alles falsch machen. Wassersparen spart nicht etwa Geld, nein, es kostet und zwar mehr, als Wasser verbrauchen. Eine merkwürdige Logik. Geht man jedoch von der Kostendeckung der Stadtwerke aus, wieder eine recht eingängige Logik. Wird weniger verbraucht, dann steigen die Preise. Hatten wir ja schon beim Thema Müll. Wer spart, zahlt also drauf.

Abgesehen von dem offensichtlichen Widersinn und dem kaum zu lösenden Dilemma zwischen Ökologie und Ökonomie stößt mir das Ganze auch noch in anderer Form übel auf.

Was im Kleinen läuft, ist meist nur ein Abbild dessen, was im Großen Alltag ist. Siehe Opel, die Banken, Schiesser und Co. Was folgern wir? Richtig! Leute, hzört auf zu sparen, schmeißt das Geld mit vollen Händen in die sterbende Marktwirtschaft. Am besten kauft ihr schon mal Vorräte für die kommenden teuren Zeiten - die Lebensmittelindustrie ist dankbar. Wenigstens habt ihr dann was für euer Geld.

Und wohl dem, der einen Garten sein eigen nennt. Sämereien sind noch günstig zu haben. Demnächst sind Kartoffeln wieder das Gold der kleinen Leute.
Ich überlege dann schon mal, wo ich auf unseren 1.500 qm den Hühnerstall anlege, wo die Kartoffeln hinkommen und wo noch Platz fürs Gemüse bleibt. Wasser zu Gießen habe ich dann ja genug.

Eine Frage der Ehre

Ausnahmsweise bin ich nicht schuld, nein, ich habe wirklich nicht meine Finger in der Sache, auch wenn es mir wieder keiner glauben wird.Ich schwöre...außerdem habe ich ein wasserdichtes Alibi...

Die Ehre gebührt einem offenbar sehr kritischen Leser der von mir geschätzten, nun leider deutlich angekratzen, Heimatzeitung. Es geht um den aktuellen Fall dreisten Abschreibens von Textteilen aus einer Online-Enzyklopädie.Dank an Herrn Pisi für seine gute Recherche. Und da der Fall doch recht deutlich zeigt, wie manchesmal recherchiert, geprüft und freigegeben wird, möchte ich die Ergebnisse des Herrn Pisi hier gerne kolportieren.

Da erschien gestern dieser Artikel, der sich mit der Biografie Pastor Niemöllers beschäftigte. Wie wir bei "Dreist bedient" nachlesen können, wurden Teile des Artikels wortwörtlich abgeschrieben. Pfui..Bah...igitt.
Damit nicht genug .....der Autor des Artikels befand es nicht für nötig, die Informationen quer zu checken. So finden sich in dem Artikel sachliche Fehler. Wie peinlich ist das denn?

Was mich nun umtreibt ist die Frage, wie das passieren konnte. Anhand des Kürzels ("rück") unter dem Artikel komme ich zu der Annahme, dass eben selbiger nicht von einem Redakteur unserer geschätzten Heimatzeitung stammt. Vielleicht ein Volo, vielleicht ein Freier?
Nur: Eigentlich sollten doch Artikel, noch dazu solche über einen recht herausragenden Bürger der Stadt, geprüft werden, bevor sie im Blatte erscheinen. Ich rede ja nicht davon, dass jeder Artikel über einen Karnickelzüchterverein oder eine Gruppe für kritisches Makramee genauestens redigiert werden muss - aber Herr Niemöller hat ja wohl ein bisschen mehr Wertschätzung verdient.

Montag, Februar 16, 2009

Irritationen

Ich bin doch hinreichend irritiert - wirklich.

Also: Kaufland baut zwei großen Läden in Lippstadt? Das soll ich glauben? Sollte ich wohl nach dem Willen einiger Zeitgenossen, mache ich aber nicht. Sorry, ich bin extrem misstrauisch, was die angeblich unumstößlichen Pläne zum Güterbahnhof angeht.

Und: Was ist nun eigentlich mit der Gesamtschule? Dieses Jahr nix mehr? Wahrscheinlich. Aber ob überhaupt? Und wenn ja, wie? Wer macht die denn nun?

Dann ist da noch das Sterben des Einzelhandels. Passiert da eigentlich was? Auch irgendwie nix. Und was geschieht mit den ganzen neuen Baulücken in der Stadt? Parkplätze?

Ach ja, und dann ist da noch das Parkplatzproblem am Musentempel. Das bewegt die Güter, das erregt sie sogar. Komisch, ich finde da eigentlich immer einen Parkplatz.

Was mich wirklich irritiert ist die Tatsache, dass nicht nicht vorhandene Parkplätze zu einer intensiveren Auseinandersetzung führen, als die eigentlich entscheidenden Themen. Woran das nun wieder liegen mag?

Samstag, Februar 14, 2009

Der Tagesbert....3

Die Lösung
Nach dem Aufstand des 17. Juni

Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands

In der Stalinallee Flugblätter verteilen

Auf denen zu lesen war, daß das Volk

Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe

Und es nur durch verdoppelte Arbeit

zurückerobern könne. Wäre es da

Nicht doch einfacher, die Regierung

Löste das Volk auf und

Wählte ein anderes?

(1951)

Ganz klar einer meiner absoluten Favoriten.

Freitag, der 13....das Werk des Teufels

Ich bin nicht abergläubisch, sicher nicht. Ich glaube nicht an den bösen Blick, an die Bielefeld Verschwörung, an drohendes Unglück durch schwarze Katzen oder anderen Mumpitz. Verschwörungstheorien und Urban Legends finde ich unterhaltsam - mehr nicht.

Aber gestern hat es mir gereicht - einfach gereicht. Ich war um 10 Uhr schon dermaßen schlecht gelaunt, dass ich den Fürsten der Finsternis am Telefon angebölkt habe, was nicht meine Art ist.

Alles fing eigentlich schon am Donnerstag an: Eine unverständliche Mahnung nebst böser Worte flatterte ins Haus, ein grenzbebiles Schreiben meines Stromanbieters gleich mit. Am Freitagmorgen musste ich dann dringend nach Lippstadt - die kurze Pause an den beliebten Bahnschranken nutze ich zur Lektüre meiner Heimatzeitung und wollte dann frisch informiert zum Buchhändler meines Vertrauens starten - aber offenbar wollte nur ich das - mein Auto sah das durchaus anders. Außer wildem Geklacker, dusseligen blinkenden Warnlämpchen passierte nix. Ich muss wohl nicht mehr erwähnen, dass ich als erste der Schlange direkt an der Schranke stand.

Und natürlich fühlte sich auch keiner der hupend und schimpfend am mir vorbeirauschenden Kerle bemüßigt, mir behilflich zu sein. Klar, ich sehe aus wie Conan, der Barbar, und schiebe einen Kombi easy mit dem kleinen Finger der linken Hand mindestens 3 Kilometer weit.
Mein Dank gilt dem netten jungen Mann, der sich dann doch erbarmte. Und natürlich dem Fahrer von Nord-Süd, den ich zwar zu seinem Glücke zwingen musste, aber egal.

Prima, dann stand ich mitten im Schneegestöber am Lichtkanal, einen dringenden Termin in Geseke vor der Brust und massig schlechte Laune in der Birne. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass dieser besagte Termin natürlich auch zu einer Zentrierungsübung wurde und ich danach spontan überlegte die deutsche Sektion einer Terroreinheit anzuheuern.

Das eigentlich Merkwürdige an der Sache ist, dass genau eine Woche zuvor an exakt derselben Stelle der Auspuff meines Wagens spontan herabfiel und ich exakt dieselben Erfahrungen mit meinen Mitmenschen machen musste, wie am gestrigen Tage. Und da soll ich nun noch glauben, dass diese Bahnschranken kein Werk des Teufels oder des Antichristen sind? Kennt jemand einen versierten Exorzisten, den man mit der Austreibung des Dämons beauftragen könnte?

Wenn das nächste Mal der 13. auf einen Freitag fällt, bleibe ich im Bett und stelle mich tot. Keinesfalls werde ich mich nochmals der besagten Schranke nähern.

Freitag, Februar 13, 2009

Erstaunliche Stille

Es herrscht eine erstaunliche Stille in der medialen Welt was die neuesten Entwicklungen des geplanten Centers am Lippstädter Güterbahnhof angeht. Sehr merkwürdig.

Geradezu positivste Meldungen werden von allen Seiten rausgekloppt - sozusagen eine mächtig getunte Schönwetterfront, sorgenfaltenfrei durch Botox.
Irgendwie alles super - das bisschen, was negativ erscheinen könnte, wird weggedrückt. Wüßte ich es nicht besser, könnte ich auf die Idee kommen, dass Lippstadt sich in einem rasanten Aufschwung befindet. Tja, klingt aber alles nicht nach einem stabilen Hoch.

Denn leider deckt sich die Außendarstellung nicht mit der Realität. Noch immer regiert die Kurzarbeit, erste Entlassungen hat es gegeben, der lähmende Atem der Rezession weht durch die Lange Straße (wie wunderbar theatralisch). Die Stimmung entspricht eher der aktuellen Wetterlage: nass, kalt, kein Licht am Horizont und man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht.

Heute gibt es übrigens auf der Homepage meiner geschätzten Heimatzeitung eine Umfrage zum Thema Kaufland. Da bin ich ja mal gespannt, was da rauskommt.

Dienstag, Februar 10, 2009

Nun doch kein Megamarkt?

