himmel, was freunde einem so alles antun. da wirft mir die kiki doch einfach so ein stöckchen zu. ok, dann mach ich mal.
warum bloggst du?
gute frage. wahrscheinlich weil ich einfach nicht meine klappe halten kann und chronisch unterfordert bin.
seit wann bloggst du?
ähm, noch nicht so lange. eigentlich bin ich auch mit dem ganzen technischen krempel noch nicht klar. aber ich verschiebe das immer auch ruhigere zeiten, die mit sicherheit nie eintreten werden.
selbstportrait:
ich bin unbeschreiblich
warum lesen deine leser deinen blog?
ja liest den denn überhaupt irgendwer? manchmal habe ich eher den eindruck, dass ich fürs virtuelle nirwana schreibe, das datenoff sozusagen. kiki hat mir da mal so ein tool geschickt, mit dem man das angeblich nachvollziehen kann, ich bin aber definitiv zu ungeduldig um das hinzufrickeln.
welcher deiner blogeinträge bekam zu unrecht zu wenig aufmerksamkeit?
hmmm, ich finde ja die freibadunkultur sehr gelungen.
den rest der fragen lasse ich mal aus, da ich eh nicht weiß, was ich darauf sagen soll. einfach mal klappe halten, wenn man nix sinnvolles kundzutun hat.
Freitag, Juli 28, 2006
Samstag, Juli 22, 2006
Boppin`B
das alljährliche rathausplatzfestival in lippstadt ist meist qualitativ durchwachsen: alternde lokalmatadoren, die sich nun endlich für diejenigen halten, deren songs sie seit über 30 jahren miserabel nachschrummen (absolutes negativbeispiel: "cadillac" - so alt, wie das wirkt, kann keiner werden) oder junge selbsternannte lokalmatadoren, die nicht begreifen, dass musikschulniveau eben doch kein charisma ausmacht. da hilft nicht mal üben, wenn man den groove nicht hat.
aber gestern war der abend der abende, das highlight am provinzhimmel, die absolute combo - boppin`b.

"do you feel allright?" dröhnte es von der bühne, "scheißkapelle" brüllte das sonst so stoische und phlegmatische lippstädter publikum. wer hätte das gedacht? und wo kamen bloß die ganzen rockabillys her? bestimmt nicht aus diesem venedig ostwestfalens. hab ich jedenfalls vorher hier noch nie gesehen. werd ich wohl auch nicht mehr sehen. und wann hat man jemals in lippstadt das publikum auf dem rathausplatz tanzen sehen? niemals. der abend gestern hat mich doch ein wenig mit meiner unwahlheimmat ausgesöhnt. sie können ja doch feiern, die westlichen ostwestfalen.

die jungs von boppinb hatten superlaune - auch wenn es echt bestialisch heiß hier in der provinz war. und ihre show war erste sahne. highlight des ersten konzertteils war ohne frage ihre version des king-louis-songs "ich bin der könig im affenstall". einfach super geil. viel zu früh hieß es dann "letzter song". war auch nicht: es gab noch sechs zugaben, die dann wirklich rockten. und boppin`b kann sogar aus dem unsäglichen "wind of change" von diesen heinzelköppen was ordentliches machen. ok, das nächste mal, wenn die combo hier in der nähe spielt, gehe ich wieder hin. auch wenn ich sonst eher auf funk stehe.
aber gestern war der abend der abende, das highlight am provinzhimmel, die absolute combo - boppin`b.

"do you feel allright?" dröhnte es von der bühne, "scheißkapelle" brüllte das sonst so stoische und phlegmatische lippstädter publikum. wer hätte das gedacht? und wo kamen bloß die ganzen rockabillys her? bestimmt nicht aus diesem venedig ostwestfalens. hab ich jedenfalls vorher hier noch nie gesehen. werd ich wohl auch nicht mehr sehen. und wann hat man jemals in lippstadt das publikum auf dem rathausplatz tanzen sehen? niemals. der abend gestern hat mich doch ein wenig mit meiner unwahlheimmat ausgesöhnt. sie können ja doch feiern, die westlichen ostwestfalen.

