Wie ich seit heute weiß, ist der Posten eines stellvertretenden Bürgermeisters angesichts der abzuleistenden Repräsentationsstunden bei diversen Veranstaltungen nicht sonderlich lukrativ. Wer will sich schon, wenn er nicht ein grenzenloser Exibitionist ist, die Wochenenden derart vergeigen lassen?
Aber dennoch regt sich Neid oder ist es nur eine Art Reflex? Jedenfalls stellte ich heute morgen bei der Lektüre meiner sehr geschätzten Heimatzeitung fest, dass "Lück inne Porz ze hänge" (für Westfalen: wörtlich bedeutet das "Menschen in die Tür zu hängen" sprich: über Menschen öffentlich herzuziehen) mittlerweile gesellschaftlich goutiert wird. Jedenfalls im ach so katholischen Westfalen. Wie war das doch noch mit dem Splitter im Auge des Anderen und dem Balken? Aber das Wörtchen "christlich" ist offenbar sehr dehnbar.
Es ist sogar möglich, Menschen ganz öffentlich der Gier zu bezichtigen, wobei ich nun angesichts der doch recht mäßigen Entlohnung für die politische Tätigkeit den im Leserbrief vorgeführten Herrn nicht in die Nähe von Ackermann und Konsorten stellen würde. Aber das am Rande.....
Vielmehr irritiert mich,was MGH mir da als Leserbrief verkaufen will? Und vor allem wen als Leser? Nun, für einen Verleger und sei er auch nicht mehr derart aktiv, wie in seinen besten Jahren, sollte es wohl selbstverständlich sein, sein Blatt auch zu lesen. Insofern ist er schon ein Leser, wie ich hoffe.
Doch allen Ernstes für einen derart persönlichen Angriff, der auf Hörensagen beruht und wo es noch dazu um lächerliche, geradezu kleinkrämerliche Summen geht, einen Leserbrief zu fingieren, ist grober Unfug.
Unter "In eigener Sache" wäre diese Verbalattacke auch nicht recht plaziert, immerhin geht es nicht um die "Sache" (und schon mal gar nicht in sachlicher Form), sondern es geht ganz eindeutig um einen einzigen Menschen, der hier öffentlich demontiert werden soll.
Mies, ganz mies.
Wem nützt es?
Der CDU als Partei in Lippstadt gewiss nicht. Solche Schlammschlachten sollten vernünftige Menschen unter sich ausmachen.
Dem Verfasser des "Briefes" vielleicht. Immerhin fühlt er sich, wie ich hoffe, nun besser. Quasi ein therapeutischer Akt.
Der Front um besagten Leserbriefschreiber auch nicht.
Eigentlich hat nur der geneigte und hoffentlich mit Verstand gesegnete Leser etwas davon, nämlich eine Erkenntnis und aus dieser kann er seine Schlüsse ziehen. Nach der Wahl ist vor der Wahl und bald gehts wieder los mit dem Gerangel um die Wählergunst.
Donnerstag, Oktober 29, 2009
Dienstag, Oktober 27, 2009
Die Lippstädter CDU und die Dekonstruktion
Die Folgen der geradezu possenhaften Selbstzerstörung der CDU treiben immer beachtenswertere Blüten. So liest der interessierte Bürger, dass nun die Pöstchen im Lippstädter Stadtrat frei nach dem Prinzip der Reise nach Jerusalem neu besetzt wurden.
Viel spannender ist aber die schon poststrukturalistsch zu nennende Verhaltensweise der CDU. Betrachtet man die CDU nicht als Partei, sondern in einer anderen Funktion als "Gegenstand", der sich selbst thematisiert, drängen sich Assoziationen mit der Dekonstruktion geradezu auf. Kurz zum Auffrischen hier ein Einblick:
"Die Dekonstruktion geht grundsätzlich davon aus, dass die Thematisierung bestimmter Gegenstände (...) andere zugleich ausgrenzt. Anstatt nur auf explizit mitgeteilte Information konzentrieren sich dekonstruktivistische Analysen daher auch und besonders auf diejenigen Faktoren, welche diese Thematisierung erst ermöglichen.(...)Dies ermöglicht dann Fragen zu stellen wie: welche Ausgrenzungs- und Etablierungsmechanismen, welche Strategien des Glaubwürdigmachens, welche hierarchischen Strukturen eines Signifikantengefüges erlauben, das entsprechende materielle Gefüge als sinnhaften Bedeutungsträger zu verstehen und auf eine bestimmte Bedeutung oder „Aussageabsicht“ zu reduzieren? An welche Konstitutionsbedingungen sind die entsprechenden Sinn- und Geltungsansprüche gebunden? Dies kann insbesondere auch Konflikthaftigkeit, Aggressivität, verdeckte Gehalte und Intentionen sichtbar machen."
Tja, treffender kann man die aktuelle Situation eigentlich nicht beschreiben. Im Klartext, die CDU betrachtet sich sozusagen gerade selbst als Gegenstand durch die dekonstruktivistische Brille und enttarnt damit alle diese bekannten Mechanismen: die Ausgrenzungen andersdenkender Mitglieder, die jahrelangen Etablierungstechniken, die Metaebene der politischen Aussagen, die stets verdeckten Strukturen hinter dem Offensichtlichen.
Und leider (oder glücklicherweise) kommen so auch die kleinen, teils miesen Emotionen ans Tageslicht.