Nein, nein, ich mag es nicht, wenn ich immer recht habe...oder doch ein bisschen. Da plauderte ich heute morgen noch so nebenbei über die aktuelle Schieflage (oder besser Talfahrt) Lippstadts und was muss ich da auf der Homepage meiner geschätzten Heimatzeitung lesen? Meine Vermutungen, die (zugegebenermaßen) eher ein Produkt des gesunden Menschenverstandes und basaler Kenntnisse der Wirtschaft waren, entpuppten sich als blanke Realität. Upps...

Kaufland will wohl eher schnelle und kleinere Brötchen backen. Wen wundert es auch? Die Lage des "Hit" ist ok, Parkplätze sind ausreichend vorhanden, Getränkemarkt, Lidl und Aldi in direkter Nachbarschaft, die Sache kostet kaum was und man kann für wenig Kohle ein bissi was abschöpfen. Warum sollte man auch noch ein paar Jahre warten (nach Aussagen DES Wirtschaftsförderers ja immerhin so ca. 3 - 3,5 Jahre) bis man endlich an die Pfefferminzchen der Lippstädter kommt? Schnelles Geld ist gutes Geld. Nimm was du kriegen kannst, denn was du hast, das hast du.
Und gut rheinisch: fott ess fott.

Mal ernsthaft: Wer außer DEM Wirtschaftsförderer und DEM Bürgermeister glaubt nach diesen Nachrichten noch, dass Kaufland ernsthaft erwägen könnte 2 !! Geschäfte in Lippstadt zu eröffnen und auf längere Sicht auch wirtschaftlich (d.h. gewinnbringend, Herr Wirtschaftsförderer) zu betreiben? Kaufland ist ja nicht die Caritas, wie ich schon erwähnte, als es um das Projekt am Güterbahnhof ging. Die wollen Geld verdienen und das besser gestern und heute als morgen oder irgendwann. Und wer weiß, ob angesichts der Kurzarbeit, der Entwicklungen in der Automobilbranche, der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in drei Jahren überhaupt noch genug finanziell potente Käufer in der Lippestadt leben? Irgendwie ja keiner.

Ich sag nun nix. Sonst habe ich noch recht und es steht übermorgen in der Zeitung, dass nicht etwa 1.500 Studenten durch die FH nach Lippstadt kommen sondern nur schlappe 500 (und die sind noch aus der Gegend und wohnen im Hotel Mama).

Ja, nein...vielleicht ...oder doch erst später...oder nie?

Was denn nun? Kommt nun das Südertor-Carré (wer hat sich eigentlich diesen bescheuerten Namen ausgedacht? Soll das nach Großstadt klingen?) oder nicht? Und wenn ja, wann denn?

Wie ich meiner geschätzten Heimatzeitung entnehme, sieht es aktuell nicht danach aus, dass dieses Projekt in absehbarer Zeit realisiert werden könnte.

„Wir beobachten die Situation in Lippstadt genau“, berichtete Dr. Hellenthal im Gespräch mit unserer Zeitung.

So lapidar formuliert der Investor es im Blatte.
Sehr sinnvoll, Herr Hellenthal. Offenbar ein Mensch, der nicht von blindem Aktionismus gesteuert ist, wie einige der heimischen Kommunalpolitiker. So super rosig sieht es ja nun wirklich nicht aus in Lippstadt. Ok, die FH könnte/sollte und muß einen Schub bringen, sonst wird es finster.
Alleine ein Gang durch Lippstadts ehemalige Ladenmeile läßt wenig Freude aufkommen: Räumungsverkäufe wegen Geschäftsaufgabe allerorten, die Marktstraße ist schon recht leer und die Situation am Rathausplatz auch nicht rosig. Abends sieht man statt prallem Mittelstadtleben eher verwaiste und oft schon geschlossene Kneipen.
Der wöchentliche Besuch beim ortsansässigen Buchhändler meines Vertrauens gestaltet sich schon ritualisiert: "Weißte schon, wer zumacht?". Nee, weiß ich bis dahin nicht - aber dann. Irgendwie machen ja alle zu - und was kommt danach? Das macht keinen Spaß mehr.

Und das gebetsmühlenartige Abfeiern angeblicher Großprojekte, die Lippstadts Nachtleben über die Region hinaus bekannt machen sollen, wirken eher wie ein Abgesang. Man erinnere sich, wie oft wir schon diese enthusiastischen Parolen um die Ohren geblasen bekommen haben, und? Nix und - war eben nix.

Da stellt sich mir die Frage, ob denn dieses wunderbare Monster am Güterbahnhof überhaupt gebaut wird. Wahrscheinlich nicht, denn bis zum geplanten Baubeginn ist Lippstadt in der völligen provinziellen Bedeutungslosigkeit versunken. Aus Energiespargründen könnte Herr Sommer dann ja das Licht ausschalten - braucht eh keiner mehr.

Der Tagesbert...2

Aus gegebenem Anlass eine kleine Hommage:





"Wer a sagt, muss nicht b sagen. Er kann auch erkennen, dass a falsch war."
aus: Der Neinsager.

Freitag, Januar 30, 2009

Der Tagesbert...

Fällt mir doch eben auf, dass der gute Bert Brecht am 10.02.1898 geboren wurde. Ist ja als Jubiläum ne Schnapszahl - der Ärmste. Als bekanntermaßen große Liebhaberin der Brechtschen Lyrik starte ich mein persönliches Brechtjahr - erschüttenderweise scheint dieser Dichter aktueller denn je.
Leider musste ich zur Kenntnis nehmen, dass der gute Bert wohl nur noch sehr begrenzt Raum im heutigen Deutschunterricht findet.Ok, ein Staat in dem es möglich ist, ohne die Lektüre von "Faust" Abitur zu machen, meint eben er könne auf diesen linken Revoluzzer verzichten. Aber der heutige Deutschuntrricht ist eh ein unerschöpfliches Thema. Warum bitte lesen Sextaner als erste Lektüre das Buch einer kanadischen Autorin über ein Mädchen in Afghanistan der Taliban? Tut das Not?

Hier nun aus aktuellem Anlaß der Tagesbert:

"Ihr lehrt uns, wann ein Weib die Röcke heben
Und ihre Augen einwärts drehen kann
Zuerst müßt ihr uns was zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

Ihr, die auf unsrer Scham und eurer Lust besteht
Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden."

Ballade "Wovon lebt der Mensch?", Dreigroschenoper

Arm oder nicht arm ist relativ

Steigende Arbeitslosenzahlen auch im Kreis Soest, Kurzarbeit, übelste Prognosen für das laufende Jahr.....ok, die Sache mit den blühenden Landschaften, die uns versprochen wurden, ist endgültig durch - Schadensbegrenzung und Sicherung der Pfründe (sofern man welche hat) sind angesagt.

Die Diskussion um Armut erreicht auch Lippstadt und damit auch den Lippstadt-Blog, wo sie offtopic gehandelt wird. Ist man mit 350€ im Monat arm oder nicht? Ich denke schon - vor allem, wenn Kinder im Spiel sind.

Bei 211€ pro Kind sieht es finster aus. Kids brauchen ständig Schuhe(weil die Füße wachsen), Klamotten (auch Billigklamotten kosten und meist ist das Angebot begrenzt), Sportsachen (Schule!), Bücher(schließlich sollen die Kids was lernen), Schulsachen (Hefte, Stifte, Ordner, Papier, Kleber, Malsachen...), Ranzen, vielleicht auch mal ein Spielzeug.
Ich finde es schon sehr bedenklich, wenn die Regelsätze von Hartz 4 als völlig ausreichend betrachtet werden und wenn diese Situation dazu führt, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien deutlich schlechtere Bildungschancen haben als ihre Altersgenossen, die vielleicht ein bisschen mehr Glück hatten.

Wie Brecht ganz richtig feststellte, sieht man nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht. Was Brecht nicht ahnen konnte, sind die aktuellen Entwicklungen. Da fällt mir eine weiteres Zitat des von mir sehr geschätzen Dichters ein: "Bankraub ist was für Dilettanten. Wirklich schlaue Menschen gründen eine Bank." (sinngemäß - Original müsste ich nachschlagen)
Nun, wo war ich? Bei der aktuellen Situation. In Zeiten, die eine Bedrohung (meist wirtschaftlicher Art) bedeuten, ist es oft sozial völlig akzeptiert, wenn auf der Leiter des wirtschaftlichen Erfolges diejenigen, die meinen noch beide Beine auf einer Sprosse zu haben, denen auf die Finger treten, die versuchen eine Sprosse zu erreichen.
Und daher ist es wohl auch sehr einfach geworden, aus der Situation des relativen Wohlstandes heraus die Situation der relativen Armut anderer als nicht existent zu betrachten.

Mittwoch, Januar 28, 2009

nochmal Englisch...

Da es offenbar doch ein brisantes Thema ist:

Mehrere Gründe sprechen gegen den frühen Erwerb einer Fremdsprache, sofern es sich nicht um bilinguale Kinder handelt, wie wahrscheinlich bei den Bekannten von Andreas....(Mein freund der Janni....).

Also: fein unterscheiden: mehrsprachige Erziehung und frühe Fremdsprachen in der Schule.

Wobei es auch einen nicht zu verachtenden Anteil bilingualer Kinder gibt, die in keiner Sprache zuhause sind. Worst case.

Nun zum Englischunterricht: Wie vielfach nachzulesen ist, u.a. auch beim Spiegel oder in Fachzeitschriften, zeigt der frühe Fremdsprachenunterricht wenig Erfolge.
Das liegt zum Einen daran, dass es keine verbindlichen Standards gibt, zum anderen an der oft recht rudmentären Ausbildung der Lehrer und auch an der sehr heterogenen Klassenstruktur.
Es ist sehr schön, wenn Kids Spaß an Fremdsprachen haben - keine Frage, doch ist mehr als fragwürdig, ob dieser Unterricht insgesamt sinnvoll ist.Man befrage mal einen Lehrer der fünften Klasse, was der so über den Stand in seinem Englischkurs sagt.

