Freitag, August 28, 2009

Hilfe, die Äpfel kommen



Große Gärten sind ja was Feines - Obst aus eigenem Anbau auch. Aber warum wird alles nur gleichzeitig, also simultan reif?
Meine Küche gleicht einem Bioladen: Äpfel, Äpfel, Gurken, Tomaten, Äpfel.....
Und erschreckenderweise hängt noch genug an den Bäumen. U.a. auch Äpfel....
Was mach ich bloß damit?
Apfelmus - schon kiloweise eingefroren.Apfelkuchen - alle Varianten durch. Apfelgelee - kann ich noch machen.
Vielleicht mal was Pikantes mit Apfel? Schweinefilet mit Äpfeln in Calvados?
Kann man aus Äpfeln eigentlich auch Schnaps machen?
Ich suche dringendst Rezepte - vor allem irgendwas, was länger haltbar ist, sonst haue ich die Bäume alle um.

Und ich mag gar nicht an den Oktober denken: Da drohen die Quitten mit Reife. Tonnenweise Quitten.
Möchte jemand ein paar Schubkarren haben?

Montag, August 17, 2009

Wählen nach Nasenfaktor?



Ein wenig verwundert mich doch die Präsentation der lokalen Kandidaten in meiner heimischen Presse. Die Fotos, wenn sie denn vorhanden, sind hübsch anzusehen: Schön groß, für 40-irgendwas wie mich auch ohne Brille erkennbar (also seniorengerecht) auch nett vierfarbig, aber etwas Entscheidendes fehlt: Was wollen die einzelnen Kanidaten eigtentlich? Warum machen sie Politik? Was sind ihre Ziele, wenn sie welche haben.
Viel Bild - wenig Inhalt.

Warum sollte ich Frau XY wahlen und nicht Herrn 08/15? Weil mit ihre Nse besser gefällt? Weil sie nen tollen Haarschnitt hat? Oder weil der Kandidat aussieht wie der berühmte Mann von der Versicherung? Oder vielleicht eher wie der Persil-Heini aus meiner Kindheit? So ganz eigentlich hätte ich ja gerne in kompakter Form ein bisschen mehr über die Kandidaten erfahren.

Naja, vielleicht geht das alles im Verbreitungsgebiet ja auch einfach nur nach Nasenfaktor und nicht nach Inhalt. Oder es wird nach Erbfolge gewählt....oder nach Konfession....oder nach Straßenzügen....oder nach Beruf....oder einfach nach Partei, egal, wer da seine Nase hinhält......(Wobei: Dann könnte man sich konsequenterweise die Bildchen sparen.)

Aber machen wir das Beste aus diesem Informations-Ungemach:
Wir haben jedenfalls eine neue Samstagsbeschäftigung beim gemeinsamen Frühstück gefunden:
"Kandidaten kreuzen" - funktioniert ähnlich wie Schiffe versenken:
Jeder darf ein Kreuzchen bei dem Kandidaten machen, denn er kennt oder zu kennen glaubt (Manche sehen sich ja unglaublich ähnlich). Wer die meisten Kreuzchen hat, ist Kanzler. (Wird natürlich von einer Kommission geprüft, dennoch kommt es schon mal zum Wahlbetrug) Danach verteilen wir dann noch die Sitze nach Parteizugehörigkeit. Die folgenden Abstimmungen über die Wochenendgestaltung haben so eine ganz neue demokratische Qualität erhalten.

Donnerstag, August 13, 2009

Vorsicht, liebestolle Hündin!

Es ist soweit - aus unserem (manchmal) niedlichen Junghund wird eine (mehr oder minder) ernstzunehmende Hündin mit Hormonschwankungen.



Und wirklich: Es ist grauenvoll.
Ein Bild des Leidens, die personifizierte Anklage - Ohren so weit zurück, wie es eben geht, kummervoller Blick, stundenlanges Sitzen am Fenster, sehnsüchtige Blicke suchen nach begehrenswerten Rüden, hin und wieder ein herzzerreißendes Fiepen - ich könnte sie erwürgen.
Fressen will sie nicht so recht, dafür am liebsten 24 h auf den Schoß, was bei 30 kg Lebendgewicht keine sonderlich gute Idee ist.

Jeder Spaziergang ein Höllenritt, ein Hindernislauf mit einem "Hot Dog" (ich klaue diesen sensationellen Ausdruck mal eben) an einer Laufleine. Jeden Rüden, egal wie groß oder klein, gilt es weiträumig zu umschiffen. Navigation auf höchstem Niveau.