die jungs von boppinb hatten superlaune - auch wenn es echt bestialisch heiß hier in der provinz war. und ihre show war erste sahne. highlight des ersten konzertteils war ohne frage ihre version des king-louis-songs "ich bin der könig im affenstall". einfach super geil. viel zu früh hieß es dann "letzter song". war auch nicht: es gab noch sechs zugaben, die dann wirklich rockten. und boppin`b kann sogar aus dem unsäglichen "wind of change" von diesen heinzelköppen was ordentliches machen. ok, das nächste mal, wenn die combo hier in der nähe spielt, gehe ich wieder hin. auch wenn ich sonst eher auf funk stehe.
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Sonntag, Juli 16, 2006
freibadunkultur
vorweg; ich bin kein freund öffentlichen badens und besuche freibäder entweder zum reinen schwimmen oder auf wunsch meines sohnes. letzte woche trieb uns dann die hitze in besagte anstalt. bewaffnet mit einem schmöker, diversen comics, getränken und den üblichen snacks betraten wir diesen ort unsäglicher geschmacklosigkeiten und ästhetischer prüfungen.
wir hatten einen strategisch sehr günstigen platz ergattert, so dachte ich, aber weit gefehlt. "Kääävihn, laß dein bruder wech. ich scheuer dich eine." welch anmutige sprache, welch pädagogische sensibilität. der sender dieser nachricht war anscheinend weiblichen geschlechts - oder es zumindest mal gewesen. ein sehr ungeliebter, überdimensionaler körper steckte in einem unterdimensionierten bikini der rio-fraktion, quer über dem dekollté prangte ein tatoo der übelsten sorte. toll, dachte ich, und wandte mich schaudernd ab. also besser direkt ins wasser. da wurde es noch schlimmer. anscheinend hatten alle dicken kinder der stadt ausgang. ein wunder, dass noch wasser im becken war. aber alle diese dicken kinder hatten auch mütter, teilweise sogar väter.
eine ansammlung von arschgeweihen, billigsten piercings, grauenerrengenden badebekleidungen stürzte auf mich ein. bei den pseudosprachlichen äußerungen der badegäste dachte ich spontan an diesen sauerländischen cdu-politiker und seine leitkulturdebatte. wäre schön, wenn man da bei den deutschen anfangen würde.
"hasse der ihre dinger gesehen" grunzte es am beckenrand. menschen männlichen geschlechts krazten sich ungeniert an selbigem. es gibt einfach dinge, die ich bei bestimmten menschen nicht sehen möchte.
später auf der liegewiese bekam ich dann den finalen optischen und akkustischen fangschuß. bitte, liebe göttin, laß winter werden, damit ich all das nicht mehr sehen muß. herrin, der sommer war groß...aber mach nun ein ende.
wir hatten einen strategisch sehr günstigen platz ergattert, so dachte ich, aber weit gefehlt. "Kääävihn, laß dein bruder wech. ich scheuer dich eine." welch anmutige sprache, welch pädagogische sensibilität. der sender dieser nachricht war anscheinend weiblichen geschlechts - oder es zumindest mal gewesen. ein sehr ungeliebter, überdimensionaler körper steckte in einem unterdimensionierten bikini der rio-fraktion, quer über dem dekollté prangte ein tatoo der übelsten sorte. toll, dachte ich, und wandte mich schaudernd ab. also besser direkt ins wasser. da wurde es noch schlimmer. anscheinend hatten alle dicken kinder der stadt ausgang. ein wunder, dass noch wasser im becken war. aber alle diese dicken kinder hatten auch mütter, teilweise sogar väter.
eine ansammlung von arschgeweihen, billigsten piercings, grauenerrengenden badebekleidungen stürzte auf mich ein. bei den pseudosprachlichen äußerungen der badegäste dachte ich spontan an diesen sauerländischen cdu-politiker und seine leitkulturdebatte. wäre schön, wenn man da bei den deutschen anfangen würde.
"hasse der ihre dinger gesehen" grunzte es am beckenrand. menschen männlichen geschlechts krazten sich ungeniert an selbigem. es gibt einfach dinge, die ich bei bestimmten menschen nicht sehen möchte.
später auf der liegewiese bekam ich dann den finalen optischen und akkustischen fangschuß. bitte, liebe göttin, laß winter werden, damit ich all das nicht mehr sehen muß. herrin, der sommer war groß...aber mach nun ein ende.