Englisch ist sicher eine wichtige Sprache, doch kann sie auch massive Probleme schaffen. Alleine die Tatsache, dass Englisch in der Schreibung nur wenig lautgetreu ist - im Gegensatz zum Deutschen. Das verunsichert durchaus. Das betrifft sehr stark Kinder mit Lese-Rechtschreibproblemen, Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder mit allgemeinen sprachlichen Schwierigkeiten. Nun ist doch Frage, für wen und mit welchem Ziel wird in der Grundschule gelehrt?
Meiner Meinung nach geht es immer noch um die notwendige Basis an Wissen: sprich um die halbwegs sichere Vermittlung wesentlicher Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Und das dann bitte auch wirklich gründlich und zielorientiert.

Der Blick in Deutschhefte von Gymnasiasten spricht oft Bände: massig Rechtschreibfehler, viele Unsicherheiten in der Grammatik, oft mangelndes Textverständnis. Und das soll doch die Elite der Schülerschaft sein....
Was hilft es den Kids, wenn sie ab der ersten Klasse Englisch trällern, wenn die Basis fehlt? Irgendwie doch wenig.

Englisch für I-Dötzchen

Wie sagte gestern so schön eine Patientenmutter zu mir: "Gut, dass man vorher nicht weiß, was mit Kindern auf einen zu kommt."

Stimmt, und glücklicherweise sind die ersten 5-6 Jahre mit Kind noch halbwegs entspannt - der Horror kommt erst mit der Einschulung. (Von der Pubertät rede ich nun nicht - das ist worst case.)

Mal ganz abegesehen davon, dass nun schon fünfjährige Knirpse eingeschult werden sollen, die ihren Megatonno kaum wuppen können, steht nun auch Englisch ab der ersten Klasse auf dem Programm. Welch ein Illtum, um mit Fried zu sprechen.Der Nutzen dieses frühen Fremdsprachenunterrichts ist durchaus umstritten, was aber unser Kulturministerium in seinem blinden Aktionismus nicht stört.

Man stelle sich vor: Die Kids marschieren hoch motiviert in die Penne und wollen Lesen und Schreiben - immer noch die Kulturtechniken schlechthin - lernen. Bei 8-10% der Kids geht das nicht so locker, wie sich das alle Beteiligten denken - Buchstaben werden vertauscht, ganze Silben fallen auf dem Weg zum Blatt weg, Lesen klappt auch nicht richtig und der Frust bei Eltern und Kind ist groß. Wer Glück hat, landet bei einem fachlich versierten Diagnostiker und vielleicht auch bei einem entsprechenden Therapeuten - eine Lese-Rechtschreibstörung wächst sich halt nicht aus, auch wenn viele das noch behaupten.

Außerdem sitzen in den Klassen auch noch reichlich Kids, die ihre eigene Muttersprache kaum beherrschen oder einfach eine andere Sprache sprechen - soll vorkommen.

So weit, so ungut. Und diese Kids sollen dann auch noch ab der ersten Klasse Englisch lernen. Spielerisch versteht sich, aber dennoch.

Was ein Unsinn: Klein-Justin, der kaum die Zuordnung von Buchstaben und Lauten im Deutschen hinkriegt, soll nun gleich auch noch englische Aussprache lernen und englische Vokabeln, dabei fehlen ihm im Deutschen schon die Worte. Verwirrend, nicht wahr? Und bekanntermaßen ist das Englische nicht im entferntesten so lautgetrau, wie das Deutsche. Schön, wenn Klein-Lisa englische Liedchen trällern kann, besser wäre es, sie könnte auch deutsche Texte lesen und verstehen.

Wäre es da nicht besser, die ersten Grundschuljahre mit dem sicheren Erwerb der deutschen Schriftsprache zu verbringen? Vielleicht könnte man sich im zuständigen Ministerium ja mal Gedanken über die sinnvolle Förderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder machen, anstatt wie irre dem Ideal einer globalisierten Schülernation hinterher zu laufen?

Samstag, Januar 24, 2009

Die böse, böse Natur - und erst das fiese Wetter

Mir ging es ja ähnlich wie Andreas, der sich sehr über die wenig cosmopolitischen Prioritäten des gemeines Lippstädters wunderte.

Mich wundert aber noch viel mehr, was für ein Gewese um einen natürlichen Vorgang gemacht wird. Die Tatsache, dass ein "ausgewilderter" Heckrind-Macho mit 1,2 t Lebendgewicht nicht gerade grazil wie ihrerzeiten unsere Kathi übers Eis tanzt, sondern dabei einbricht und leider ertrinkt, ist sicher bedauerlich, aber letztendlich eine völlig normale Sache.

Es handelt sich bei diesen Rindern mit Jamaica-Touch eben um Tiere, die ganzjährig ohne menschliche Hilfe die Klostermersch beweiden sollen und dort eine neue alte ökologische Vielfalt entstehen zu lassen. Gute Idee, wie ich finde. Und dazu gehört dann eben auch, dass diese Tiere den üblichen Gefahren wie Kälte, Regen, Eis und auch wenig Nahrung ausgesetzt sind. Himmel, das sind doch keine verzärtelten, antibiotikaverwöhnten, hypchondrischen Zuchtkühe!

Soweit, so klar. Dachte ich. Aber es passierte, was ja passieren musste: ein Leserbrief geschah.

Da ist von Sorgfaltspflicht die Rede. Nun gut, bei Zuchttieren, die zu wirtschaftlichen Zwecken gehalten werden, sehe ich das ein - schon aus pekuniären Gründen, aber doch nicht bei Quasi-Wildviechern.
Kann der Mensch denn nicht endlich mal seine nervösen Finger von Dingen lassen, die auch ohne ihn funktionieren? Und zwar so funktionieren, wie es die Natur vorgesehen hat.

Aber irgendwie hat die Verbambisierung überhand gewonnen und offensichtlich ist Mensch sich nicht mehr darüber im Klaren, dass auch Mensch zu diesem System gehört...na, denn

Donnerstag, Januar 22, 2009

Drama in zig Akten

Nach der Lektüre des höchst wohlgeratenen Artikels über eine Lesung, die Rolf Hochhuth im Lippstädter EG veranstaltete, liegt der Sprung zu aktuellen Inszenierungen nahe.

Ort: die australische Wildnis, die nicht mehr so wild ist - Künstliche Welten ersetzen die Realität. Thema: der letzte Versuch, nur irgendwas an Fame zu ernten. Personal: abgehalfterte Pseudo-Machos, aufgepustete Berdarfszicken......und bis gestern auch ein ernsthafter Schauspieler. Und Norbert (wer?????)....

Wie in einem klassischen Drama ist alles vertreten - sogar in mehrfacher Besetzung: wir hatten insgesamt zwei stürmische, jugendliche Liebhaber. Der Verbliebene vereint höchst modern in sich neomännliche Sensitivität und extrovertierte Sexualität.
Dazu die schönen Diven, teils etwas alternd, leicht künstlich gehalten, die den perfekten Zickenkampf hinlegen beim Buhlen um die Liebschaften (Zuschauer und Nico). Ein wunderbar überzogenes Abbild gesellschaftlicher Realität.Sehr gelungen auch die erotischen Verstrickungen, das bewusst Beiläufige der gewollt ungewollten Einblicke - das erregende Moment schlechthin.

Dann in der Rolle der Königinmutter eine bärbeißige Alte, mit Touch zur merkwürdigen Alten: Pseudoweisheit gepaart mit wenig Sex und viel Crime. Eine Mutter Courage der älteren Generation, die mutig und behaarlich respekt einfordert.Nur warum verliert sie immer alles?

Die Narrenrolle war auch besetzt: Norbert (wer????) als Harlekin mit runtergelassenen Hosen. Eine höchst tragische Figur, die unser Herz rührte.

Der zu entthronende Regent war auch zweifach auf der Bühne: Einmal als machohafter Geck mit nichtvorhandenem Störungsbewusstsein, dann auch noch als ruhender Pol, ganz im Sinne des trendigen Buddhismus. Stoizismus als einzig mögliche Haltung angesichts des rasenden Weltenlaufes.

Achja, und da ist dann noch die jugendliche Naive....gendertechnisch gleich auch noch jugendlicher Naiver - grandioser Schachzug seitens des Autors. Eine hippe Identikationsplattform - nach allen Seiten offen.
Den Brechtschen Chor geben Sonja und Dirk - Meister der Verfremdung und des Absurden.

Kein Wunder, dass diese Besetzung uns Momente großer Leidenschaft, tiefster Verzweiflung und unfreiwilliger Komik beschert.

Und wie es sich gehört, lichtet sich auch auf unserer kleinen Bühne nach und nach das Personal bis endlich die Katastrophe ihren Lauf nehmen kann - zur Freude und Katharsis der Zuschauer.
Wie schön wäre es, wenn der designierte neue König vor seinem Triumphzug noch eben mit leichter Hand die letzen beiden Rivalen auf der Bühne meucheln würde...

Dank dem RTL sind uns solche Sternstunden vergönnt.

Freitag, Januar 16, 2009

lippstadt goes dschungel-camp

Von meinem Besuch bei der heimischen Bank meines Misstrauens zurückgekehrt, wende ich mich wieder erfreulicheren Dingen als meinem Kontostand zu: den Prüfungen....oder lieber die Kandidaten?

Sehr nett fände ich eine Auswahl heimischer Kommunalpolitiker - wegen der Hyperlokalisierung. Think global-act local.