Gestern nutzte ich den beständigen Regen zum Ausgang. Die liebestolle Hündin seufzend und quiekend an der Leine, eilte ich durch Gesekes verwaiste Gassen. Alle fünf Meter eine Pinkelpause, damit nur ja jeder Rüde im Umkreis von 5 Kilometern informiert ist. Und es kam, was kommen musste: Ein recht zwergiger und zerrupfter Rüde taperte in unseren Weg. Leider befand sich am anderen Ende der Leine ein eher uninformierter Halter. "Beißt der etwa?", äußerte der Zweibeiner entrüstet angesichts der merkwürdigen Verrenkungen, die unser wandelndes Hormonpaket vollzog. "Nein, guter Mann, die will ihrem Fiffi an sein Edelteil! Wäre nett, wenn Sie ihren Hund mal beiseite nehmen; wir wollen keine minderjährige Mutter." - Völliges Unverständnis war aus dem Gesicht des Hundehalters zu lesen. Tja, Hundedamen sind nicht sonderlich wählerisch, wenn die Natur ruft. Aber in diesem Falle konnte die Natur brüllen, wie sie wollte. Die Folgen wären katastrophal gewesen. Schon rein optisch.

Das kann man so oder so sehen.....

Es ist erstaunlich, welche Auswirkungen bevorstehende Wahlen auf die Wahrnehmung haben.
So berichtet Stadt TV über die erkleckliche Anzahl von Leerständen in Lippstadt. Leider trifft es nicht mehr nur die Läden in den 1b-Lagen, sondern eben auch eingesessene Geschäfte in der 1a-Lage. Erstaunlich ist auch, wie lange manche Läden schon leerstehen.
Wer nun denkt, dass unsere Kommunalpolitiker nun den Stier bei den Hörnern packen (das wollte ich immer schon mal so formulieren können - hier paßt es), irrt sich. Vielmehr läd die CDU sich einen Jubilator ein, der wunschgemäß vollkommen unzutreffende Lobeshymnen abgibt.

So formuliert dieser Mensch (immerhin Minister) unglaublicherweise:

"Ziel der Stadtentwicklung müsse es sein, insbesondere die City ansehnlicher und wirkungsvoller zu gestalten. „Die Chancen werden in Lippstadt gut genutzt“, stellte der Minister heraus. Zunehmend wichtiger sei es auch, den Zustand der Gebäude zu verbessern, um die Nebenkosten für Energie so niedrig wie möglich zu halten. Wenn man die Flächen zum Verweilen in der Innenstadt verbessere, dann helfe das letztendlich auch dem Einzelhandel. „Das hat man in Lippstadt hervorragend erkannt“, so Lienenkämper."

Welche Chancen werden genutzt? Die zur Verschönerung der Stadt mit Sicherheit nicht.
Ähm, mag ja sein, dass man (wer eigentlich?) in Lippstadt erkannt hat, dass die Innenstadt attraktiver zu gestalten ist, aber wann folgen die notwendigen Handlungen aus dieser Erkenntnis?
Das Folgende macht mich schier sprachlos:

"Der Güterbahnhof sei aktuell eine unansehnliche Brache mit hässlichen Gebäuden. Diesen Bereich städtebaulich aufzuwerten, sei hochintelligent. Deshalb werde das Vorhaben von seinem Ministerium ausdrücklich unterstützt. Aber es sei durchaus schwierig, bei dem Projekt „alles auf die Kette zu kriegen“, räumte Lienenkämper ein. Gute Stadtentwicklung sei auch die Voraussetzung dafür, Arbeitsplätze zu schaffen. „Wir schaffen Infrastruktur für die Menschen“, skizzierte der Minister seine politische Zielsetzung. Deshalb gelte es, die Angebote in der Infrastruktur in Zukunft zu verbessern, sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene und auf dem Wasser."

Oha, wie schon auf Lippstadt-Blog bemerkt, stehen die Chancen für einen Binnenhafen in Lippstadt schlecht. Wir haben ja noch nicht mal eine Kanustation.
Und die Formulierung mit dem "hochintelligent" läßt mich doch schmunzeln. So, wie es in meiner werten Heimatzeitung berichtet wird, hat es fast den Anschein, als wisse der gute Minister gar nicht, was da geplant ist. Fensterlose Megakästen in lebensbejahendem Betongrau sind wohl kaum ein städtebauliche Aufwertung und hier das Wort "Infrastuktur" zu verwenden ist purer Wahlkampfeuphemismus.
Aber es ist halt Wahlkampf und der Mann macht nur seinen Job. Wobei, seinem vollmundigen Wunsch, "dass es in Lippstadt so weitergeht wie bisher", werden sich wohl nicht mehr viele Lippstädter Bürger anschließen.
Hoffen wir mal, dass es eben nicht so weitergeht.