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Mittwoch, Juni 28, 2006
der kölner trägt seine grundnahrungsmittel mit sich herum


nach einem langen tag randvoll mit hochwertigen artikel, geistvollen gesprächen mit gebildeten kollegen und dem störenden leser - eben einfach nach einem perfekten tag (seit elf uhr morgens geht es nur um das eine: um sex, egal ob man ihn hat, oder nicht) - packt der rheinländer sein überlebenstäschchen. und: er ist nicht gerne alleine, wie jeder weiß. da man hier in der diaspora das kölsche grundnahrungsmittel selten erwerben kann, sollte man immer eine notration dabei haben.
und kaum zeigen sich diese wundervollen fläschchen entsteht rheinische gemütlichkeit. sogar hier in westfalen kommt spontan kölsches kneipenfeeling auf.
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Donnerstag, Juni 08, 2006
wm-fieber
Deutschland vor der WM. Irgendwo im Venedig Ostwestfalens. Szene: das Büdchen eines Mitbürgers türkischer Herkunft, Sonnnenschein, die Vöglein zwitschern. Uhrzeit: morgens, kurz nach Acht. Personen: der besagte Büdcheninhaber: leicht hüfbetonte Figur im sportlichen WM-Dress, sanft spannend um das Wohlstandbäuchlein, glänzende Augen und wild gestilkulierend. Ein Unbekannter: ebenso wohl genährt, offensichtlich Ureinwohner, ins Gespräch mit dem Büdcheninhaber vertieft.
Von rechts tritt auf: meine Wenigkeit, also eine Frau.(Zur Zeit ein schwerer Stand in Deutschland. Welche Frau will schon das Ladies-Programm im TV gucken. Ich will halbnackte Männer kämpfen sehen!)
Die beiden Männer diskutieren gerade das wahrscheinliche Ergbenis des morgigen Spiels.
BI: "Klar, machen wir das." (Wühlt die örtliche Printpresse zurecht)
"Iss keine Frage. voll." (Rückt die Süßigkeiten nach vorne)
"Aber nur so 3:1."
U: "Nee, das ist mehr. Wir machen 4:0."
Vorsichtig umschiffe ich den erregten Unbekannten, der natürlich zu einer längeren Abhandlung über die Qualität der Spieler, der Trainer, des Stadions ansetzt.(Lauter Trainer in Deutschland, wo sind die Spieler?) Satzfetzen dringen an mein Ohr: "Der iss gut drauf, voll hungrig.." "Mit dem linken nicht zu halten" etc. Ich ordere meine gewohnte Zigarettenpackung, die mir der sonst so kommunikative Büdcheninhaber wortlos auf die Theke donnert "5,30." Das heißt: "Frau, du störst, das ist ein Männergespräch." Ich versteh schon.
Von rechts tritt auf: eine weitere Frau.
Ok, das ist unsere Chance. "Ach, papperlapapp, das geht 2.1 aus", tröte ich los. Beide Herren der schöpfung starren mich schockiert und sprachlos an. ich grinse frech und freue mich daran. Die andere Frau ergreift die Chance (Frauen verstehen sich halt wortlos): "Eben, sehe ich auch so." Daraufhin wird der unbekannte aktiv, dreht sich schwungvoll mit Masse um: "Ihr habt doch keine Ahnung!"
Wunderbar patzig die meine Komplizin: "Wieso? Wer hat denn all die Kicker auf die Welt gebracht? Wir Frauen!" sprach es und reckte kämpferisch die linke Faust in die Luft.
Da konnte ich nicht anders: "Und schon im Bauch waren sie die reinsten Kugeln"
Was für ein wunderbarer Tag!
Von rechts tritt auf: meine Wenigkeit, also eine Frau.(Zur Zeit ein schwerer Stand in Deutschland. Welche Frau will schon das Ladies-Programm im TV gucken. Ich will halbnackte Männer kämpfen sehen!)
Die beiden Männer diskutieren gerade das wahrscheinliche Ergbenis des morgigen Spiels.