Viel spannender ist aber die schon poststrukturalistsch zu nennende Verhaltensweise der CDU. Betrachtet man die CDU nicht als Partei, sondern in einer anderen Funktion als "Gegenstand", der sich selbst thematisiert, drängen sich Assoziationen mit der Dekonstruktion geradezu auf. Kurz zum Auffrischen hier ein Einblick:
"Die Dekonstruktion geht grundsätzlich davon aus, dass die Thematisierung bestimmter Gegenstände (...) andere zugleich ausgrenzt. Anstatt nur auf explizit mitgeteilte Information konzentrieren sich dekonstruktivistische Analysen daher auch und besonders auf diejenigen Faktoren, welche diese Thematisierung erst ermöglichen.(...)Dies ermöglicht dann Fragen zu stellen wie: welche Ausgrenzungs- und Etablierungsmechanismen, welche Strategien des Glaubwürdigmachens, welche hierarchischen Strukturen eines Signifikantengefüges erlauben, das entsprechende materielle Gefüge als sinnhaften Bedeutungsträger zu verstehen und auf eine bestimmte Bedeutung oder „Aussageabsicht“ zu reduzieren? An welche Konstitutionsbedingungen sind die entsprechenden Sinn- und Geltungsansprüche gebunden? Dies kann insbesondere auch Konflikthaftigkeit, Aggressivität, verdeckte Gehalte und Intentionen sichtbar machen."
Tja, treffender kann man die aktuelle Situation eigentlich nicht beschreiben. Im Klartext, die CDU betrachtet sich sozusagen gerade selbst als Gegenstand durch die dekonstruktivistische Brille und enttarnt damit alle diese bekannten Mechanismen: die Ausgrenzungen andersdenkender Mitglieder, die jahrelangen Etablierungstechniken, die Metaebene der politischen Aussagen, die stets verdeckten Strukturen hinter dem Offensichtlichen.
Und leider (oder glücklicherweise) kommen so auch die kleinen, teils miesen Emotionen ans Tageslicht.
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Samstag, Oktober 24, 2009
Weiter so, CDU - Neues von der Bartmann-Salmen-Front
Schon klar, dass nun alles unklar ist - jedenfalls was die neuen Mehrheiten, aktuelle Listen und überhaupt den Lippstädter Stadtrat angeht.
Schon klar, dass da mit Sicherheit viele Köpfe hochrot angelaufen sind.
Auch völlig verständlich, dass die Lippstädter FDP im Moment keine Lust verspürt mit auf dem sinkenden Schiff über die Lippe zu gondeln. Würde ich an deren Stelle ja auch lassen.
"Bernd Neuhoff, Fraktionsvorsitzender der FDP, bestätigt die geplante Listenverbindung mit SPD und Grünen. Da sei es am ehesten möglich, eigene Inhalte durchzusetzen, so sagt er und führt gleichfalls Sach- und Fachkriterien als maßgebend ins Feld. Zwar stehe man grundsätzlich der CDU näher, aber mit Blick auf die momentan so desolate Verfassung der Lippstädter CDU könne man die nicht als verlässlichen Partner sehen, fügt der Sprecher der Liberalen hinzu. Neuhoff: „Das ist ein Sonderfall“. Vorausgegangen seien dieser Entscheidung viele Gespräche mit den anderen Fraktionen."
Sehr nett und auch amüsant sind die möglichen Folgen des CDUinternen Wirrwarrs:
"SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser sprach zwar gegenüber unserer Zeitung von einer „unklaren Gemengelage“. Er hofft aber, dass bei der Ratssitzung am Montag die Überraschung gelingt und die „Ampel-Liste“ zum Zuge kommt - womit dann die CDU, jahrelang die dominierende Kraft im Rathaus, das Nachsehen haben dürfte bei der Besetzung der Bürgermeister-Posten, Rats-Ausschüsse und Aufsichtsräte der städtischen Gesellschaften.
Demnach könnte Sabine Pfeffer (SPD) erste stellvertretende Bürgermeisterin werden - ein Amt, das bislang die CDU als größte Ratsfraktion inne hat. FDP-Chef Dr. Bernd Neuhoff fiele der Vorsitz im wichtigen Planungsausschuss zu (bisher CDU). Und SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser könnte als Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrats Bürgermeister Christof Sommer (CDU) verdrängen."
Ich werde nun nicht behaupten, dass ich Mitleid mit der CDU empfinden. Immerhin sie sich ja den Ast auf dem sie sitzt selbst abgesägt...ach, was rede ich, wohl eher schon den ganzen Stamm. Soviel Blödheit geht ja auf keine Kuhhaut mehr.
Aber völlig daneben ist wohl der Eintrag der guten Hannelore Bartmann-Salmen im Forum meiner geschätzen Heimatzeitung:
"von Hannelore Bartmann-Salmen, am 24.10.09, 12:47 Uhr
Alleine hätte Herr Hammer niemals soviel Unheil für die CDU Lippstadts anrichten können.Darum muss man fairerweise den geistigen Urheber benennen ,der Herrn Hammer instrumentalisiert hat . WILHELM BÖRSKENS ."
Das, mit Verlaub, ist ja nun unterste Schublade! Ich musste ja erst zweimal hingucken, bevor ich die merkwürdige Präsentation des öffentlichen Spießrutenlaufens verstand. Sorry, oder besser kein sorry, das geht nunmal gar nicht und damit hat sich Frau Bartmann-Salmen für mich auch definitiv endgültig ins politische Off geschossen. Hoffentlich bleibt sie da.
Schon klar, dass da mit Sicherheit viele Köpfe hochrot angelaufen sind.
Auch völlig verständlich, dass die Lippstädter FDP im Moment keine Lust verspürt mit auf dem sinkenden Schiff über die Lippe zu gondeln. Würde ich an deren Stelle ja auch lassen.
"Bernd Neuhoff, Fraktionsvorsitzender der FDP, bestätigt die geplante Listenverbindung mit SPD und Grünen. Da sei es am ehesten möglich, eigene Inhalte durchzusetzen, so sagt er und führt gleichfalls Sach- und Fachkriterien als maßgebend ins Feld. Zwar stehe man grundsätzlich der CDU näher, aber mit Blick auf die momentan so desolate Verfassung der Lippstädter CDU könne man die nicht als verlässlichen Partner sehen, fügt der Sprecher der Liberalen hinzu. Neuhoff: „Das ist ein Sonderfall“. Vorausgegangen seien dieser Entscheidung viele Gespräche mit den anderen Fraktionen."