Angriff der Rote Horde

Nein, das war kein guter Sommer, irgendwie. Letzte Woche mutierte mein linker Fuß (für Cineasten) zu einem beachtenswerten Detail eines Zombiefilmes. Alles begann nach einem Ministich von Irgendwas mit einem schrecklichen Juckreiz und endete mit einem erstaunlichen Größenwachstum, roten Flecken, einem Klopfen im Fuß und reichlichen Schmerzen. Natürlich war der Hausarzt meines Vertrauens im Urlaub - klar, wenn ich mal dahin will, ist er nicht da. Also ab zur Vertretung.

Der gute Mediziner war sofort meiner Meinung: Nein, das ist nicht normal. Weder für einen Mücken- oder Bremsenstich, noch für Wespe, Biene und Co. Außerdem wäre mir ein solch großes Vieh an meinem Fuß ja aufgefallen. Als geübter Allergiker kenne ich ja meine Pappenheimer.
Nach gründlicher Begutachtung schrieb er mir flugs ein Rezept für ein Antibiotikum aus ("Da sind Bakterien drin. Die Viecher waschen sich halt nicht die Hände!"), packte noch was gegen die Entzündung, die Schmerzen und für den Kreislauf dazu (mir war schon ganz schwummerig) und begann hingebungsvoll meinen Fuß in einen Verband zu packen.
Ein gemeinsamer Blick in sein Lexikon der Toxikologie gab leider keine erhellende Auskunft.

Zwei Tage (und 8 Tabletten) später konnte ich den Feind enttarnen. Irgendwas stach mich plötzlich in die linke Hand (was haben die bloß mit linken Extremitäten?). Ein Selbstmordkommando, denn Flucht war für den Übeltäter unmöglich - er befand sich in meinem Handschuh.
Nein, es war kein fieses aus Asien importiertes Spinnentier, wie der Arzt schon vermutet hatte, es war eine ganz gewöhnliche rote Gartenameise. Und Massen dieser Viecher haben meinen Garten besetzt.
Oma Wilhelmine hatte doch recht: "Die Roten kommen!" - wenn auch ein wenig spät, aber egal.
Dabei sind meine roten Soldaten ansich wenig furchteinflößend, dafür in der Masse um so hinterhältiger und effektiver.

Es handelt sich um die rote Gartenmeise.:




Lese ich doch bei Wikipedia folgenden erschreckenden Hinweis:

"Wie alle Mitglieder der Knotenameisen (Myrmicinae) sind Arbeiterinnen und Königinnen mit einem Giftstachel ausgestattet, dessen Stich unangenehme Schmerzen verursacht, jedoch normalerweise ungefährlich ist. Eventuell besteht ein Allergierisiko."

Eventuell? Normalerweise ungefährlich? So ein Humbug.
Das ist ein gar garstiges und gefährliches Tier. Ich werde mal Oma Wilhelmine fragen, wie man den Iwan wieder los wird.

Donnerstag, Juli 23, 2009

Skandal bei den Sebastianern? - Man sollte doch wohl die Kirche im Dorf lassen.

Ach, würde ich mich doch nur mehr für das hiesige Schützenwesen interessieren, bekäme ich auch die Provinzskandale eher mit. Ich gestehe: Bis gestern hatte ich nicht die geringste Ahnung, dass beim diesjährigen Schützenfest der Sebastianer irgendwas schief gelaufen ist. Ok, ich war an den heißen Schützentagen nicht da, sondern in Südtirol. Und: Ich bin eine Frau und noch dazu aus dem sonnigen Rheinland zugezogen. Drei Dinge, die meine Unwissenheit begründen - denke ich.

Erst gestern kamen dann auch einige Gerüchte bei mir, sprich in meinem Garten an. Und heute lese ich dann auch davon in meiner geschätzten Heimatzeitung.

Was ist denn da los? Ich kenne mich ja wenig im Schützenwesen aus (für Aufklärung in diesem Brauchtumsbereich wäre ich durchaus dankbar - ich spende auch ein paar Bier. Terminabsprachen erwünscht.), aber offenbar hat jemand irgendwas wichtiges an dem Vogel abgeschossen und wollte dann nicht, wenn ich denn die Formulierung "weiterreichen" richtig verstanden habe. Geht das nicht? Und wenn das nicht geht, wusste der betreffende Schütze das nicht? Ich dachte immer, das wird vorher schon so halbwegs klargemacht, wer überhaupt König und so werden will. Ich habe mir ja sagen lassen, dass sei ein teures Vergnügen.