BI: "Klar, machen wir das." (Wühlt die örtliche Printpresse zurecht)
"Iss keine Frage. voll." (Rückt die Süßigkeiten nach vorne)
"Aber nur so 3:1."
U: "Nee, das ist mehr. Wir machen 4:0."
Vorsichtig umschiffe ich den erregten Unbekannten, der natürlich zu einer längeren Abhandlung über die Qualität der Spieler, der Trainer, des Stadions ansetzt.(Lauter Trainer in Deutschland, wo sind die Spieler?) Satzfetzen dringen an mein Ohr: "Der iss gut drauf, voll hungrig.." "Mit dem linken nicht zu halten" etc. Ich ordere meine gewohnte Zigarettenpackung, die mir der sonst so kommunikative Büdcheninhaber wortlos auf die Theke donnert "5,30." Das heißt: "Frau, du störst, das ist ein Männergespräch." Ich versteh schon.
Von rechts tritt auf: eine weitere Frau.
Ok, das ist unsere Chance. "Ach, papperlapapp, das geht 2.1 aus", tröte ich los. Beide Herren der schöpfung starren mich schockiert und sprachlos an. ich grinse frech und freue mich daran. Die andere Frau ergreift die Chance (Frauen verstehen sich halt wortlos): "Eben, sehe ich auch so." Daraufhin wird der unbekannte aktiv, dreht sich schwungvoll mit Masse um: "Ihr habt doch keine Ahnung!"
Wunderbar patzig die meine Komplizin: "Wieso? Wer hat denn all die Kicker auf die Welt gebracht? Wir Frauen!" sprach es und reckte kämpferisch die linke Faust in die Luft.
Da konnte ich nicht anders: "Und schon im Bauch waren sie die reinsten Kugeln"
Was für ein wunderbarer Tag!
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Montag, Juni 05, 2006
Ein unscheinbarer Brief flatterte mir ins Haus. Absender die katholische Kirchengemeinde. Vollmundig wurde ich als "liebe Eltern" gegrüßt. Direkt beim Lesen des ersten Satzes brach ich in schallendes Gelächter aus: "Am Sonntag, dem 15.April 2007 feiert Ihr Kind (...) seine Erste Heilige Kommunion." Wahnsinn, unglaublich, nicht, weil die katholische Kirche sich plötzlich so planend und freundlich gibt, nein, das begrüße ich. Unglaublich, denn weder mein Sohn noch ich sind Mitglieder dieser Vereinigung.
Nachdem das Gelächter verebbt war, kamen mir völlig andere Gedanken. Eingedenk der weltweiten Inflation von Verschwörungstheorien, da-Vinci-Codes etc sah ich vor meinem inneren Auge direkt das Damoklesschwert der Zwangstaufe und Mitgliedschaft auftauchen. Ach nein, das kann nicht sein.
Schwimmt die Kirche auf der Welle des Papsthypes? Denken sie nun, alle Welt will plötzlich katholisch werden? Oder ist das Gegenteil der Fall. Ist es so schlecht um diese Kirche bestellt, dass sie nun zu allen Mitteln greift? Ist es nur ein Marketingtrick? Bekommen wir zur Kommunion noch was dazu? Vielleicht ein Generalablass? Oder ein nettes Plätzchen im Paradies? Eine Papstaudienz?
Nee danke, ich stelle mir den christlichen Himmel doch sehr langweilig vor. Wer will schon den lieben langen Tag nur frohlocken? Klingt sehr unspannend und vor allem immer unter der totalen Kontrolle sämtlicher Heiligen.
Nachdem das Gelächter verebbt war, kamen mir völlig andere Gedanken. Eingedenk der weltweiten Inflation von Verschwörungstheorien, da-Vinci-Codes etc sah ich vor meinem inneren Auge direkt das Damoklesschwert der Zwangstaufe und Mitgliedschaft auftauchen. Ach nein, das kann nicht sein.
Schwimmt die Kirche auf der Welle des Papsthypes? Denken sie nun, alle Welt will plötzlich katholisch werden? Oder ist das Gegenteil der Fall. Ist es so schlecht um diese Kirche bestellt, dass sie nun zu allen Mitteln greift? Ist es nur ein Marketingtrick? Bekommen wir zur Kommunion noch was dazu? Vielleicht ein Generalablass? Oder ein nettes Plätzchen im Paradies? Eine Papstaudienz?