Sehr nett und auch amüsant sind die möglichen Folgen des CDUinternen Wirrwarrs:
"SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser sprach zwar gegenüber unserer Zeitung von einer „unklaren Gemengelage“. Er hofft aber, dass bei der Ratssitzung am Montag die Überraschung gelingt und die „Ampel-Liste“ zum Zuge kommt - womit dann die CDU, jahrelang die dominierende Kraft im Rathaus, das Nachsehen haben dürfte bei der Besetzung der Bürgermeister-Posten, Rats-Ausschüsse und Aufsichtsräte der städtischen Gesellschaften.
Demnach könnte Sabine Pfeffer (SPD) erste stellvertretende Bürgermeisterin werden - ein Amt, das bislang die CDU als größte Ratsfraktion inne hat. FDP-Chef Dr. Bernd Neuhoff fiele der Vorsitz im wichtigen Planungsausschuss zu (bisher CDU). Und SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser könnte als Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrats Bürgermeister Christof Sommer (CDU) verdrängen."
Ich werde nun nicht behaupten, dass ich Mitleid mit der CDU empfinden. Immerhin sie sich ja den Ast auf dem sie sitzt selbst abgesägt...ach, was rede ich, wohl eher schon den ganzen Stamm. Soviel Blödheit geht ja auf keine Kuhhaut mehr.
Aber völlig daneben ist wohl der Eintrag der guten Hannelore Bartmann-Salmen im Forum meiner geschätzen Heimatzeitung:
"von Hannelore Bartmann-Salmen, am 24.10.09, 12:47 Uhr
Alleine hätte Herr Hammer niemals soviel Unheil für die CDU Lippstadts anrichten können.Darum muss man fairerweise den geistigen Urheber benennen ,der Herrn Hammer instrumentalisiert hat . WILHELM BÖRSKENS ."
Das, mit Verlaub, ist ja nun unterste Schublade! Ich musste ja erst zweimal hingucken, bevor ich die merkwürdige Präsentation des öffentlichen Spießrutenlaufens verstand. Sorry, oder besser kein sorry, das geht nunmal gar nicht und damit hat sich Frau Bartmann-Salmen für mich auch definitiv endgültig ins politische Off geschossen. Hoffentlich bleibt sie da.
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Samstag, Oktober 17, 2009
Lippstädter CDU in der Krise?
Wie hinlänglich bekannt, sind die Mehrheitsverhältnisse im Lippstädter Stadtrat recht dürftig. Die CDU musste nach den doch deutlichen Stimmverlusten nach der Kommunalwahl von ihrem sicheren Pölsterchen Abschied nehmen, was bei mir persönlich nur wenig Mitleid hervorrief.
Kurz nach der Bundestagswahl, die - wir wissen - auch nicht gerade so grandios für die Christdemokraten (ich bin ja sicher, dass die in Lippstadt nur gewählt werden, weil sie das Wörtchen "christlich" im Namen führen)ausging, nun der Hammer aus Lippstadt. Vier CDUler erklären sich zu einer neuen Fraktion, machen richtig Wind und holen mal fix zum Rundumschlag aus. Wie passend, dass den Herren ihr Gewissen erst nach der Wahl schlug - da hatten sie ihre Mandate ja in der Tasche, was auch einigen fleißigen Leserbriefschreibern schon aufgefallen ist.
Es geht wohl um "Lagerdenken" um "persönliche Seilschaften" und um den Vorwurf der "Pöstchenschieberei". Himmel, das sind doch alles alte Hüte! In Lippstadt pfeifen es doch die Miniermotten von den Kastanien, was in Sachen CDU seit Generationen läuft. Apropos, Generationen.......spannend in dieser Hinsicht ist ja Folgendes, was hier nachzulesen ist, aber aus verständlichen Gründen nicht den Weg in meine sehr geschätzte Heimatzeitung gefunden hat.
"Nun meldet sich Pressesprecher Siegfried Pfenninger mit den „wahren Hintergründen” zu Wort.
In Wirklichkeit, so Pfenninger in einer Presseerklärung, passe ihnen nicht, dass der mit einer deutlichen Mehrheit gewählte Werner Bresser neuer CDU-Fraktionsvorsitzender ist.
Die CDU-Lippstadt sei jahrzehntelang „von dem ,System Dr. Michael Laumanns'” dominiert worden, geprägt durch Abhängigkeiten und Bevormundungen”. Zuletzt seien die „Strippen” mit Hannelore Bartmann-Salmen, der damaligen CDU-Stadtverbandsvorsitzenden, gezogen worden, „um die CDU mit ihnen wohlgesonnenen Personen auf ihre Linie zu bringen”. "
Das ist ja nun nicht gerade empathisch oder gar diplomatisch und so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass es sich in der Lippstädter CDU offenbar um ein wahrhaft expressionistisches Problem handelt. Arnolt Bronnen (ein doch recht zwielichtiger Autor, das am Rande, aber er passt hier in mehrfacher Hinsicht) forderte: Tötet die Väter. Soviel literaturhistorischen Verstand hätte ich den CDUlern ja gar nicht zugetraut. Immerhin traut sich besagter Herr Pfenniger, von dem übrigens in MGH (meiner geschätzten Heimatzeitung) nicht die Rede war, Ross und Reiter beim Namen zu nennen.
Und was passiert?
Der Bürger steht da und wundert sich.
Frau Bartmann-Salmen bekennt sich als Mobbing-Opfer.