Vorschläge nehme ich gerne an - über den Stand der Verhandlungen berichte ich gewohnt seriös.

Zu den Prüfungen:

Nett wäre anstatt des drögen Entenrennens ein Wettschwimmen der Kandidaten. Selbstverständlich die Ladies im gelben, die Herren im orangefarbenen Anzug, aufgeklebter Entenkopf und -sterz aus Plastik inklusive, aufgedruckte Nümmerchen am Achtersteven. Die geneigten Zuschauer dürfen Wetten abschließen und dem Gewinner winkt eine Woche Bootcamp für lau.

Hübsch wäre auch eine Verpflegung der Camp-Insassen mit fettigen Pommes, angebrannten Currywürstchen, laberigen Pilzen in Was-weiß-ich-Teig.......morgens, mittags, abends...sonst nix. Als besonderen Thrill könnte man an einem Tag dann im Camp ein 4-Gänge-Menue aufbauen, Tim Mälzer könnte kochen, und da fiese Leute hinsetzen, die sich an frischen Salätchen, lecker Obst, feinem Essen (noch ein Chablis dazu?)gütlich tun. Fein abgeschirmt durch einen Elektrozaun.

Sehr hübsch fände ich dann auch eine sportliche Prüfung: Robben durch einen umgeleiteten Lippearm, inklusive Schmodder, Wasserratten, Kröten, Spinnen etc. Könnte live auf den Rathausplatz übertragen werden.

Ich bin ein Star, holt mich hier raus....Lippstadt Contest

Die ganze pseudomoralinsaure Entrüstung selbsternannter Gutmenschen, urbaner Tierschützer mit Bambi-Syndrom ("Die armen Spinnen - völlig verwirrt am Kopf von Z-Sternchen Jule.") und anderer spaßfreier Möchtegernintellektueller anlässlich der wunderbaren Sendung eines Privatsenders nervt gewaltig.

Erste Möglichkeit: Abschalten oder Wegzappen oder mal mit Freunden reden oder ein Buch lesen oder Rausgehen (Rausgehen ist in Lippstadt ja im Moment schlecht, wie ich hörte. da machen die Kenipen fast gar nimmer auf). Muss man ja nicht gucken, kann man aber. Sinkende Quoten = sinkende Werbeinnahmen. Vorbei der Spuk.
Zweite Möglichkeit: Gucken und Ernstnehmen. Sicher keine gute Idee, da wir ja nun schon seit Jahren wissen: Das Camp ist nicht echt, da sind überall Kameras, da gibbet keine gefährlichen Tiere usw. Ist ja auch klar, wie soll das sonst gehen? Irre, was da manche Leute ernsthaft (kann man in Netz staunend nachlesen)glauben. Von wegen "live" und so. Live sind nur die Moderationen, denke ich.
Dritte Möglichkeit: Gucken und sich köstlich amüsieren. Meine persönliche Variante. Ist doch schon Wahnsinn, was abgewrackte Ex-P-Darsteller für ein bissi Kohle machen. Wie bescheuert müssen Frauen sein, öffentlich von ihren Schönheits-OPs zu faseln und sich unterm künstlichen Wasserfall räkeln? Wie tief muss man sinken, um den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken? Kann man da alles sehen und nebenher noch die Schnodder-Moderationen und Sesamstraßen-Outfits von Dirk Bach (Der hat übrigens ganz wunderbar die Urmel-Bücher vertont. Als Wutz unschlagbar.) genießen. Einfach grandios und so schön unkorrekt.

Es gibt noch eine vierte Möglichkeit, die ich den Lippstädter Politikern ans Herz legen möchte:
Gucken und lernen. Ja, richtig gelesen: lernen!
Immerhin verdient RTL richtig viel Kohle mit der ganzen Sache und angesichts der lauen Stimmung in Lippstadt sollten die Politiker mal über Alternativen zu Hella und Co. nachdenken.
Wir haben in Paderborn den Flughafen, Hotels für die Ex-Stars haben wir auch und wir haben etwas Besonderes: die alte Kaserne in Lipperbruch. Umzäunt, abgetrennt und massig telegene Wildnis. Super! Wenigstens für die Vorausscheidungen, die dringend mal anstehen, um das Format auszuschöpfen, würde sich Lippstadt eignen.

Man könnte Winter-Camps einrichten, so im verfrorenen Bruchgebiet. (Sehr geil, dass Lippstadt nun als Gefriertruhe Deutschlands medial vermarktet wurde.) Oder im Sommer mit massig Mücken zum Quälen. Fiese Tierchen wie Kreuzottern oder irgendwelche Molche könnte man in den alten Kasernen züchten. Das schafft Arbeitsplätze.
Die Möglichkeiten für Prüfungen wären auch optimal, immerhin wurden da früher Rekruten geqüält, ist also alles da: Kletterwände, Schotterplätze, Baumklettern auch kein Problem. Und die Lippe könnte man auch noch einbeziehen....nur im Schutzanzug die Wildwasserstrecke runter? Oder mit einem undichten Kanu bis nach Irgendwo paddeln - umgeben von Lippekrokodilen? Das dusselige alljährliche Entenrennen könnte mal aufgemotzt werden. Nett wäre auch eine Prüfung im Arnsberger Wald, immerhin sollen da bald wieder Wölfe leben. Was für ein Thrill.

Kurzum: Die Chance für Lippstadt endlich ins Bewusstsein der Deutschen, ach, was sage ich, ganz Europas zu dringen und dabei noch richtig Geld zu machen.Herr Ziems könnte sein geliebtes Moonlightshopping dann mit einem public viewing verbinden und die rausgewählten Heinzels präsentieren.

Ok, nun fehlen nur noch die ersten Kandidaten, aber da fällt mir auch noch was ein.

Mittwoch, Januar 07, 2009

Floristik für lau....




Lange nicht gesehen, aber dennoch erkannt: Eisblumen.
Und noch dazu an meinen Fenstern.

Ok, in Lippstadt-Bökenförde (Bökenfelde sagte der Wetterfrosch der ARD grade...lol)waren es 27° minus - da kann Geseke wohl nicht mithalten. Meine private Wetterstation meldet als Tiefstwert der vergangenen Nacht, gemessen in 4 Metern Höhe, Ostseite, 17° minus. Reicht auch.

Dienstag, Januar 06, 2009

wie romantisch ist das denn?



Landleben hat was...vor allem, wenn die Provinz sich so winterlich romantisch präsentiert. Kein grauer Schneematsch auf den Straßen, keine traurig dahinschmelzenden Schneemänner...dafür Sonne pur und 10° minus.
Und die Sorgen von Andreas kann ich nicht teilen: In Geseke klappts noch mit den Nachbarn.

Dienstag, Dezember 30, 2008

Cafe Peters schließt

Ich hasse es, wenn immer genau die Dinge passieren, die ich abends mit Freunden in meiner Glaskugel schon vorhergesehen habe. So erinnere ich mich genau, dass ich vor nicht allzu langer Zeit die These aufstellte, dass es in Lippstadt rein geschäftstechnisch noch mächtig rappeln würde. Und so passierte es auch: es verging ja keine Woche, in der nicht irgendein Laden in Lippstadt die Grätsche machte - aber das hier hat mich nun doch irritiert.

Ich kann nicht behaupten, dass nach der Diskussion um Herrn Petri und seine politische Gesinnung meine Sympathie für Cafe Peters noch sehr groß war - eher nicht. Wir erinnern uns: Es war die Rede vom aufrechten Demokraten, die als Leserbrief durch meine geschätzte Heimatzeitung geisterte. Ich geb auch zu, dass ich nach diesem Brief das Cafe nicht mehr betreten habe - so als Ausdruck meines extremen Missfallens in Sachen Sympathiebekundung mit dem genannten Herren. Aber deswegen machen die ja wohl nicht pleite...

Womit ich beim Thema bin: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Grund für die Schließung nur in strategischen Problemen begründet liegt. Kann ich nicht. Wie formulierte ein Leser doch letztens: "Never change a winning horse". Könnte man auch als "Never change a runnig Trüffel" formulieren.
Also entweder, das funzt alles finanziell nicht mehr, oder es ist irgendwas anderes passiert. Jedenfalls schließt doch kein normaldenkender Geschäftsmann ein florierendes Cafe. So doof kann man nicht sein.

Freitag, Dezember 19, 2008

Gesamtschule für Lippstadt oder lieber alte Besen?

Wer, wie ich, stets aufmerksam und gewogen die Berichterstattung unserer Heimatzeitung verfolgt, stieß in den letzten Tagen immer wieder auf das Thema Gesamtschule. Einerseits beherrschte es die redaktionellen Themen - andererseits tauchten vermehrt Bürgermeinungen dazu auf. Grundtenor dieser Leserbriefe war und ist der Wunsch nach der Einrichtung einer Gesamtschule, wie auch hier.

Was mich dann sehr erstaunte, war folgender Leserbrief, der das hohe Loblied der Hauptschule singt.

„Never change a winning horse“, heißt es in einem englischem Sprichwort. Davon scheinen die Befürworter der Gesamtschule noch nichts gehört zu haben. Denn ob diese Schulform sich langfristig zu einem „winning horse“ entwickeln wird, halte ich für äußerst fragwürdig. Man berücksichtige in dem Zusammenhang nur die Ergebnisse der Zentralen Abschlussprüfungen nach Klasse 10, bzw. der Lernstandserhebungen am Ende der Jahrgangsstufe 8, bei denen die Gesamtschulen in den meisten Fällen unter denen der anderen Schulformen lagen.
Nach meinen Informationen liegt im Kreis Soest die Zahl der Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe I, die in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis vermittelt werden können, bei den Hauptschulen weit vor der Zahl der anderen Schulformen. So schlecht scheint der Ruf dieser Schulform in der Wirtschaft nicht zu sein."