Nee danke, ich stelle mir den christlichen Himmel doch sehr langweilig vor. Wer will schon den lieben langen Tag nur frohlocken? Klingt sehr unspannend und vor allem immer unter der totalen Kontrolle sämtlicher Heiligen.
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Donnerstag, Juni 01, 2006
fliegenfischers glück

Ganz Deutschland versank am Wochenende im Regen? Nur ein kleiner unbeugsamer Küstenstreifen in Steinberg leistete Widerstand. Und dann auch noch der perfekte Sonnenuntergang.
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fliegenfischen
Dienstag, Mai 30, 2006
verdammt, wohin will mein arm?
Das kommt davon. Da läßt man sich mit einem Fliegenfischer ein und schon hat man den Leinensalat und möchte vor Scham im Sandboden versinken. Nicht, dass ich jemals angenommen hätte, diese abgedrehte Art Fische zu fangen, sei einfach, aber in der Realität ist es noch schwieriger, als vermutet. Also: Die Rute in die Hand, ist ja nicht schwer das Ding, mit dem die fischen. (Wichtig: Fischen nicht Angeln!)Das ist geschafft. Nur diese vermaledeite Bewegung will nicht klappen. Was so einfach aussieht, ist doch unheimlich kompliziert. Und diese Leine oder Schnur oder was auch immer will nun partout nicht dahin, wo sie hin soll. Handgelenk steif, locker aus der Schulter...nix da - ich sehe wohl eher aus, wie ein Alien auf Landgang. Und diese unglaublich fließende Bewegung, mit der der versierte Fliegenfischer dann acuh noch seine Schnur handelt, ist in Lichtjahren nicht zu denken. Meine Schulter fühlt sich eher wie ein rotierendes Kugelgelenk an, meine Hand möchte wieder die Buchseiten umblättern.
Aber: Es macht Spaß. Wirklich. Bis ich irgendwann mal annähernd so locker, wie diese Typen in Fliegenfischers Kultfilm durch den Bach tanze, bin ich endgültig grauhaarig, aber was solls. Mal sehen, wo es hier den nächsten Kurs gibt.
Aber: Es macht Spaß. Wirklich. Bis ich irgendwann mal annähernd so locker, wie diese Typen in Fliegenfischers Kultfilm durch den Bach tanze, bin ich endgültig grauhaarig, aber was solls. Mal sehen, wo es hier den nächsten Kurs gibt.
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fliegenfischen
überleben in wismar


Trotz allem ist auch in Wismar noch Überleben möglich. Der Künstler Alfred Heth, den ich kurz nach der Wende kennenlernte, probt noch immer täglich den Kampf gegen Bisky-Bildchen und Neo Rauch. Angesichts der völligen Marktorientiertung dessen,was sich heute oft so zeitgenössische Kunst nennt, ein heftiges Unterfangen. Hier das Bild, an dem er zur Zeit arbeitet: Fische, genauer eine Meerforelle.
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back in wismar
Ich gebe es zu: Ich bin ein Wessi. Aufgewachsen im tiefsten Westen, in Bonn, ist für mich einfach alles, was auf der "schäl Sick" liegt, also auf der falschen, der rechten Rheinseite, schon mal "Osten". Ich gebe auch zu, dass ich vor elf Jahren von der Existenz Lippstadts keinen blassen Schimmer hatte. Meine innere Kartographie war sehr einfach: Bonn, das Zentrum der zivilisierten Welt, Köln als heimliche Hauptstadt Deutschlands, dann die schäl Sick (Da fährt man nicht hin, das kennt man nicht, da wohnt man nicht, das ist igitt. Der Rhein ist eine natürliche Grenze und kein echter Rheinländer würde das abstreiten.): also das Bergische, Ruhrgebiet und so und dann kommt Dortmund. Hinter Dortmund ist die Welt ja zu Ende, also mit Brettern zugenagelt. Irgendwann kommt dann Hannover als Vorort und dann direkt Berlin.