Herr Pfenniger und Herr Hammer haben eigenartige Vorstellungen von Ausgeglichenheit:
"Das Argument „Lagerdenken Kernstadt gegen Ortsteile” mache keinen Sinn: Der im Jahre 2007 gewählte Vorstand des CDU-Stadtverbandes bestehe mehrheitlich aus den Mitgliedern der Ortsunion Lippstadt. Vielmehr sei der Vorstand ausgeglichen besetzt."
Der Kommentator bezeichnet das alles völlig "wertfrei" als Drama.
"Klar dürfte nur soviel sein: Die CDU in LIppstadt erlebt momentan ein ganz trauriges Kapital in ihrer Geschichte...(sic)"
Sorry, aber der politisch halbwegs bewegte Mensch schüttelt da einfach nur noch den Kopf.
Wer sich die Suppe einbrockt, muss sie halt auch auslöffeln. Selbst schuld.
Kurz nach der Bundestagswahl, die - wir wissen - auch nicht gerade so grandios für die Christdemokraten (ich bin ja sicher, dass die in Lippstadt nur gewählt werden, weil sie das Wörtchen "christlich" im Namen führen)ausging, nun der Hammer aus Lippstadt. Vier CDUler erklären sich zu einer neuen Fraktion, machen richtig Wind und holen mal fix zum Rundumschlag aus. Wie passend, dass den Herren ihr Gewissen erst nach der Wahl schlug - da hatten sie ihre Mandate ja in der Tasche, was auch einigen fleißigen Leserbriefschreibern schon aufgefallen ist.
Es geht wohl um "Lagerdenken" um "persönliche Seilschaften" und um den Vorwurf der "Pöstchenschieberei". Himmel, das sind doch alles alte Hüte! In Lippstadt pfeifen es doch die Miniermotten von den Kastanien, was in Sachen CDU seit Generationen läuft. Apropos, Generationen.......spannend in dieser Hinsicht ist ja Folgendes, was hier nachzulesen ist, aber aus verständlichen Gründen nicht den Weg in meine sehr geschätzte Heimatzeitung gefunden hat.
"Nun meldet sich Pressesprecher Siegfried Pfenninger mit den „wahren Hintergründen” zu Wort.
In Wirklichkeit, so Pfenninger in einer Presseerklärung, passe ihnen nicht, dass der mit einer deutlichen Mehrheit gewählte Werner Bresser neuer CDU-Fraktionsvorsitzender ist.
Die CDU-Lippstadt sei jahrzehntelang „von dem ,System Dr. Michael Laumanns'” dominiert worden, geprägt durch Abhängigkeiten und Bevormundungen”. Zuletzt seien die „Strippen” mit Hannelore Bartmann-Salmen, der damaligen CDU-Stadtverbandsvorsitzenden, gezogen worden, „um die CDU mit ihnen wohlgesonnenen Personen auf ihre Linie zu bringen”. "
Das ist ja nun nicht gerade empathisch oder gar diplomatisch und so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass es sich in der Lippstädter CDU offenbar um ein wahrhaft expressionistisches Problem handelt. Arnolt Bronnen (ein doch recht zwielichtiger Autor, das am Rande, aber er passt hier in mehrfacher Hinsicht) forderte: Tötet die Väter. Soviel literaturhistorischen Verstand hätte ich den CDUlern ja gar nicht zugetraut. Immerhin traut sich besagter Herr Pfenniger, von dem übrigens in MGH (meiner geschätzten Heimatzeitung) nicht die Rede war, Ross und Reiter beim Namen zu nennen.
Und was passiert?
Der Bürger steht da und wundert sich.
Frau Bartmann-Salmen bekennt sich als Mobbing-Opfer.
Herr Pfenniger und Herr Hammer haben eigenartige Vorstellungen von Ausgeglichenheit:
"Das Argument „Lagerdenken Kernstadt gegen Ortsteile” mache keinen Sinn: Der im Jahre 2007 gewählte Vorstand des CDU-Stadtverbandes bestehe mehrheitlich aus den Mitgliedern der Ortsunion Lippstadt. Vielmehr sei der Vorstand ausgeglichen besetzt."
Der Kommentator bezeichnet das alles völlig "wertfrei" als Drama.
"Klar dürfte nur soviel sein: Die CDU in LIppstadt erlebt momentan ein ganz trauriges Kapital in ihrer Geschichte...(sic)"
Sorry, aber der politisch halbwegs bewegte Mensch schüttelt da einfach nur noch den Kopf.
Wer sich die Suppe einbrockt, muss sie halt auch auslöffeln. Selbst schuld.
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Sonntag, Oktober 04, 2009
Hagen Rether - ein Zyniker?
Ein bisschen gefälliger ist er geworden: Heller Anzug statt schwarzem Sargträgeroutfit, keine Armbinde mehr, dafür ein blitzender Ring an der rechten Hand. Ein bisschen grauer ist er auch geworden, aber nicht altersmilde - wäre auch mit noch nicht ganz 40 etwas zu früh. Wobei: Andere haben in dem Alter schon ihre Memoiren schreiben (und auch lesen) lassen.
Was treibt den Mann nur an, in irgendeiner Stadt in der westfälischen Provinz, die bekanntermaßen schwärzer ist, als die Nacht, aufzutreten? Ist mit auch egal - ich habe mich gefreut. Nennen wir es Seelenverwandtschaft. Nur: Herr Rether verdient sein Geld damit, solche Klarheiten von sich zu geben. Ok, für ein paar Zuschauer waren seine gnadenlosen Analysen und erschreckend zutreffenden Beobachtungen ein bisschen viel - die sind dann halt gegangen.
Ganz so bitter scharfzüngig, wie in den ersten Jahren ist er nicht mehr. Die Kritik in meiner oft geschätzten Heimatzeitung heute nennt ihn zynisch, das trifft es nicht. Dann schon eher die Wertung der Süddeutschen, die Rether als Optimisten bezeichnet.