Merkwürdig, dass so ganz andere Informationen hier zu erhalten sind:

Jeder zweite Hauptschüler hat auch 13 Monate nach Schulabschluss noch keine berufliche Ausbildung gefunden.
30 Monate nach Schulende konnten immer noch 40 Prozent der Hauptschüler nicht in eine qualifizierte Berufsausbildung vermittelt werden.
Besonders groß sind die Probleme für junge Männer ohne Hauptschulabschluss oder mit nur schlechten Noten sowie für Migrantenkinder. (Wie sich diese Situation aus Sicht der Betroffenen darstellt, können wir heute im Patriot nachlesen.)
Das duale System von betrieblicher Lehre und Berufsschule habe eine seiner «traditionell großen Stärken» eingebüßt, «Kinder aus bildungsschwächeren Gruppen durch Ausbildung beruflich zu integrieren».
Mit wachsender Kinderarmut verschärfe sich das im deutschen Bildungssystem ohnehin vorhandene Problem der fehlenden Chancengleichheit - selbst bei gleich intelligenten Kindern aus Unterschichts- wie aus Akademikerfamilien.

Hmm, also scheint die Hauptschule nun doch nicht soooo irre gut zu sein. Und wie sieht es eigentlich mit dem üblichen Vorurteil aus, Gesamtschulen seien schlechter, als andere Schulen? Auch nicht so wirklich wahr, vermute ich.

Auf der Seite des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW lese ich, dass die integrierte Gesamtschule in Bonn-Beuel (schäl sick ess schick)zu den besten fünf Schulen Deutschlands gehört - amtlich bestätigt.

Auch sehr spannend, was der VBE dazu sagt:

"VBE: Leistungen der Gesamtschulen anerkennen!
Dortmund, 29.08.2008 "Die heute von der Bochumer Schulforscherin Gabriele Bellenberg vorgelegten Zahlen zur Gesamtschuloberstufe sprechen eine deutliche Sprache für die Leistungen dieser Schulform", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Dass es den Gesamtschulen gelingt, 90 Prozent der Oberstufenschülerinnen und –schüler zur Fachhochschulreife oder dem Abitur zu führen, kann sich sehen lassen."

In den vergangenen Wochen ist in Bezug auf die Gesamtschulen vieles vermischt und aus einem eingeschränkten Blickwinkel dargestellt worden. Wer die Leistungen der Gesamtschulen innerhalb des nordrhein-westfälischen Schulsystems wirklich einordnen will, muss sie konsequenterweise mit den Leistungen des gegliederten Schulsystems und nicht ausschließlich mit denen der Gymnasien vergleichen. Bellenberg weist zu Recht darauf hin, dass die alleinige Betrachtung der Sekundarstufe II kein vollständiges Bild von den Leistungen dieser Schulform ergeben kann."

Ähnliches kann man dann auch noch auf der Homepage des WDR nachlesen.

Fazit: An dem Vorurteil, Gesamtschulen seien so extrem schlecht, ist wenig bis gar nichts. Es gibt halt immer gute und schlechte Schulen.
Das Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem ist mitnichten zukunftsorientiert, sondern eher im schlechten Sinne konservativ. Mit Sicherheit ist es kein "winnig horse" (erinnert mich ja eher an Pferdewetten, sondern ein alterschwacher Gaul, dem man keine Rennen mehr zumuten sollte.


Wisse: Man informiere sich besser, bevor man irgendwelche halbgaren Meinungen kolportiere.

Freitag, Dezember 12, 2008

Lippstadts Gesamtschule oder "mit dir spiele ich nicht mehr".

Es grenzt ja langsam an eine Provinzposse, aber eine von der bitteren Art.

Nur zur Erinnerung: Mündige Bürger wählen so alle paar Jahre ihre politischen Vertreter und erteilen diesen damit den Auftrag, in ihrem (also dem Bürgersinne) zu debattieren, abzuwägen und zu entscheiden.

Das Lippstädter Syndrom beginnt schon damit, dass offenbar viele gewählte Kommunalpolitiker den oben skizzierten demokratischen Weg längst vergessen haben. Der Lippstädter Bürgerwille tritt anscheinend nur alle paar Wahljahre auf den Plan - dann wird selbiger Bürger umworben und mit Versprechungen geködert - ganz wie im echten Leben der dusselige Hund mit dem Leckerli. Der Bürger, sorry, der Hund, gibt brav Pfötchen, bekommt das Leckerli und wird dann schnurstracks ins Körbchen geschickt.

Der Lippstädter Bürger darf auch fein ins Körbchen und da "Platz machen". Nun können Hunde (ein Segen) nicht reden - ihr Bellen reicht manchmal schon. Der gemeine Bürger kann das durchaus, also das Reden, und er kann so via Befragung seine Meinung zum Leckerli mitteilen.

Das taten die Bürger denn auch und forderten für ihre Jungbürger (das sind übrigens angehende Wähler) eine Gesamtschule. Soweit, so gut und auch völlig nachvollziehbar, angesichts der Bildungsmisere. (Eine Krise des deutschen Schulsystems, besonders der Hauptschule, wird ja von der CDU beharrlich weggeredet - ändert aber nix.)

Übrigens belegte eine Bonner Gesamtschule beim deutschen Schulpreis 2008 den zweiten Platz. Soooo furchtbar schlimm können Gesamtschulen also nun auch nicht sein - wobei ich hier mal einflechten muss, dass in meiner vielgeliebten rheinischen Heimat nun schon die vierte Schule dieser Art gebaut werden soll - auch aufgrund des Elternwillens und diese Eltern dort lassen sich nicht verschaukeln.

Apropos verschaukeln. Der hoffentlich geneigte Leser könnte sich ja langsam mal fragen, warum ich eigentlich am frühen Morgen so auf Schaum bin. Nun, wegen dieser Pressemitteilung der Stadt Lippstadt, die mir via Verteiler ins Postfach flatterte.

Alleine die Headline ist schon ein Brüller: "BM Sommer: "Ball liegt nicht bei uns"
Getätigte Aussage der Bezirksregierung zurückgenommen – Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht – INI muss Planungsstand offenlegen"

Aha, Herr Sommer steht als Anspielpunkt in Sachen Gesamtschule nicht zur Verfügung. Nach der Ballabgabe, die seiner Meinung nach stattgefunden hat, verzog er sich wohl in die Defensive (Viererkette mit Frau Bartmann-Salmen, Herrn Bäumer und einem unbekannten Neuling) und harrt da dem Gegenangriff? Ok, die stehen hinten tief drin, aber so macht man mit Sichheit keine erfolgreiche Kommunalkpolitik. Vielleicht hat Herr Sommer den Herrn Knapp einfach nicht lieb?

Was dann im Text folgt, ist eine lange Reihung von Versuchen, die Verantwortung von sich zuweisen. Das erinnert mich stark an die biblische Argumentation vom Splitter im Auge des Bruders (also hier der INI)und dem Balken im eigenen Auge. (Äh, bei Lukas, glaube ich.)
Was auch zu lesen ist, sind merkwürdige Argumente über Finanzierungen, über Anträge und drohende "Nichtmitentscheidungsmöglichkeiten" der Stadt. Hmm, für den unbedarften Bürger könnte der Eindruck entstehen, eine Schule in privater Trägerschaft sei ein absolutes Novum in der Lippestadt. Stimmt nicht, liebe Mitbürger, denkt da nur mal an das Evangelische Gymnasium (warum heißt das wohl so?) oder die Marienschule..oder Overhagen. Aber warum ist das in diesen Fällen alles viel besser und geradezu wünschenswert? Warum ist denn eine Gesamtschule eine so entsetzliche Bedrohung für Lippstadt? Was ist so furchtbar am Verzicht auf frühzeitige Selektion? Warum dieser Tanz ums goldene Kalb? Warum ist der Elternwille quasi Pillepalle?


„Viele Fragen sind hier noch offen geblieben“, stellt Bürgermeister Sommer abschließend heraus, „und die Antworten ist nicht die Stadt schuldig geblieben."

Das mit den offenen Fragen sehe ich auch so. Nur das mit den geschuldeten Antworten nicht.
Bei mir entsteht eine ganz neue Frage: Cui bono?

Lippstadt trotzt der Rezession

Guck mal an, was ich da heute morgen auf der Seite der Lippstädter SPD lese:

"Lippstadt (spd). Anlässlich der Planungen, auf dem ehemaligen Schlachthofgelände an der Klockowstraße einen weiteren SB-Markt zu errichten, richten die Lippstädter Sozialdemokraten am 3. Adventssonntag von 11.30 bis 14 Uhr einen Informationsstand am AWO-Kindergarten Panama aus. Ziel der Veranstaltung ist es, die Öffentlichkeit umfassend über das umstrittene Bauvorhaben informieren und mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen"

Hab ich irgendwie verpasst - also die Info, nicht den Termin. Was soll denn da gebaut werden? Ein Kaufland? Oder vielleicht ein neuer Real?

Der deutsche Blätterwald rauscht nur so von Unkenrufen über die drohende Krise und Lippstadt verhält sich (in diesem Falle dummerweise) total antizyklisch.

Wer soll denn da noch einkaufen? Rechnen die Lippstädter mit einem kurzfristigen Zuzug tausender genervter Griechen? Oder kommt die Flüchtlingswelle aus Afrika hier an?
Ach, nee, ich weiß, das ist für die zig Studis, die nun bald den anderen FHs (speziell natürlich Soest) den Rücken kehren und in Lippi-Town studieren...

noch einmal schlafen.....