Ich mußte dann lernen, dass es auch so etwas wie Westfalen gibt, sogar Ostwestfalen, von Harry R. liebevoll Falen genannt; ja heute lebe ich im westlichen Ostwestfalen - muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Aber das ist ein anderes Thema.
Damals, am Ende der eindeutigen Weltordnung, also zur Wende, war ich dann das erste mal im Osten, in der "Zone", wie meine Exschwiegermutter es immer nannte. Und noch dazu in Wismar. Die Assoziationen sind klar: Grau, Ratten, Kinski - "Meister, die Ratten..."- Hanse. Und damals war Wismar auch noch so. Wunderbar grau, herrlich morbide und verfallen. Und heute: Ein Schock in Vanille und Rosa. Gruselig. Müssen die denn alles kaputt renovieren? Muß alles im Einheitsabricot daher kommen? Die Fußgängerzone im kuscheligen Hellgrau, die Fassaden reizend pastellig getönt. Und erst der Hafen. Da kann ich ja gleich ins Disneyland fahren. Da fällt mir auf: Die Japaner waren auch schon da und knipsten begeistert die völlig verunstaltete Stadt.
Klar, die haben auch definitiv keinen Geschmack. In dieser Stadt kann man höchstens noch Rosamunde Pilcher verfilmen.
Ich mußte dann lernen, dass es auch so etwas wie Westfalen gibt, sogar Ostwestfalen, von Harry R. liebevoll Falen genannt; ja heute lebe ich im westlichen Ostwestfalen - muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Aber das ist ein anderes Thema.
Damals, am Ende der eindeutigen Weltordnung, also zur Wende, war ich dann das erste mal im Osten, in der "Zone", wie meine Exschwiegermutter es immer nannte. Und noch dazu in Wismar. Die Assoziationen sind klar: Grau, Ratten, Kinski - "Meister, die Ratten..."- Hanse. Und damals war Wismar auch noch so. Wunderbar grau, herrlich morbide und verfallen. Und heute: Ein Schock in Vanille und Rosa. Gruselig. Müssen die denn alles kaputt renovieren? Muß alles im Einheitsabricot daher kommen? Die Fußgängerzone im kuscheligen Hellgrau, die Fassaden reizend pastellig getönt. Und erst der Hafen. Da kann ich ja gleich ins Disneyland fahren. Da fällt mir auf: Die Japaner waren auch schon da und knipsten begeistert die völlig verunstaltete Stadt.
Klar, die haben auch definitiv keinen Geschmack. In dieser Stadt kann man höchstens noch Rosamunde Pilcher verfilmen.
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Montag, Mai 22, 2006
montagmorgengedanken
was ist das nur für ein Land, in dem morgens um Acht schon Gewitter runterkommen? Und das auch noch Montags? Wo Montage doch eh die schiere Katastrophe sind. Prinzipiell verschwinden die Milchtüten aus dem Kühlschrank, jeder Brotrest diffundiert urplötzlich ins Bio-Nirwana, leere Aufschnittpapierchen vermehren sich im Kühlfach - ist so ähnlich, wie mit den einzelnen Socken, die im Loch im Raum-Zeit-Kontinuum verschwinden, das sich neben der Waschmaschine befindet.
Irgendwo in einem Paralleluniversum muß es einen Planeten geben, auf dem sich alle die einzelnen Socken befinden, die hier durch die besagten Löcher verschwinden. Vielleicht gibt es ja auch Aliens, die sich von solchen Socken ernähren? Oder es handelt sich um eine gigantische Energiequelle - also die Socken -, die hier auf der Erde von uns, ohne, dass wir es wissen, für Aliens angebaut wird? Oder wandern die Socken einfach von Waschmaschine zu Waschmachine? Ich werde mal meine Freundinnen fragen. Möglicherweise ist in ihren Wäschebütten ja genau die Socke gelandet, die ich schon ewig vermisse. Es könnte auch sein, dass Socken die wahren Beherrscher dieser Welt sind. Teil einer gigantischen Verschwörung, gesteuert vom großen Spaghetti-Gott.