Zynismus und Moral passen nicht zusammen, sind sich sogar spinnefeind. Eben deswegen stimmt ja auch Rethers Satz, dass Wurst im Eigendarm Zynismus pur sei. Wer gut hinhört, dem wird auffallen, dass Herr Rether ein wahrscheinlich zutiefst moralischer Mensch ist. Vom moralischen Standpunkt aus hat er recht, wenn er den Klerikern ihre amoralische Haltung vorwirft, wenn er das Paradoxon zwischen kirchlicher Lehre und real existentem Katholizismus auf den Punkt bringt.
Ebenso trifft seine Analyse der medialen Welt zu, in der dem achso aufgeklärten Bürger häppchenweise Pseudoskandale kredenzt werden, in der berechtigten Hoffnung, dass die wirklichen Schweinereien im Verborgenen bleiben. Dazu bedarf es keiner Verschwörungstheorie, sondern nur eines wachen Blickes.Und wirklich vielleicht mal Arte und Phoenix nachts um zwei Uhr gucken, kann ich auch nur empfehlen.
Meine geschätze Heimatzeitung reduziert leider Rethers Haltung drastisch, aber um so schmerzfreier:
"Vor ausverkauftem Hause holte Rether zum Rundumschlag aus und ließ kein gutes Haar an den großen Köpfen aus Politik, Medien und Wirtschaft."
Nun von Medienschelte oder Politikerabwatschen war an dem besagten Abend wenig bis nichts zu hören. Viel unangenehmer, wenn überhaupt sind wir selbst schuld an der Misere (wir könnten ja wirklich mal die TAZ lesen, statt mit dem Stern zu verblöden), denn Rether lässt keinen Zweifel daran: "Nur die dümmsten Kälber, wählen ihren Schlachter selber."
Was treibt den Mann nur an, in irgendeiner Stadt in der westfälischen Provinz, die bekanntermaßen schwärzer ist, als die Nacht, aufzutreten? Ist mit auch egal - ich habe mich gefreut. Nennen wir es Seelenverwandtschaft. Nur: Herr Rether verdient sein Geld damit, solche Klarheiten von sich zu geben. Ok, für ein paar Zuschauer waren seine gnadenlosen Analysen und erschreckend zutreffenden Beobachtungen ein bisschen viel - die sind dann halt gegangen.
Ganz so bitter scharfzüngig, wie in den ersten Jahren ist er nicht mehr. Die Kritik in meiner oft geschätzten Heimatzeitung heute nennt ihn zynisch, das trifft es nicht. Dann schon eher die Wertung der Süddeutschen, die Rether als Optimisten bezeichnet.
Zynismus und Moral passen nicht zusammen, sind sich sogar spinnefeind. Eben deswegen stimmt ja auch Rethers Satz, dass Wurst im Eigendarm Zynismus pur sei. Wer gut hinhört, dem wird auffallen, dass Herr Rether ein wahrscheinlich zutiefst moralischer Mensch ist. Vom moralischen Standpunkt aus hat er recht, wenn er den Klerikern ihre amoralische Haltung vorwirft, wenn er das Paradoxon zwischen kirchlicher Lehre und real existentem Katholizismus auf den Punkt bringt.
Ebenso trifft seine Analyse der medialen Welt zu, in der dem achso aufgeklärten Bürger häppchenweise Pseudoskandale kredenzt werden, in der berechtigten Hoffnung, dass die wirklichen Schweinereien im Verborgenen bleiben. Dazu bedarf es keiner Verschwörungstheorie, sondern nur eines wachen Blickes.Und wirklich vielleicht mal Arte und Phoenix nachts um zwei Uhr gucken, kann ich auch nur empfehlen.
Meine geschätze Heimatzeitung reduziert leider Rethers Haltung drastisch, aber um so schmerzfreier:
"Vor ausverkauftem Hause holte Rether zum Rundumschlag aus und ließ kein gutes Haar an den großen Köpfen aus Politik, Medien und Wirtschaft."
Nun von Medienschelte oder Politikerabwatschen war an dem besagten Abend wenig bis nichts zu hören. Viel unangenehmer, wenn überhaupt sind wir selbst schuld an der Misere (wir könnten ja wirklich mal die TAZ lesen, statt mit dem Stern zu verblöden), denn Rether lässt keinen Zweifel daran: "Nur die dümmsten Kälber, wählen ihren Schlachter selber."
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Leben in Geseke
Dienstag, September 22, 2009
Änderung der Verfassung?
Es trifft mich wie der Schlag: Lindgründ (sozusagen Lindwurmgrün) auf schwarz blickt mich Angie an, die Hände in konzentrierter aber bestimmter Geste verschwurbelt. Darüber ein weißen Lettern: Wir wählen die Kanzlerin. Das "Wir" trendgerecht mit den Bundesfarben unterlegt.
Wer bitte, ist denn hier "wir"?
Wer im Politikunterricht aufgepaßt hat, weiß, dass der Bundeskanzler vom Bundestag gewählt wird. (Übrigens wählen auch die Amerikaner ihren Präsidenten nicht direkt.) In Angies Werbefalle heißt das dann doch, dass entweder der Bundestag das Plakat finanziert hat und schon klar bestimmt, wer Bundeskanzler wird, (dann brauchen wir ja nimmer wählen gehen) oder dass das Wahlrecht geändert wurde und irgendwer anders den Bundeskanzler wählt.
Vielleicht soll es ja auch heißen, dass Angie von sich selbst nur noch im pluralis majestatis (ähm, heißt es dann: Frau Bundeskanzler, würdet Ihr bitte....?) spricht und sich schlicht selbst wählt. Möglicherweise hat sie auch eine multiple Persönlichkeit.