...dann habe ich Kolloquium...und dann wohl glücklich endlich mein Zertifikat in der Hand.Eine daumendrückende Blogger-Welt ist erwünscht...erforderlich ....nötig?

Donnerstag, Dezember 04, 2008

Danke, liebe CDU!

Danke, für das wunderbare Geschenk, das ihr mir zu Weihnachten unter den Baum legt. Ein wenig früh zwar - aber dennoch sehr willkommen. Ein Bekenntnis zur deutschen Sprache soll ins Grundgesetz lese ich z.b. hier.

Alleine die möglichen Auswirkungen eines solchen Gesetzes lassen mich freudig strahlen. Und die sich eröffnenden Möglichkeiten krudester Übersetzungen für Begriffe aus verschiedenen Sprachen, die im Deutschen Einzug gefunden haben, ( wie übersetzen wir dann Omnibus? ) werden mir viele düstere Winterabende verschönern. Besonders freue ich mich auf die anarchische Gegenbewegung, die vielleicht entstehen wird. Eine Art Pidgin-faselnde Sprachgemeinde, die sich quer durch die Gesellschaft ziehen könnte, und die Freiheit des Ausdrucks hochhält. Einfach cool...

Wie schön, dass wir in Deutschland keine anderen Probleme haben.

Freitag, November 21, 2008

Blätterwald

Kurz vor dem drohenden Wintereinbruch, der seit Tagen medial wie ein Damoklesschwert über uns baumelt, hier noch ein paar Tipps für lauschige Surfstunde am heimischen PC:

Unser Schäfer hat es ja nun geschafft....die berühmten 15 Minuten Ruhm hat er schon lange erreicht. Und am 30.11.kommt er zum Weihnachtsmarkt nach Geseke..mit Mama.

Wer eher auf "Kultur" steht, findet auch was: Heute Abend wird die Ausstellung mit Arbeiten Lippstädter KünstlerInnen in der Rathaus-Galerie eröffnet.

Nachlese: Bürgerentscheid war gestern, hochwertige Architektur ist morgen? Naja, ich glaube es ja noch nicht - andere auch nicht. Und das ganze Desaster findet nun auch hinreißenden lyrischen Ausdruck - auch ein Desaster. Schön, dass unsere Stadt so sauber ist, auch wenn der "Mop" eher alt ist.....

Mittwoch, November 19, 2008

Supermamis go home!

Ok, ich plädiere ja schon seit Jahren für einen entspannteren Umgang mit der eigenen Brut und dieser Artikel hat mich wieder mal bestätigt.

Wie krank ist das? Nach der Babyolympiade ("wie, deiner kann noch nicht sitzen? Dabei isser doch schon 4 Monate alt....meine kann das, ist ja auch ein Mädchen" - Kreisch!) kommt nun die Offensive der Superkigakids. Schreckensbleich lese ich von Englischkursen für Pampersträger, von Quantenphysik für Barbiefanatikerinnen und auch noch von Literaturkursen für Silbenstammler.....oh Herrin, hilf.

Wie konnte mein Sprößling nur die ersten Lebensjahre unbeschadet überstehen? Oder ist schon alles verloren? Wird er nie ein Genie werden? Hoffentlich nicht - Genie sein ist auch nicht cool.
Sohnemann, nun leicht pubertär, fläzt mit seinem Kumpel chipsmampfend auffem Sofa rum und guckt dabei Hogfather, spielt völlig unpädagogisch finalen Weltkrieg im Gartenbeet, ballert mal eben die bösen Außerirdischen weg, diskutiert stundenlang über StarWars oder Spiderman, liest literarischen Schund wie Fantasy oder Eragon, bohrt auch mal in der Nase, gammelt auf der Suche nach Comics durch die City, schnitzt sich Stöcke für den Kampf mit Lichtschwertern und benimmt sich insgesamt wie ein völlig normales Blag. Hin und wieder haben wir uns anne Köppe - wie sich das gehört beim Großwerden. Dann bin ich die blödeste Mutter der Welt und ich könnte ihn an die Wand nageln. Völlig normal und mit Sicherheit gut für die Entwicklung.

Nun höre ich die Supermoms unken: aus dem wird nie was, der geht auf Stütze....Pustekuchen, Mädels. Alles in Ordnung. Er hat einfach nur das, was man früher mal Kindheit nannte. Ist heute völlig out, megaout sozusagen - aber den Luxus leisten wir uns.

Wundersame Wanderung der Weihnachtspyramiden

Am Wochenende weilte ich mitsamt Familie in der rheinischen Heimat (wobei man zugeben muss, dass der Rest meiner Kleinfamilie eher ostwestfälisch geprägt ist, aber man arbeitet ja immer an der Völkerverständigung). Nach der üblichen Diskussion, welches der vielen Museen denn dieses Mal auf dem Programm steht (mein frühreifer Sohn wollte gleich 4 Stück abarbeiten), entschieden wir uns für die Ausstellung in der Bundeskunsthalle "Rom und die Barbaren".

Ich sage es gleich: lohnt sich nicht wirklich. Schade eigentlich, denn man hätte aus dem Thema viel machen können - besonders für den bildungsmiserengeschädigten Nachwuchs. (Die Kinderanzahl war trotz Wochenende übrigens recht überschaubar, aber das ist meistens so.) Viele Vitrinen, wenig Erläuterungen und vor allem wenige zeitgemäße Elemente. Das Ganze hatte den Muff der achtziger Jahre an sich und diente sicher nicht dazu, die Begeisterung für das doch spannende Thema der Völkerwanderung zu wecken.

Immer, wenn ich in Bonn bin, lese ich natürlich auch den Bonner Generalanzeiger. Was für den Lippstädter der Patriot, ist für mich eben der Generalanzeiger. Und da meine Mutter brav den Müll trennt, kann ich auch gleich die Ausgaben der vergangenen Woche lesen - dann lohnt es sich wenigstens. Und was las ich da? Einen Bericht über den anstehenden Weihnachtsmarkt in Bonn. Guck an, auch die Bonner stehen auf Weihnachtspyramiden und das sogar richtig, denn statt einer Pyramide werden dort dieses Jahr zwei Stück stehen. Vielleicht ist ja die aus Lippstadt dabei? Die Bonner erweitern ihr Angebot, denn bekanntermaßen schläft die Konkurrenz ja nicht. Und was passiert in Lippstadt? Der Markt wird verkleinert.
Wundersamerweise wird uns das dann auch noch als ein "mehr" verkauft, aber mehr Häuschen unter dem dusseligen Lichterdach (das nun endlich mal wegkönnte)bedeuten nicht, dass auch insgesamt mehr los ist - im Gegenteil. Weniger scheint hier Trumpf zu sein.Aber ob sowas funktioniert, wage ich zu bezweifeln.

Freitag, November 14, 2008

Lippstädter Künstler/innen

Ein kleiner Veranstaltungshinweis für alle, die nächsten Freitag noch nichts vorhaben oder die Woche kulturell ausklingen lassen möchten:

Um 19.30h wird am 21.11. in der Rathausgalerie in Lippstadt die Jahresschau Lippstädter Künster/innen eröffnet.
Wer immer schon mal wissen wollte, was in Lippstadt so künstlerisch läuft, kann sich hier einen Eindruck verschaffen.

Montag, November 10, 2008

Lippstadts Aufbruch in die Postmoderne?

Wie wir alle heute morgern unserer geschätzten Heimatzeitung entnehmen konnten, hat der Bürgerentscheid nicht genügend "Ja"-Stimmen gegen das bahnbrechende Einkaufs-Projekt der "hochwertigen Architektur" gebracht. (Die Unsinnigkeit der Fragestellung wird mit Sicherheit in die Geschichte eingehen.)

Nun in katatonische Starre oder gar Frustration zu verfallen, ist weder sinnvoll noch angemessen. Es ist viel erreicht worden. Noch vor einigen Monaten wären solch sinnlose Entscheidungen wie die, für den Betonkasten, in Lippstadt widerstandslos durchgekommen, wie schon beim Cineplex geschehen. Nun nimmt der Bürger aktiv an der Gestaltung der Stadt teil und verschafft sich Gehör, was bei manchem Verantwortlichen sicher ein fieses Ohrenklingeln hervorruft.

Nach dem 09.11. ist in Lippstadt nichts mehr, wie es vorher war: vorbei die Zeiten dämmrigen Dornröschenschlafes, vorbei die Zeiten des kommunalen Regierens ohne den Bürger - und eigentlich sind wir damit schon mitten im Kommunalwahlkampf. Und an diesen wird so mancher der Kommunalpolitiker leicht irritiert gedacht haben, als ihm klar wurde, dass über 8.000 Bürger dieser Stadt nicht mehr zum "Durchwinken" bereit sind.

Spannend wird für mich nun die Frage, wie es am Güterbahnhof weitergehen soll und wie hier die kommende Entscheidungen getroffen werden. Lernt der Rat der Stadt nun und macht das weitere Procedere transparent? Werden die Versprechungen z.B. hinsichtlich der Anbindung an die Lange Straße eingehalten? Können alle nötigen Grundstücke erworben werden? Wird das alles wirklich die erhofften Effekte bringen? Wird der "Soest-Knick" vermieden oder stehen wir in 10 Jahren mit einem leeren Betinkarton da? Bekommen wir nun wirklich "hochwertige Architektur" oder doch nur LIDL-Niveau? Und stürmen dann bald massenweise potente Käufer von außerhalb die Innenstadt um die Geschäfte leerzukaufen? Hier sind nun die Politiker gefordert, die so vehement für das Projekt eingetreten sind. An ihren Früchten werden sie gemessen. Ich freu mich schon auf die Erntezeit.