Aber wo sind die Feuerzeuge, die auch immer verschwinden? Handelt es sich wirklich um Einwegprodukte, die einfach ihre ganze Existenz lang wandern? Immer die Einbahnstraße der Hosentaschen, Rucksäcke und Beutel entlang? Man sollte mal einen Aufkleber auf einem solchen Teil anbringen mit Telephonnummer. Wer weiß, wo die Dinger landen. Also, falls ihr in nächster Zeit über ein solches Feuerzeug stolpert, es in irgendeiner Kneipe oder einem Club auflest, schaut genau hin und ruft die Nummer an.
Irgendwo in einem Paralleluniversum muß es einen Planeten geben, auf dem sich alle die einzelnen Socken befinden, die hier durch die besagten Löcher verschwinden. Vielleicht gibt es ja auch Aliens, die sich von solchen Socken ernähren? Oder es handelt sich um eine gigantische Energiequelle - also die Socken -, die hier auf der Erde von uns, ohne, dass wir es wissen, für Aliens angebaut wird? Oder wandern die Socken einfach von Waschmaschine zu Waschmachine? Ich werde mal meine Freundinnen fragen. Möglicherweise ist in ihren Wäschebütten ja genau die Socke gelandet, die ich schon ewig vermisse. Es könnte auch sein, dass Socken die wahren Beherrscher dieser Welt sind. Teil einer gigantischen Verschwörung, gesteuert vom großen Spaghetti-Gott.
Aber wo sind die Feuerzeuge, die auch immer verschwinden? Handelt es sich wirklich um Einwegprodukte, die einfach ihre ganze Existenz lang wandern? Immer die Einbahnstraße der Hosentaschen, Rucksäcke und Beutel entlang? Man sollte mal einen Aufkleber auf einem solchen Teil anbringen mit Telephonnummer. Wer weiß, wo die Dinger landen. Also, falls ihr in nächster Zeit über ein solches Feuerzeug stolpert, es in irgendeiner Kneipe oder einem Club auflest, schaut genau hin und ruft die Nummer an.
Freitag, Mai 19, 2006
erziehungsverpflichtete
Vorweg: ich hasse Kinder! Sie schreien, trampeln auf meinen Nerven herum, stellen oft dämliche Fragen, prügeln, labern bei Star Wars dazwischen, brauchen Jahrzehnte, bis sie halbwegs selbständig sind. Bis es soweit ist, zerstören sie die Wohnungseinrichtung, stören mein Sexleben, kosten einen Haufen Kohle und mich meinen festen Job.
Aber: ich liebe meinen Sohn. Er ist wunderbar. Intelligent, sozial kompatibel, liebt Star Wars und Batman, nervt meine Freunde und nicht mich. Und wenn er mich mit seinen dunklen Kulleraugen anschaut und "Mama, ich hab dich soooo lieb!" murmelt, dann schmelze ich dahin.
Noch mehr hasse ich jedoch die Menschen, die meinen, sich von berufswegen permanent in private Bereiche - sprich Kinderhaltung- einmischen zu dürfen. Besonders Lehrer und Familienpolitiker.
Wenn ich das schon höre: "Die Eltern sind schuld an der Bildungsmisere. Die Schule kann nicht die Defizite des Elternhauses auffangen." "Die Erziehungsberechtigten müssen.....(dann kommt wahlweise irgendwas)" Einfach gesagt: Als Mutter bin ich sowieso an allem schuld. Das Kind muckt auf - Schuld der Mutter. Es kann immer noch nicht schwimmen - Schuld der Mutter. Es ist müde - Schuld der Mutter. Das Kind ist nicht so, wie andere Kinder - Schuld der Mutter, die hat sich ja getrennt. Was nehme ich mir auch das Recht auf eigene Arbeit und ein eigenes Leben heraus. Mütter haben omnipotent zu sein, immer gut gelaunt, immer im unermüdlichen Einsatz für Pisa und den Staat.