Auf der Homepage des Schützenvereines erfahre ich dann, das der gute Mann sein Missgeschick furchtbar bedauert und keineswegs dem "designierten" Kronkönigs-"Inhaber" (wie heißt das bloß?) den Spaß verderben wollte. Himmel, kann doch jedem mal passieren, dass was daneben geht - kein Grund ne Welle zu machen. Und dann lese ich schreckensstarr und voller Unverständnis, dass man dem armen Mann nun von verschiedenen Seiten die Hölle deswegen heiß gemacht hat. Von Leserbriefaktionen, wilden Einträgen ins Gästebuch und sogar einer Einmischung der Politik ist die Rede. Vertuschung wurde sogar meiner geliebten Heimatzeitung vorgeworfen (klar, es gibt viel, was da nicht steht, aber das Schützenwesen wird da sehr ernst genommen, ich schwöre) - ähm, ist das nicht alles ein wenig überzogen? Fehler gemacht, eingesehen, entschuldigt - gut iss in diesem Fall. Oder nicht? Ich dachte immer, beim Schützenwesen stehen Gemeinschaft, Brauchtum und auch Spaß im Vordergrund - offensichtlich nehmen die Westfalen das Schützenwesen ernster, als die Rheinländer den Karneval.Und auf diesem Terrain kenn ich mich glücklicherweise wieder richtig gut aus.
Na denn, Geseke, alaaf! Beim nächsten Schützenfest komme ich auch mal. Es müsste mir vorher nur jemand erklären, was wann wo läuft.

Spenden für Frau Schickedanz

Es muss sich was ändern und zwar dringend. Wo kommt unser Land hin, wenn jetzt schon Millionäre beim Aldi shoppen müssen? Wie grausam! Die arme Frau lebt von 500-600 € im Monat. Wie macht die das bloß bei den hohen Nebenkosten für ihre bescheidenen Hütten? Und nun spart sie schon an der Kosmetik und betreibt Gemüseanbau im Garten.
Himmel, wie schlecht geht es unseren Reichen? Ich stelle mir grade vor, wie Frau Schickedanz morgens Katzenwäsche betreibt (Die Wasserkosten sind ja astronomisch hoch.), zum Frühstück gibts maximal ein paar Cornflakes bevor sie sich in ihr Outfit von TCM (natürlich aussem Sale)wirft. Später unterweist sie ihre zwei Dutzend Gärtner im Anbau von Kartoffeln und Rüben. Danach saust sie im Porsche zum Aldi um die Sonderangebote abzugreifen, Friseur ist nicht mehr und Klamotten kauft sie sicher bei KIK, ach, was sage ich, die bekommt sie vom Roten Kreuz. Und wenns am Monatsende ganz eng wird, speist die Familie bei der Tafel.

Wie schön, dass es noch Mitmenschen gibt, die angesichts der Wirtschaftskrise ein Herz für notleidende Millionäre haben. Die Quelle-Mitarbeiter sammeln schon Spenden für ihre aufopferungsvolle Chefin.

Mittwoch, Juli 15, 2009

Irrungen und Wirrungen in Lippstadts Baulandschaft

Ok, normalerweise lese ich das kostenlose Anzeigenblättchen ja nicht - zuviel pseudoreißerisches Geschreibsel, Hausfrauenthemen, getürkte Umfragen (wer trifft bitte schön völlig zufällig einen ehemaligen Wasserballtrainer auf der Straße, wenn es um das Kombibad geht?), überflüssige Kolumnen, Schützenfestbilder und überhaupt eigentlich nur Ausschlagmaterial für die Biotonne.

Aber bei der letzten Ausgabe stockte ich beim "Tütenbauen" (Nein, nicht solche Tüten!) und las dann doch den Artikel.

"Südertorcarree in neuer Hand - Rätselraten um Hellenthal" - was ist los? Leider konnte ich im Netz bisher keine näheren Infos finden.

Nach Recherchen des "Wochentip" liegen gegen Herrn Hellenthal diverse Anschuldigungen bis hin zu Haftanordnungen vor. Die Stadt Lippstadt wußte offenbar nichts von diesen Dingen. Wann wissen die eigentlich was? Oder besser: Was wollen sie wann und warum wissen?

Dieses ganze Geschmuddel in der Investorenwelt - offenbar das reinste Raubrittertum - juckt mich nur mäßig, was ich spannend finde, ist die Tatsache, das eben jener Hellenthal das Mattenklodt-Haus gekauft hat. Und genau auf jenem Grundstück soll ja (wir erinnern uns) die berühmte Ellipse, das Showobjekt des Güterbahnhof-Projektes, errichtet werden. Und wir erinnern uns auch, dass eigentlich diese Ellipse das einzig optisch ansprechende Objekt des Betonklotzes ist und dass nur diese Ellipse die Anbindung an die Innenstadt gewährleistet.

Und dabei fällt mir dann auch wieder ein, dass letztens noch meine geschätze Heimatzeitung einen großen euphemistischen Artikel über eben jenes Projekt veröffentlichte, in dem u.a. zu lesen stand, dass der Kauf genau dieses Grundstücks noch sehr in der Schwebe sei. Hingegen berichtet der "Wochentip" unter Angabe einer "sicheren Quelle", dass dieses Haus/Grundstück wieder zum Verkauf stünde.