Freitag, November 07, 2008

Kulturtechniken und Paradies schließen sich aus

Ich kann lesen, was ich manchmal bedauere. Es nicht zu können, erscheint mir immer öfter als wünschenswerter,ja geradezu als erstrebenswerter Zustand paradiesischer Ausgeglichenheit,innerer Ruhe und selbstzufriedener Unkenntnis. Aber: Lesen kann man wohl kaum verlernen..

Erkenntnis und "Zurkenntnisnehmen" ist nicht immer schön. Manchmal will man ja auch gar nicht dazu gezwungen werden. Und vor allem nicht blatthoch und derart massiv.
Da kann man nicht wegschauen, wie denn auch? Alleine die medial prächtig aufbereitete Vision, die mir mittig von dieser Seite entgegenprangte, war unübersehbar, wenn auch nicht unbedingt der Realität entsprechend. Aber Bilder müssen/sollen/dürfen nicht immer die Realität abbilden - wo blieben da meine Freunde, die Künstler?

Apropos Künstler: Wenn Anselm Kiefer die Schrecken des Krieges wie kein anderer Maler seiner Generation zum Thema macht, hat das viel mit Realität zu tun, wenig mit Realismus. Die Bildern, die ich heute sehen musste, haben viel mit Idealismus (im künstlerischen Sinne)oder auch Augenwischerei zu tun, dafür herzlich wenig mit Realität. Vom rein sprachlichen Inhalt will ich nur gar nicht mehr reden.

Wo wir grade bei Idealismus und Realismus sind.....schon merkwürdig, wie das immer wieder auseinanderklafft. An ihren Früchten sollt ihr sie messen.
Da werden große Reden geschwungen, Werte und Vorstellungen beschworen und am Ende bleibt davon herzlich wenig, bzw. genau das Gegenteil ist der Fall, was Herrn Wittgenstein wieder freuen würde, denn die Welt ist, was der Fall ist (frei formuliert). Wie tief der Fall dann sein kann, ist Ansichtssache und Frage der Sicherung. In manchen Fällen ist der Absturz bodenlos.

Reden und schreiben kann man offenbar viel und bekannterweise ist nichts so alt, wie die Zeitung von gestern. Aber das meine geschätzte Heimatzeitung ein derart kurzes Verfallsdatum hat, war mir nicht klar.

Frau Bartmann-Salmen und Hobbes


Da wundert die Blog-Welt sich: Auf sowas muss man erstmal kommen. Hobbes und Bartmann-Salmen in einem Atemzug - sehr gewagt, wie ich zugebe.(Ok, im Original stammt Homo homini lupus von Plautus - ich hab ja ne humanistische Bildung)
Aber bei dem unsäglichen Auftritt o.g. CDU-Politikerin (das sind die mit dem "c" im Namen) hatte ich spontan die Vision eines Wolfes vor Augen.(Liebe Frau Bartmann-Salmen, Sie behaupten zwar völlig imun gegen persönliche oder andere Angriffe zu sein, was ich jedoch nicht ganz glaube. Kann man ja auch in Ihren Kommentaren nachlesen. Bevor Sie sich nun angegriffen fühlen, nur kurz zur Erklärung: Der hier dargestellte Vergleich mit Wölfen ist keine Beleidigung, sondern eine Metapher - Wölfe sind nette Tiere. Und Hobbes ist auch kein Altlinker - von Plautus weiß ich es nicht so genau, der ist schon lange dahingeschieden.)

Nun, da geisterte also die Wolfsvision durch mein Hirn. Details lasse ich lieber aus. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf - erst heult er wie irre mit der Meute und entrüstet sich (auch zurecht), dann macht er im Prinzip dasselbe (andere diffamieren) und findet es völlig korrekt (und entrüstet sich dann natürlich nicht). Da darf man sich doch wundern.

Spannend ist ja auch immer die Kollektivität dieses Verhaltens. Der Leitwolf (wie heute in unserer geschätzten Heimatzeitung nachzulesen) gibt sich unbeeindruckt, die Meute jault. Und da der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, werden aus Halbwahrheiten mit ein paar kleinen Tricks schnell anscheinende Wahrheiten. Da wird ein Text, der auf einem Server dümpelte, mal eben fix zu einem "veröffentlichten" Text - nun: veröffentlicht ist etwas, wenn man es bewußt der Öffentlichkeit zugänglich macht.
(Wobei man einflechten muss, dass die Formulierung "Missgeschick" in diesem Kontext auch sehr euphemistisch ist.)

Übrigens warte ich ja immer noch auf Antworten .....aber da kann ich wohl lange warten. Womit wir bei der Frage sind, ob keine Antwort nicht auch eine Antwort sei. So im Sinne des "man kann nicht nicht kommunizieren". Wenn ich da nun den Metatext lese, (also die Nicht-Antwort) komme ich mal wieder zu der Feststellung: Wenn Menschen etwas verschweigen, werden sie ihre Gründe haben.


(Nachtrag: Wenn ich das recht sehe, hat sich Hartmut Befeldt bereits am 3.11. eindeutig von dem betreffenden Text distanziert. Insofern ist der Auftritt vom 05.11., in dem Frau Bartmann-Salmen den Text als Veröffentlichung der Bürgerinitiative bezeichnet, schon sehr bezeichnend. Und eben durchaus auch Meta-Kommunikation im Watzlawickschen Sinne. Ach, meine Ohren brummen schon bei dem ganzen Geheule.)

Donnerstag, November 06, 2008

Tage, wie diese....

Was für ein Tag:

mies geschlafen, zu spät aufgestanden, schlecht gelauntes Kind angetrieben (hatte auch schlecht geschlafen) ......keine Milch mehr, dafür aber um 7.15 den Vermieter vor der Tür wegen der kaputten Heizung (die ist aber nicht hier kaputt, sondern in der Praxis).......maulendes Kind, klingelndes Telefon (wer telephoniert um die Uhrzeit?), Butterbrote schmieren, Dose suchen...weg....7.34 das Kind rausgeschmissen, dafür Handwerker vor der Tür, die den Weg pflastern wollen (können die nicht mal am Tag vorher anrufen?) ...... Bagger im Anmarsch, Loch im Rasen....7.40 Kaffee kalt, schon wieder Telephon ....Dusche ok, aber kein Duschgel mehr (den Liebsten mit unflätigsten Begriffen in Abwesenheit lautstark bemosert)....schlecht gelaunt in die Praxis, da wie ein Schneider gefroren, bis der Installatöööör kam....8.50 ..immer fein im Treppenhaus rauf und runter...."Nu drehn se ma auf, junge Frau"...."kommt was" (jedenfalls keine Wärme vonner Heizung).....wurstel, wurstel (Handwerker sind immer laut, damit man ihnen glaubt, dass sie schwer arbeiten)....."Nu drehn se widder..."......mach ich alles, wenns dann warm wird...9.30 Wärme......danach erstmal die Praxis gesaugt....11.30 Baustelle vor der Tür und Ebbe im Kühlschrank.....und dann noch ne maulende Katze.....*peng

Ich mach heute nix mehr - außer einkaufen.

Die Stellung der BEG, die Konsensvereinbarung und die Folgen

Mich regt ja immer noch dieser berüchtigte Satz des BEG-Vertreters auf: Entweder Kaufland oder nix. Also habe ich mich nocheinmal durch die Seite der BEG gefräst. Merkwürdig, dass all das, was hier zu lesen steht, nie den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat.

Aha, eben doch rein wirtschaftliches Interesse....hier stehts schwarz auf weiß.

Die Leistungen des Landes sind:

"Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat im Zuge der Beratungen zum Haushalt 2001 20,45 Mio. EUR aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) zur Einrichtung des "BahnflächenPool NRW" bereitgestellt. Grundlage dieser Entscheidung war das Konzept der Errichtung der BEG als gemeinsame Gesellschaft von Land und DB AG.

Diese Landesmittel werden von der BEG für die Finanzierung von Planungsverfahren, Gutachten, Wirtschaftlichkeitsermittlungen oder Ähnliches eingesetzt - also für alle Aufgaben, die für die Vorbereitung der Flächenentwicklung erforderlich sind.

Sie dürfen nach der Rahmenvereinbarung ausdrücklich nicht dazu verwandt werden, die Kosten der Aufbereitung und Erschließung von Flächen und der Errichtung bzw. des Umbaus von Gebäuden zu finanzieren. Hierfür können die Kommunen und - in besonderen Einzelfällen Dritte - beim Land Förderhilfen nach der jeweils gültigen Fassung der Förderrichtlinien beantragen. "

OK, also das Land finanziert die Erschließung des Frundstücks nicht. Soweit bin ich nun...wer denn dann? Vielleicht antwortet mir Frau Bartmann-Salmen ja noch...

Und das ist hier ist berühmte Vereinbarung, die auch die Stadt Lippstadt unterzeichnet hat:

Konsensvereinbarung


Die BEG schließt mit den Kommunen eine Konsensvereinbarung. Die Unterzeichnung der Konsensvereinbarung ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Serviceleistungen der BEG. Die BEG kann Gutachten oder weitere Vorleistungen zur Klärung der Flächenverfügbarkeit nur finanzieren, wenn die Kommune mit der Konsensvereinbarung ihren Kooperationswillen dokumentiert. (ok, Gutachten etc werden wohl offenbar von der BEG bezahlt. Aber was hat die BEG davon?)

Diese Konsensvereinbarung ist von der Landesregierung, der DB AG ebenso wie von den gemeindlichen Spitzenverbänden Nordrhein-Westfalen gebilligt worden.