Sicher ist jedenfalls, dass ich persönlich nicht gemeint sein kann, dann 1. wähle ich keinesfalls die CDU, 2. sitze ich nicht im Bundestag, 3. lasse ich mir keinesfalls vorschreiben, was ich zu wählen habe und 4. erinnert mich die Farbe des Jäckchens doch zu sehr an Lindwürmer. Und bei Lindwürmern denke ich an grauslige Dinge.
Wer bitte, ist denn hier "wir"?
Wer im Politikunterricht aufgepaßt hat, weiß, dass der Bundeskanzler vom Bundestag gewählt wird. (Übrigens wählen auch die Amerikaner ihren Präsidenten nicht direkt.) In Angies Werbefalle heißt das dann doch, dass entweder der Bundestag das Plakat finanziert hat und schon klar bestimmt, wer Bundeskanzler wird, (dann brauchen wir ja nimmer wählen gehen) oder dass das Wahlrecht geändert wurde und irgendwer anders den Bundeskanzler wählt.
Vielleicht soll es ja auch heißen, dass Angie von sich selbst nur noch im pluralis majestatis (ähm, heißt es dann: Frau Bundeskanzler, würdet Ihr bitte....?) spricht und sich schlicht selbst wählt. Möglicherweise hat sie auch eine multiple Persönlichkeit.
Sicher ist jedenfalls, dass ich persönlich nicht gemeint sein kann, dann 1. wähle ich keinesfalls die CDU, 2. sitze ich nicht im Bundestag, 3. lasse ich mir keinesfalls vorschreiben, was ich zu wählen habe und 4. erinnert mich die Farbe des Jäckchens doch zu sehr an Lindwürmer. Und bei Lindwürmern denke ich an grauslige Dinge.
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Mittwoch, September 02, 2009
Das Ü-Ei-Prinzip
Da sage mal einer, die Provinz habe keine Innovationen zu bieten. Geseke hat das Ü-Ei-Prinzip entwickelt.
Die Vorteile sind klar: Hoher Spaßfaktor, allgemeine Bekanntheit der Funktionsweise, Befriedigung des kindlichen Spieltriebes auch bei Erwachsenen und vor allem: eindeutige und klare Entscheidungen.
Die Funktionsweise ist schnell erklärt:
Schwankt man zwischen zwei Möglichkeiten und kann sich (warum auch immer) so gaaar nicht entscheiden, organisiert man sich fix zwei Ü-Eier, schnuckert die Schoki schnell weg und nutzt diese wunderbaren gelben Plastikgeräte als Prinzip Hoffnung. Strom aus Lippstadt oder doch lieber nicht? Hach......Alkohol in der Öffentlichkeit oder lieber nicht? Ohje....noch schwieriger....Das Ü-Ei-Prinzip macht endgültig Schluss mit elendig langen Diskussionen.
Klingt merkwürdig, ist aber ein genialer Weg wenn es nachher keiner schuld sein will.
Ok, Münze werfen ginge auch, wäre aber nun wirklich nicht so lustig und lecker. Und nicht so gut für die Wirtschaft....also die Ü-Ei-Produktion.
Netter Nebeneffekt: Trifft man viele Entscheidungen auf diese Art, kann man sich als Stadt eine erquickende Sammlung aufbauen, die möglicherweise sogar versilbert werden kann - wenn man lange genug wartet und immer fein auf die Figürchen aufpasst.
Die Vorteile sind klar: Hoher Spaßfaktor, allgemeine Bekanntheit der Funktionsweise, Befriedigung des kindlichen Spieltriebes auch bei Erwachsenen und vor allem: eindeutige und klare Entscheidungen.
Die Funktionsweise ist schnell erklärt:
Schwankt man zwischen zwei Möglichkeiten und kann sich (warum auch immer) so gaaar nicht entscheiden, organisiert man sich fix zwei Ü-Eier, schnuckert die Schoki schnell weg und nutzt diese wunderbaren gelben Plastikgeräte als Prinzip Hoffnung. Strom aus Lippstadt oder doch lieber nicht? Hach......Alkohol in der Öffentlichkeit oder lieber nicht? Ohje....noch schwieriger....Das Ü-Ei-Prinzip macht endgültig Schluss mit elendig langen Diskussionen.
Klingt merkwürdig, ist aber ein genialer Weg wenn es nachher keiner schuld sein will.
Ok, Münze werfen ginge auch, wäre aber nun wirklich nicht so lustig und lecker. Und nicht so gut für die Wirtschaft....also die Ü-Ei-Produktion.
Netter Nebeneffekt: Trifft man viele Entscheidungen auf diese Art, kann man sich als Stadt eine erquickende Sammlung aufbauen, die möglicherweise sogar versilbert werden kann - wenn man lange genug wartet und immer fein auf die Figürchen aufpasst.
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Leben in Geseke
...bis auf Weiteres geschlossen....
Seit gefühlten Monaten trübt der Betrieb einer Kneipe das Geseker Wohlgefühl. Im "Hexenkessel" bietet der Wirt Longdrinks zum Schnapperpreis - und der Laden ist rappelvoll. An sich keine schlechte Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass der Laden überwiegend von Teens frequentiert wird, die sich mit dem Hexentrank ins Koma saufen. Die üblichen Folgeschäden sind in der Innenstadt zu bewundern und spät nachts auch zu hören. Und es ist nicht wirklich witzig, wenn Scheiben eingeschlagen werden, Autos neue Verzierungen erhalten oder sonstige Gegenstände durch die Straßen fliegen.
Andererseits: Wo sollen die Jugendlichen denn hin? Wo können sie sich treffen?
Ehrlichgesagt in Geseke eigentlich nur in Kneipen oder auf der Straße, denn das JUZ ist zu.
"JUZ Geseke zur Zeit geschlossen !