Morgens stehen Mütter strahlend als erste auf, bereiten pfeifend ein biodynamisches Frühstück und Pausenbrot, kontrollieren den Ranzen, wecken die allerliebsten Kinderlein, die das gar nicht wollen. Mütter bleiben immer ruhig, sehen dabei toll aus, bringen die Kids gutgelaut zur Schule, sacken sie da dann Mittags entspannt wieder ein. Das Essen, natürlich ausgewogen, nix da mit Tiefkühlkram, steht fertig auf dem Tisch. Nach ein paar pädagogischen Einheiten mit wertvollen Lerneffekten (Mütter kennen die einschlägige Literatur und bilden sich stets bei der VHS fort)werden die Aufgaben gemacht. Danach noch geübt. Dann setzt der Taxidienst ein: Montags Schwimmen, Dienstags Musikunterricht, Mittwochs Therapeutisches Turnen, Donnerstags Interaktive Spielgruppe oder Schach, Freitags PC-Ag. Abends natürlich ein wertvolles Essen, dabei wird der Tag therapeutisch aufgearbeitet. Wenn die Kinderlein dann vorschriftsmäßig sauber und glücklich im Bettchen liegen und natürlich keinen Terror mehr machen, macht Mutter den Haushalt, dekoriert pädagogisch wertvoll die Bude (ich sage nur: Serviettentechnik, Organzavorhänge, Fensterbildchen), entspannt bei Yoga und Co. Liest noch eben die wichtigsten Publikationen wie "Eltern" etc. Dann opfert sie sich noch fix auf dem Altar der Liebe mit einem roten Schleifchen um den Bauch.
Und was hat Frau davon?
Aber: ich liebe meinen Sohn. Er ist wunderbar. Intelligent, sozial kompatibel, liebt Star Wars und Batman, nervt meine Freunde und nicht mich. Und wenn er mich mit seinen dunklen Kulleraugen anschaut und "Mama, ich hab dich soooo lieb!" murmelt, dann schmelze ich dahin.
Noch mehr hasse ich jedoch die Menschen, die meinen, sich von berufswegen permanent in private Bereiche - sprich Kinderhaltung- einmischen zu dürfen. Besonders Lehrer und Familienpolitiker.
Wenn ich das schon höre: "Die Eltern sind schuld an der Bildungsmisere. Die Schule kann nicht die Defizite des Elternhauses auffangen." "Die Erziehungsberechtigten müssen.....(dann kommt wahlweise irgendwas)" Einfach gesagt: Als Mutter bin ich sowieso an allem schuld. Das Kind muckt auf - Schuld der Mutter. Es kann immer noch nicht schwimmen - Schuld der Mutter. Es ist müde - Schuld der Mutter. Das Kind ist nicht so, wie andere Kinder - Schuld der Mutter, die hat sich ja getrennt. Was nehme ich mir auch das Recht auf eigene Arbeit und ein eigenes Leben heraus. Mütter haben omnipotent zu sein, immer gut gelaunt, immer im unermüdlichen Einsatz für Pisa und den Staat.
Morgens stehen Mütter strahlend als erste auf, bereiten pfeifend ein biodynamisches Frühstück und Pausenbrot, kontrollieren den Ranzen, wecken die allerliebsten Kinderlein, die das gar nicht wollen. Mütter bleiben immer ruhig, sehen dabei toll aus, bringen die Kids gutgelaut zur Schule, sacken sie da dann Mittags entspannt wieder ein. Das Essen, natürlich ausgewogen, nix da mit Tiefkühlkram, steht fertig auf dem Tisch. Nach ein paar pädagogischen Einheiten mit wertvollen Lerneffekten (Mütter kennen die einschlägige Literatur und bilden sich stets bei der VHS fort)werden die Aufgaben gemacht. Danach noch geübt. Dann setzt der Taxidienst ein: Montags Schwimmen, Dienstags Musikunterricht, Mittwochs Therapeutisches Turnen, Donnerstags Interaktive Spielgruppe oder Schach, Freitags PC-Ag. Abends natürlich ein wertvolles Essen, dabei wird der Tag therapeutisch aufgearbeitet. Wenn die Kinderlein dann vorschriftsmäßig sauber und glücklich im Bettchen liegen und natürlich keinen Terror mehr machen, macht Mutter den Haushalt, dekoriert pädagogisch wertvoll die Bude (ich sage nur: Serviettentechnik, Organzavorhänge, Fensterbildchen), entspannt bei Yoga und Co. Liest noch eben die wichtigsten Publikationen wie "Eltern" etc. Dann opfert sie sich noch fix auf dem Altar der Liebe mit einem roten Schleifchen um den Bauch.
Und was hat Frau davon?
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