Sorry, aber nun bin ich doch ein wenig verwirrt.
Wenn ich das richtig verstehe, dann bedeutet die Haftanordnung ja, dass der gute Herr Hellenthal (oder eben seine Firma) irgendwelchen Gläubigern noch ordentlich was schuldet und diese nun gewillt sind, ihre Forderungen notfalls durch Haft durchzusetzen. Und offensichtlich handelt es sich da nicht gerade um Summen in Höhe einer Portokasse.

Was mich auch erstaunt, ist mal wieder das "große Schweigen". Nichts, aber auch gar nichts passiert. Wenn die Stadt schon so mega-engagiert hinter den ganzen Projekten steht, warum erfahren wir nichts? Wo bleibt die Hintergrundrecherche?
Große Jubelartikel, in denen nur irgendwelche Aktenordner präsentiert werden, tragen wenig zur Erhellung der Situation bei.

Sonst heißt es nachher noch: "Patsch, Patsch - ins Wasser gefallen. So haben wir nicht gewettet. Das muss sich ändern." Ich weiß auch schon, an welcher Stelle im Blatt wir das goutieren dürfen.

Dolomiten - Tagblatt der Südtiroler

Als Zeitungsleserin aus Gewohnheit kann ich natürlich auch im Urlaub nicht von den Printmedien lassen. In Südtirol lag die "Dolomiten" auf dem Frühstückstisch. Ich bin ja völlig schmerzfrei, was Zeitungsnamen angeht, daher störte mich das in der Fremde auch nicht.

Und siehe da: Ein erstaunlich modernes und interessantes Blatt. Optisch modern aufgemacht, durchgehend vierfarbig und gut strukturiert. Da könnte sich meine geschätzte Heimatzeitung so einiges abgucken.

Der geneigete Dolomiten-Leser findet auf seiner lokalen Seite (geordnet nach Regionen, Tälern eben) alle Infos, die ihn interessieren könnten: Kultur, Politik, Wirtschaft und den Rest. So gefällt mir das.

Sonntag, Juni 21, 2009

Ich kann Kanzler - besser nicht.....

Eigentlich fand ich die Idee dieser Casting-Show ganz witzig - die Sendung dann leider unglaublich langweilig und geradezu grottenschlecht.

Das Konzept erinnerte an die Eintopfrezepte von Oma:
Kühlschrank auf - rein gucken - los gehts.
Man nehme die üblichen Parteien, mehr Männer als Frauen, knackfrisches Junggemüse (der ach so engagierte Spinner mit der Second-hand-Tapete) und ein bissel was aussen Vorrat (der Ex-Sponti mit dem Piratentuch), dazu dann eine Prise Migrationshintergrund (die schnuckelige Deutsch-Türkin), ein bisschen was fürs Auge (der Pseudoobama), die Würze kommt durch die CSU (der gruselige Neo-Merz), schwitze alles kurz an und fülle mit gekörnter Brühe auf (die völlig belanglose Mutti). Nur nicht zu lange kochen, sonst wirds Matsche. Also vorsichtig umrühren - keine Fragen stellen. Und aufgewärmt schmeckts noch besser.

Aber der Knaller war defintiv die Jury. Allen voran Herr Scherf.
"Warum haben Sie denn noch keine Kinder?", fragt der Bewohner einer Alten-Wg den Polit-Piraten (welch grandios-kritische und gefährliche Frage). Danach schwadroniert der Herr dann über seine Familie und wie weit er beruflich denn in dem Alter schon gekommen sei....sehr schön, Herr Scherf.
Deutschlands Oberlehrer Jauch zieht die Augenbraue hoch und wirft sich in die Schlacht.
Aber natürlich fragt er Herrn Scherf nicht, was denn seine Frau eigentlich in der Zeit gemacht habe, als er an seiner Karriere bastelte....
Was wohl auch: Windeln wechseln, Nasen putzen, Wäsche waschen, Kochen, Saugen....

Mittwoch, Juni 10, 2009

Es wird spannend in Lippstadt - doch kein Stopp in Sachen FH?

Nachdem ich gestern noch sehr irritiert im Westen Antworten auf die drängenden FH-Standort-Fragen suchte, bin ich heute morgen schon etwas schlauer.
Aus Mülheim erfahre ich, dass es wohl doch keinen Stopp der Prohjekt gibt. Ja, was denn nun? Es muss doch irgendwo in diesem Innovationsministerium (was für ein grauenhafter Name) jemanden geben, der da Auskunft erteilen kann.

Ebenso lese ich in meiner geschätzten Heimatzeitung, dass es offenbar bei der Entscheidung für das sehr irdische "Himmelreich" zu einem Alleingang des designierten FH-Rektors gekommen sei.