Geregelt werden darin die Leistungen und Pflichten jedes Vertragspartners:

Ein zentraler Anspruch ist, auf möglichst vielen, nicht mehr betriebsnotwendigen Bahnliegenschaften wertsteigernde Nutzungen auszuweisen, sofern dies städtebaulich und verkehrspolitisch sachgerecht ist. Die Kommunen müssen deshalb entsprechende Entwicklungsschwerpunkte definieren und möglichst hochwertige Nutzungsperspektiven entwickeln. Die Kommunen sichern zu, bei ihren Verhandlungspositionen zu berücksichtigen, dass es ein wesentliches Ziel der BEG ist, die Bahnliegenschaften wirtschaftlich erfolgreich zu vermarkten.

Wichtig ist auch, dass der Bahnflächenentwicklung Vorrang vor der Entwicklung von Flächen im Freiraum gegeben wird. Die Kommunen erklären sich bereit, im Rahmen ihrer Baulandpolitik zu gewährleisten, dass die Ausweisung von weiteren Baugebieten im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung nicht zu einem die Nachfrage deutlich übersteigenden Baulandangebot führt. Auch der Zeitpunkt der Erschließung von Bauland durch die Kommune wird festgelegt und erfolgt unter Berücksichtigung einer erfolgreichen Vermarktung der nicht mehr betriebsnotwendigen Bahnliegenschaften.
(aha, erst das Recht des KÖnigs, dann kommt der Bauer....)

Selbstverständlich werden die individuellen Rahmenbedingungen gemeinsam mit der Kommune abgestimmt – unter Berücksichtigung der ebenfalls gemeinsam festgelegten Nutzungsziele und bezogen auf einen gemeinsam prognostizierten Zeitpunkt der Vermarktung der Bahnliegenschaften.
(Im Endeffekt hat die BEG das Sagen....toll.Insofern hat der BEG-mensch recht: Die BEG kann festlegen, was gebaut wird....)"

Dienstag, November 04, 2008

Was Positives: Ja zur Gesamtschule

Der gute Andreas hat ja mehr postive Blogeinträge eingefordert, soll er bekommen:

Äußerst erfreut war ich heute früh darüber, dass die Elternbefragung der Stadt Lippstadt offenbar ein sehr positives und engagiertes Interesse gefunden hat. Wie unsere geschätzte Heimatzeitung heute vermeldet, haben sich 1600 Eltern an der Umfrage beteiligt. Super!!!

Für 473 Eltern stellt die Gesamtschule offenbar eine gute Alternative zum herrschenden Schulsystem dar. Auch super! Denn eine Gesamtschule sollte nicht als Bedrohung für die bestehende Schullandschaft gesehen werden, sondern als eine Erweiterung des Angebotes.

Für viele Eltern geht es anscheinend um andere Konzepte als die, die sie in den klassischen Schulformen verwirklicht sehen - vom Krampf des neuen Turbo-Abis und dem damit verbundenen Stress schon für Sextaner (ich spreche da aus Erfahrung) mal ganz abgesehen. (By the way: Mein Sohnemann hat in der Sexta mehr in der Schule und zuhause beim Lernen (rein an Stunden) abzuleisten als viele Berufstätige. 31 Schulstunden + Hausaufgaben und Üben. Da ist man schnell bei einer 40 h Woche.)

Außerdem: Ich bin der festen Überzeugung, dass Lippstadt von einer Gesamtschule nur profitieren kann - man betrachte nur die Anmeldezahlen an der Gesamtschule in Soest.

Liebe Frau Bartmann-Salmen

Auch hier ist das Folgende ein Kommentar von Frau Bartmann-Salmen, den ich auch wieder gerne aufnehme um einige Dinge klarzustellen:


"Anonym hat gesagt...

Sehr geehrte Dame (?)
sehr geehrter Herr (?)

Noch eine Frage : Warum haben die Stellungnahme von Herrn Frank Boneberger mit dem Titel " 7 Gründe..."aus dem Internet entfernt? Ich gehe davon aus , dass Sie diesen nach Korrektur der Rechtschreibung erneut einstellen werden... Zu Ihrem Antwortschreiben ganz kurz eine zusätzliche Frage : Wer finanziert Sie eigentlich , erhält man zuvor steuerrechtliche Beratung ,wenn man spenden möchte ? H.Bartmann-Salmen"

Liebe Frau Bartmann-Salmen,

mit Ihren Fragen sind Sie bei mir leider an der falschen Adresse. Sie sollten sich damit direkt an die Initiative "Lebendiges Lippstadt" wenden. Wenn Sie davon ausgehen, dass irgendwelche Texte nach Korrektur wieder veröffentlicht werden, kann ich Ihnen da leider auch keine Auskunft geben, da ich 1. (wie schon erwähnt) nicht direkt zur Initiative gehöre und 2. auch nicht für den Verfasser des Textes sprechen kann.
Ich persönlich halte von dem genannten Text nicht das Mindeste und kann die Aufregung und Wut betroffener Personen durchaus nachvollziehen. Stil und Inhalt dieses Textes sind indiskutabel. Aber das ist nur meine rein persönliche Meinung. Jedoch ändert dieser Text nichts an der begründeten Kritik am geplanten Kaufland-Center.

(Um das nochmal völlig klar zu formulieren: Der betreffende Text ist keine Satire und auch kein Arbeitsblatt, das ist eine Schmähschrift. Und wenn ich persönlich auf eine solche Art und Weise beleidigt würde, wäre ich stinkesauer. Sowas geht einfach gar nicht.)

Leider habe ich noch nicht erfahren, wer denn nun die Podiumsdiskussionen, die hoffentlich hochkarätigen Referenten, den Medien-Hype usw. bezahlt hat. Soweit ich weiß, finanziert sich die Bürgerinitiative aus Spenden. Mit Sicherheit kann Ihr Steuerberater Sie über Absetzbarkeit etc. da hinreichend informieren.
Haben Sie auch mit Spenden den Rummel um das Altstadt-Center finanziert? Wer hat eigentlich die ganzen Gutachten bezahlt und das Präsentationsmaterial? Wie sieht es denn mit den Kosten zur geplanten Erschließung des Grundstücks inkl. Altlasten aus? Bezahlt das der Bürger? Meiner geschätzten Heimatzeitung habe ich heute entnommen, dass die Anlieger zum Neubau der Bahnhofstraße zur Kasse gebeten werden. Stimmt das?

Montag, November 03, 2008

entspannung.....ommmmmmmmmmmmmmm


für alle, die im moment (und das zu recht) völlig auf der palme sind...

Kommentar von Frau Bartmann-Salmen

Nur zur Erläuterung: Beim Folgenden handelt es sich um einen Kommentar, den Frau Bartmann-Salmen in diesen Blog stellte und auf den ich doch gerne antworte:


"Anonym hat gesagt...

Nun mal Klartext ,liebe Herren ! Warum nennt Ihr keine Namen ? Herr Mikoleit rief bei mir sehr nett und freundlich an ,um mich zu fragen ,ob die CDU die Anzeigenkampagne bezahle? Schade ,dass er es offensichtlich mit den Ohren hat (oder Sie) denn sonst hätte er verstanden ,dass ich ihm sagte ,daß wir uns als Fraktion finanziell an den besagten Anzeigen gar nicht beteiligen dürfen ! Verdrehen Sie nun oder Verstehen Sie nur schlecht?Herzliche Grüsse an Herrn Mikoleit ! H.Bartmann-Salmen"

Guten Morgen Frau Bartmann-Salmen,

Zeit für eine freundliche Begrüßung sollte ja wohl sein. Auch wenn ich kein "Herr" bin, nehme ich mal an, dass Sie mich meinen, wenn Sie schon einen Kommentar in meinem Blog hinterlassen. Und danke, meinen Ohren geht es sehr gut. Ich verstehe nicht ganz Ihre Aufregung, denn nichts anders als das von Ihnen hier angemahnte steht in diesem Blog:

"ANRUF 2: Der Mann rief bei Frau Bartmann-Salmen, CDU, an. Diese teilte ihm mit, sie sei ja als Befürworterin des Einkaufscenters bekannt, aber nicht verantwortlich für die Kampagne, dafür habe die CDU kein Geld und dürfe sich im Übrigen auch gar nicht in die politische Diskussion im Vorfeld des Bürgerentscheides einmischen. (Aha???)"

Also hat Herr Mikeleit Sie doch sehr wohl verstanden. Die CDU darf/kann/will (wie auch immer) sich nicht (finanziell) einmischen. Wobei das ja nun eine Sache der Perspektive ist. Alleine das Statement Ihrer Fraktion auf dem Flyer ist ja eine Position, die finanziert wurde. (Der Drucker will ja auch leben) Ebenso wie es gradezu irrwitzig ist, welche Geldsummen die Stadt Lippstadt in die Werbung für das Projekt steckt. Wenn ich mich recht erinnere sind auch Mitglieder Ihrer Fraktion vor Ort, wenn es um die "Ortsbesichtigungen" geht. Sie gestatten schon, dass ich es als Bürgerin ein wenig eigen finde, dass hier u.a. auch Steuergelder ausgegeben werden. Oder finanzieren die Fraktionen diese Auftritte selbst? Wer bezahlte eigentlich die Referenten, die Ihre Podiumsveranstaltungen schmückten? Machte der Herr von der BEG das für Gotteslohn?
Und im Übrigen möchte ich Sie doch recht gerne an Ihre Wort von den Krawallmachern und Steinewerfern erinnern, die Sie im Sommer so vollmundig zu Gehör brachten. Wie war das mit dem Verdrehen und Nicht-Verstehen (wollen)?