Aus Krankheitsgründen bleibt das Jugendzentrum ab sofort bis auf Weiteres geschlossen.
Eine Wiedereröffnung wird voraussichtlich nicht vor Mitte/Ende September erfolgen."
So steht es im Internet zu lesen.
Es ist schon sehr mopsig, das Hexentreiben zu kritisieren, aber keine Gegenangebote zu machen.
Andererseits: Wo sollen die Jugendlichen denn hin? Wo können sie sich treffen?
Ehrlichgesagt in Geseke eigentlich nur in Kneipen oder auf der Straße, denn das JUZ ist zu.
"JUZ Geseke zur Zeit geschlossen !
Aus Krankheitsgründen bleibt das Jugendzentrum ab sofort bis auf Weiteres geschlossen.
Eine Wiedereröffnung wird voraussichtlich nicht vor Mitte/Ende September erfolgen."
So steht es im Internet zu lesen.
Es ist schon sehr mopsig, das Hexentreiben zu kritisieren, aber keine Gegenangebote zu machen.
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Dienstag, September 01, 2009
Bürgermeisterwahl 2014?
Angesichts des aktuellen Wahlergebnisses darf und muss man sich ja wohl fragen, was passiert wäre, wenn auch das Amt des Bürgermeisters zur Wahl gestanden hätte. 2005 ging es denkbar knapp aus.
Frage: Warum wurde eigentlich der Bürgermeister nicht gewählt? Antwort: Weil die letzte Bürgermeisterwahl innerhalb der laufenden Wahlperiode stattfand. Hmmmm.....
Pikant an der Sache ist: Die Stimme des Bürgermeisters ist genau die eine Stimme, die nun der schwarz-gelben Koalition in Lippstadt das Regieren überhaupt noch ermöglicht.Doppeltes Hmmm....
Frage: Warum wurde eigentlich der Bürgermeister nicht gewählt? Antwort: Weil die letzte Bürgermeisterwahl innerhalb der laufenden Wahlperiode stattfand. Hmmmm.....
Pikant an der Sache ist: Die Stimme des Bürgermeisters ist genau die eine Stimme, die nun der schwarz-gelben Koalition in Lippstadt das Regieren überhaupt noch ermöglicht.Doppeltes Hmmm....
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Interviews mit dem Wahlsieger
Am Wahlabend fand die größte Fete in Lippstadt im "Goldenen Anker" statt. Bereits nach den ersten Hochrechnungen macht sich Partystimmung breit. Gemeinsam mit Stadt-TV wollen wir diesen Abend begleiten. Die etablierten Parteien gucken andernorts in die Röhre - hier ist der Bürger zu finden. Ein grandioser Sieg zeichnet sich ab und entsprechend positiv blicken die Menschen auf die Bildschirme.
Max K. (24) ordert beim Wirt erstmal eine Lage Caipirinha und strahlt glücklich: "Super, mit einem solch tollen Ergebnis hatten wir nicht gerechnet!" - und verschwindet seelig lächelnd im Gewühl. Jede neue Hochrechnung bestätigt den Trend. Nun sind es schon deutlich über 50% - da dürfen die Spitzenkandidaten sich durchaus als Wahlsieger fühlen. Mareike M, (42), Spitzenkandidatin im Bereich Ortsmitte, kämpft sich an der Seite von Heiko D. (53), Zweiter auf der Liste, den Weg durch die begeisterten Anhänger zu unserer Interviewtheke frei. Viele Hände muss sie schütteln, politische Freude klopfen ihr auf die Schulter. Applaus brandet auf. "Yes, we can!" - schallt es aus den Kehlen.
A.: Frau M, herzlichen Glückwunsch zunächst zu dem sehr beachtlichen Ergebnis. Hatten Sie mit einem solchen Erdrutsch bei den etablierten Parteien gerechnet?
M: Danke, vielen Dank. Zunächst möchte ich mich bei meinen Wählern bedanken, die mich in den letzten Wochen engagiert unterstützt haben. Das Ergebnis ist eine deutliche Abmahnung an unsere etablierten Kommunalpolitiker. Viele Menschen in unserer Stadt haben einfach die Nase voll vom generationenlangen Parteienfilz, nichtgehalteten Versprechen und persönlicher Arroganz mancher Volksvertreter. Es wurde Zeit, dass wir auf den Plan treten.
A.: Frau M, besonders die Auseinandersetzung um die zahlreichen Großprojekte in Lippstadt hat ihnen offensichtlich viele Stimmen gebracht. Was ist da passiert?
M.: Nun, der Bürger läßt sich halt nicht mehr verschaukeln. Wir sehen ja, dass in Lippstadt Stillstand statt Fortschritt herrscht. Es nützt auch wenig, wenn in der heimatlichen Presse vollmundige Artikel erscheinen. Der Bürger geht mit offenen Augen durch die Stadt und sieht die Missstände täglich. Schönreden hilft da nichts mehr. Erst wurde lange über das Güterbahnhof-Projekt schwadroniert. Von einmaligen Chancen für Lippstadt war die Rede - und was ist? Nix. (Applaus brandet auf.)
A.: Herr D., auch Ihnen herzlichen Glückwunsch. Sie haben in den letzten Wochen in Ihrem Wahlkampf besonders die Familienpolitik in den Vordergrund gestellt.
D.: Naja, wohl eher das Fehlen politischer Ansätze in diesem Bereich. Gesamtschule - ewig lange Hinhalteparolen und das taktische Aussitzen der Verantwortlichen. Nun die Streitereien über den Standort. Freibad? Allwetterbad? Die Sache hat auch einen Bart bis nach Düsseldorf. Unsere Wähler wollen Fakten und Projekte, die angefaßt werden - vom ewigen Reden wird die Situation nicht besser. Unsere Schulen gleichen einem Trödelmarkt.