Wie die SPD (die anscheinend über den Schlachtplattenrand zu schauen in der Lage ist) sehr richtig feststellt, hat es in den politischen Gremien der anderen neuen FH-Standorte durchaus erregte Diskussionen um die eben diese gegeben. Sowas nennt man Demokratie. Wobei ich mich ja frage, ob der neue FH-Rektor in Lippstadt da nicht gemeinsame Sache mit dem noch größten Arbeitgeber der Stadt zu machen gedachte. Es ist ja auch von Stiftungsprofessuren aus der Wirtschaft die Rede. Vielleicht auch eine gute Möglichkeit für ein Unternehmen Arbeitskräfte zu outsourcen. Nach dem Motto: Du willst nicht gehen, na, dann wirste eben Prof.

Aber das nur am Rande.
Schon merkwürdig, dass die Lippstädter Kommunalpolitiker sich stumm die Zügel aus der Hand nehmen lassen. In anderen Städten läuft das kontroverser und engagierter ab. In letzter Zeit erinnern unsere Volksvertreter mich an das berühmte kalb, das sich willenlos zur Schlechtbank führen läßt.Aber wir kennen das ja:

Beim Güterbahnhofprojekt ließ man sich von einem Investor einlullen.Und was ist damit? Irgendwie nix.
Von eben diesem Investor hatte man sich schon beim Cineplexbau vorführen lassen.Dafür hat Lippstadt nun auch endlich einen Bunker.
In Sachen Freibad passiert auch nix.
Lediglich beim Projekt Gesamtschule zeigen die Kommunalpolitiker die Zähne. Warum auch immer.

Dienstag, Juni 09, 2009

Jetzt nun doch keine FH in Lippstadt?

Zunächst lasen wir ja geradezu frenetische Berichte über das neue Allheilmittel "FH" in unserer geschätzten Heimatzeitung: Von einem Anschub für unsere Stadt war da die Rede, von einem neuen Technologiezentrum im Herzen der westfälischen Steppe und auch die synergetischen Effekte (Lippstadts noch größtem Arbeitgeber sei gedankt) wurden gelobt. Alles Friede, Freude, Eierkuchen und endlich mal wieder strahlende Politikergesichter im Blatte. Wie schön, wenn ein Wahljahr so beginnen darf...

Die Diskussion um ein passendes Gelände fand per Ministeriumsabsegnung ein glückliches Ende: Das "Himmelreich" (wobei ich nicht weiß, was an diesem Gelände so himmlisch sein soll) wurde zum neuen Standort ausgerufen.

Und dann der Schock: Alles gestoppt! Die Standorte werden überprüft - das war dann dem Blatte am Samstag zwar nur eine kleine Meldung wert, aber immerhin. Bei Graf Bernhard durften wir dann die Mutmaßungen über die Gründe lesen: Es läge sicher alles an der langen Diskussion um den konkreten Standort in Lippstadt.

Merkwürdig, denn wir hatten ja schon erfahren, dass es da keine Diskussion mehr gäbe. Alles schon erledigt - und das Ministerium nickte dazu.
Also was denn nun? Man kann sich nicht ganz des Eindruckes erwehren, dass die Frage des generellen Standortes (also Lippstadt/Hamm ja oder nein) zu einer Frage des regionalen Standortes degradiert wurde. Vielleicht hat der olle Graf da auch einfach ein Problem mit der Zeitgeschichte - think global, act local - aber nur, wenn die Kasse stimmt.

Wer hoffte nun baldmöglichst über die Hintergründe und vor allem die weitere Entwicklung aufgeklärt zu werden, suchte unsere geschätzte Heimatzeitung lange ab. Aber wer nach Infos sucht, muß einfach nur über den Schlachtplattenrand schauen.
Ein Blick zu den Nachbarn (auch den journalistischen) schafft Abhilfe (übrigens erfährt man auch zum Thema Gesamtschule im Netz durchaus interessante Dinge):

"Ministeriumssprecher Andre´ Zimmermann versuchte gestern, die Entwicklung zu relativieren. „Alle Standorte werden im Interesse des Steuerzahlers objektiv in einem Kriterienkatalog auf Wirtschaftlichkeit und Nutzen geprüft.” Für den Betrieb müsse die beste Lösung gefunden werden. „Das ist an einigen Standorten ein leichter, an anderen ein schwierigerer Prozess.”"

So zu lesen u.a. online bei "Der Westen".

Also werden offensichtlich nicht lächerliche regionale Detailfragen in Düsseldorf (da haben unsere Landtagsabgeordneten auch deutlich Sinnvolleres zu tun) gewälzt, sondern es geht um prinzipielle Fragen, nämlich um Wirtschaftlichkeit von Standorten. Upppps....
Sollte es so sein, dass einigen Abgeordneten nicht ganz klar ist, warum auch noch Lippstadt eine FH haben soll, wenn es doch in Soest schon eine gibt? Sollte es so sein, dass die Kohle nicht so locker sitzt? Immerhin hat NRW noch ein paar Sorgenkinder an der Brust.
Vielleicht gibt es ja auch nicht so viele lokale und finanziell potente Kooperationspartner, wie man uns weiß machen möchte?

Damit sind wir mal wieder bei der bestimmenden Frage: Quo vadis, Lippstadt?
Und warum wird diese doch existenzielle Fragstellung wie schon gewohnt so ins lokaljournalistische Abseits gestellt?

Wobei mir einfällt: Was ist denn nun mit dem Güterbahnhof?

Samstag, Mai 16, 2009

Finger weg von Erasco-Dosen

Vielleicht sollte man (falls man sowas überhaupt isst) in nächster Zeit die Erasco-Dosen besser im Regal stehen lassen. Wer weiß schon noch, was da wirklich drin ist.

Donnerstag, Mai 14, 2009

Beim Ausmisten des Bücherregals....

So, ich bin ja nun angeregt durch den Grundschullehrerverband beim Ausmisten:

Alle Fantasy-Literatur ist schon raus. Alle Verschwörungsthriller (Illuminati und Co.) natürlich auch...bei "Herr der Ringe" habe ich nun erkannt, dass es zutiefst rassistisch ist.

Alle Klassiker von Preussler, Lindgren, Twain, Cooper (Lederstrumpf - igitt), Funke und natürlich sämtliche Starwars-Bände - weg.
Alle Marvel-Comics gleich hinterher. Silversurfer, Batman...ganz schrecklich.

Die Klassiker haben es auch nicht überlebt. Bei der Bibel bin ich noch unschlüssig. Geht das Alte Testament noch durch? Aber auf jeden Fall fliegen sämtliche mittalterlichen Sachen raus: Siegfried auf den Schrotthaufen der politisch unkorrekten Literatur. Parzival, Tristan und Co. gleich hinterher. Und die Edda auch. Ende im Gelände...

Endlich Platz in den Regalen und nur noch politisch korrekte Bücher - also eigentlich nur noch Fachbücher oder eben keine mehr.

Sind Piratengeschichten noch politisch korrekt?

Bei der morgendlichen Lektüre von Spiegel Online widme ich mich auch immer sehr gerne dem Schulspiegel. Hier erfährt man wissenswertes über Deutschlands Schüler und Studenten, über angeblich neue Erziehungsstile (siehe Herr Bueb) oder die drohende Verdummung unserer Hochschulabsolventen.

Was ich aber heute hier lesen musste, hat mich stutzig gemacht.
Vera (Vergleicharbeiten 3.Klasse in Deutsch und Mathe) hat in den vergangenen Tagen wieder zugeschlagen. Viele Eltern können eine Elegie zum Thema dauernde Testungen in der Grundschule schreiben und viele Kinder haben vor lauter Tests und Arbeiten keine regulären Stunden mehr.

Nun, am Dienstag war es soweit: Vera im Fach Deutsch stand an. Die Kiddies bekommen dann einen Text, sollen dazu Verständnisfragen beantworten und selbst einen kleinen Text schreiben . Richtig, es geht um Textverständnis und Rechtschreibfähigkeiten.

In diesem Jahr handelte der Text von Piraten. Wunderbar, dachte ich, naiv wie ich manchmal bin. Immerhin finden Jungs Piraten auch mal cool - eine gute Alternative zu den ständigen pinkfarbenen Lillifee-Texten in den Schulbüchern. Doch was passiert? Der Grundschullehrerverband regt sich auf, der Text sei politisch nicht korrekt. Sowas können man angesichts der Piratenattacken vor Somalia nicht nehmen.

Geht es denen noch gut? Was soll das? Dürfen Kinder keine phantasievollen Abenteuergeschichten mehr lesen? Legen nun Lehrer fest, was geht und was nicht? Wollen die Filme wie "Fluch der Karibik" sofort verbieten? "Schweinchen Babe" als Aggressionspotential für muslimische Kinder?

Ok, mit solchen hanebüchenen Statements kann man natürlich einen ganzen Kanon an Kinder- und Jugendliteratur wegfegen.

Pipi Langstrumpf fördert eine anarchistische Grundhaltung
Michel aus Lönneberga propagiert dissoziale Verhaltensweisen,
Krabat zeigt ein antichristliches, archaisches Weltbild,
Karl May ist frauenfeindlich und geradezu faschistoid,
Moby Dick und Tom Sawyer gehen dann auch nicht mehr, könnten vielleicht Amokläufer inspirieren. Sind eindeutig macho und überhaupt viel zu wild.
Sämtliche Abenteuergeschichten sind politisch völlig unkorrekt, da garantiert gegen das Gender Mainstreaming gerichtet
Raus aus den Regalen mit "Der Kurier des Zaren", den Artusgeschichten, "Ivanhoe".
Zu kritisieren sind natürlich auch Bücher wie "Harry Potter" oder "Tintenherz" (wobei das geht vielleicht noch, weil hier ein Mädel die Hauptperson ist), denn hier werden Kinder auf sträflichste Weise angeregt, in eine Phantasiewelt einzutauchen. Pfui Deibel.
Und bloß die Finger weg von den Klassikern der Weltliteratur: "Faust" geht gar nicht. Ein geiler, alter Bock, der ein junges, unschuldiges Mädel missbraucht. Ekelhaft.Missbrauch.
"Effi Briest" - auch ganz furchtbar. Ein armes, junges, unterdrücktes Ding scheitert an den gesellschaftlichen Normen.Auffiorderung zum Suizid? Ach nee, das ist ja "Emilia Galotti". "Nathan der Weise" gehtn irgendwie auch nicht mehr, könnte ja die Gefühle Andersgläubiger verletzen, also von den Kindern, die z.b. Buddhisten sind.
Und die "Ilias" verstecken wir ganz hinten im Schrank....nicht auszudenken, welchen Schaden das Kind nehmen könnte. Immer diese Kriege....

Sollte solch krudes Gedankengut, wie das des Grundschullehrerverbandes, sich durchsetzen, werden wir hier in Geseke eine kleine subversive Zelle der freien Lektüre gründen. Begeisterte Leser von politisch völlig unkorrekten Büchern sind willkommen.

Mittwoch, Mai 13, 2009

Immer diese unreflektierte Häme....

Der gute Andreas, der auf lippstadt-blog.de am bloggen ist, hat deutliche Tendenzen zum Lokalpatriotismus. Scheint übrigens eine nichtansteckende, aber im westfälischen Niemandsland verbreitete Sache zu sein.
Komischerweise werden hier regionale Grenzen gezogen, die selbst einen Rheinländer neidvoll erblassen lassen. Kann mir mal jemand erklären, warum man schon fast den Eindruck haben muss, Geseke gehöre zu einem anderen Kulturkreis? Wenn ich in Bonn von Jodesberch ins Musikerviertel fahre (Bonner Norden), bin ich länger unterwegs als zwischen Lippstadt und Geseke.

Egal, jedenfalls wäre es durchaus wünschenswert, wenn auch Lippstadt am Anfang eines jeden Jahres in der Lage wäre, eine Printvariante des Veranstaltungskalenders auf den Rathausplatz zu werfen. Dann entstünden solche Veranstaltungsmassierungen, wie sie am kommenden Wochenende mal wieder drohen, erst gar nicht.
Außerdem wundern mich doch manche Eintragungen im Online-Kalender der Stadt. Der arme Mensch spricht offenbar jeden Freitagabend über Harry Potter - und das bis in den September.

Hundeleckereien - Kauhufe und Co.




Was unser Hund hier so hingebungsvoll beknabbert ist tatsächlich ein Kuhhuf. Fährt sie voll drauf ab, bewahrt meinen Schreibtisch vor Kauattacken und hält echt lange - so ein Huf. Nach mehreren Tagen intensiver künstlerischer Auseinandersetzung (im Sinne einer weitestgehenden Reduktion) mit dem Huf bleibt nur noch ein Fitzelchen übrig.




Und Kuhhufe sind noch recht gewöhnlich. Völlig heiß begeht sind diese winzigen Dingerchen:



Einziger Nachteil (wie auch bei Lunge und Co.): Sie stinken unglaublich.

Lob der Provinz

Als Exilbonnerin mit langjähriger Provinzerfahrung in Lippstadt habe ich mich ja bekanntermaßen für einen weiteren Lebensabschnitt durchs Hintertürchen der Provinz in die noch tiefere selbige verzogen.
Wer nun denkt, in Geseke sei alles noch beschaulicher, täuscht sich gewaltig. Nicht nur wird hier permanent etwas geboten, wie die Gösselkirmes, das Hexenstadtfest, der Geseker Freitag, nein, das Ganze ist sogar recht professionell organisiert.

Man höre und staune (und damit meine ich besonders die Lippstädter - kann manchmal nicht schaden): Es gibt in Geseke sogar einen Veranstaltungskalender, in dem wunderfein für jeden Tag des Jahres jedwede Veranstaltung aufgelistet ist. Ok, manches ist nur für Randgruppen von Relevanz(davon gibt es bekanntlich reichlich), aber immerhin, jeder potentielle Veranstalter kann sich so sein Plätzchen suchen. Die Ferientermine sind auch notiert.

Vorbildlich, liebe Geseker! Man braucht zwar ab 35 eine Lesebrille, aber die PDF-Version im Netz ist auch für frühergraute Menschen wie mich gut lesbar.