A.: Wie sehen Sie die Möglichkeiten ihrer Partei nun gestalterisch einzugreifen?
D.: Wir stehen für Transparenz, schnelles Handeln und Bürgernähe. Politik vom Bürger für den Bürger. Dazu werden einige alte Zöpfe abgeschnitten. Das werden wir nun im Stadtrat umsetzen. Kein Gerede mehr, sondern Taten.
A.: Ich danke Ihnen für die schnelle Einschätzung und das Gespräch. Ihre Partei ist nun zu einer wichtigen Kraft geworden.
Eine neue Hochrechnung kommt herein: Fast 55% - das hätte keiner für möglich gehalten.
Mit dem amtlichen Endergebnis ist klar: Definitiv gewonnen haben die Nichtwähler mit 58% - das kann sich sehen lassen.
Max K. (24) ordert beim Wirt erstmal eine Lage Caipirinha und strahlt glücklich: "Super, mit einem solch tollen Ergebnis hatten wir nicht gerechnet!" - und verschwindet seelig lächelnd im Gewühl. Jede neue Hochrechnung bestätigt den Trend. Nun sind es schon deutlich über 50% - da dürfen die Spitzenkandidaten sich durchaus als Wahlsieger fühlen. Mareike M, (42), Spitzenkandidatin im Bereich Ortsmitte, kämpft sich an der Seite von Heiko D. (53), Zweiter auf der Liste, den Weg durch die begeisterten Anhänger zu unserer Interviewtheke frei. Viele Hände muss sie schütteln, politische Freude klopfen ihr auf die Schulter. Applaus brandet auf. "Yes, we can!" - schallt es aus den Kehlen.
A.: Frau M, herzlichen Glückwunsch zunächst zu dem sehr beachtlichen Ergebnis. Hatten Sie mit einem solchen Erdrutsch bei den etablierten Parteien gerechnet?
M: Danke, vielen Dank. Zunächst möchte ich mich bei meinen Wählern bedanken, die mich in den letzten Wochen engagiert unterstützt haben. Das Ergebnis ist eine deutliche Abmahnung an unsere etablierten Kommunalpolitiker. Viele Menschen in unserer Stadt haben einfach die Nase voll vom generationenlangen Parteienfilz, nichtgehalteten Versprechen und persönlicher Arroganz mancher Volksvertreter. Es wurde Zeit, dass wir auf den Plan treten.
A.: Frau M, besonders die Auseinandersetzung um die zahlreichen Großprojekte in Lippstadt hat ihnen offensichtlich viele Stimmen gebracht. Was ist da passiert?
M.: Nun, der Bürger läßt sich halt nicht mehr verschaukeln. Wir sehen ja, dass in Lippstadt Stillstand statt Fortschritt herrscht. Es nützt auch wenig, wenn in der heimatlichen Presse vollmundige Artikel erscheinen. Der Bürger geht mit offenen Augen durch die Stadt und sieht die Missstände täglich. Schönreden hilft da nichts mehr. Erst wurde lange über das Güterbahnhof-Projekt schwadroniert. Von einmaligen Chancen für Lippstadt war die Rede - und was ist? Nix. (Applaus brandet auf.)
A.: Herr D., auch Ihnen herzlichen Glückwunsch. Sie haben in den letzten Wochen in Ihrem Wahlkampf besonders die Familienpolitik in den Vordergrund gestellt.
D.: Naja, wohl eher das Fehlen politischer Ansätze in diesem Bereich. Gesamtschule - ewig lange Hinhalteparolen und das taktische Aussitzen der Verantwortlichen. Nun die Streitereien über den Standort. Freibad? Allwetterbad? Die Sache hat auch einen Bart bis nach Düsseldorf. Unsere Wähler wollen Fakten und Projekte, die angefaßt werden - vom ewigen Reden wird die Situation nicht besser. Unsere Schulen gleichen einem Trödelmarkt.
A.: Wie sehen Sie die Möglichkeiten ihrer Partei nun gestalterisch einzugreifen?
D.: Wir stehen für Transparenz, schnelles Handeln und Bürgernähe. Politik vom Bürger für den Bürger. Dazu werden einige alte Zöpfe abgeschnitten. Das werden wir nun im Stadtrat umsetzen. Kein Gerede mehr, sondern Taten.
A.: Ich danke Ihnen für die schnelle Einschätzung und das Gespräch. Ihre Partei ist nun zu einer wichtigen Kraft geworden.
Eine neue Hochrechnung kommt herein: Fast 55% - das hätte keiner für möglich gehalten.
Mit dem amtlichen Endergebnis ist klar: Definitiv gewonnen haben die Nichtwähler mit 58% - das kann sich sehen lassen.
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Freitag, August 28, 2009
Hilfe, die Äpfel kommen

Große Gärten sind ja was Feines - Obst aus eigenem Anbau auch. Aber warum wird alles nur gleichzeitig, also simultan reif?
Meine Küche gleicht einem Bioladen: Äpfel, Äpfel, Gurken, Tomaten, Äpfel.....
Und erschreckenderweise hängt noch genug an den Bäumen. U.a. auch Äpfel....
Was mach ich bloß damit?
Apfelmus - schon kiloweise eingefroren.Apfelkuchen - alle Varianten durch. Apfelgelee - kann ich noch machen.
Vielleicht mal was Pikantes mit Apfel? Schweinefilet mit Äpfeln in Calvados?
Kann man aus Äpfeln eigentlich auch Schnaps machen?
Ich suche dringendst Rezepte - vor allem irgendwas, was länger haltbar ist, sonst haue ich die Bäume alle um.
Und ich mag gar nicht an den Oktober denken: Da drohen die Quitten mit Reife. Tonnenweise Quitten.
Möchte jemand ein paar Schubkarren haben?
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Montag, August 17, 2009
Wählen nach Nasenfaktor?

Ein wenig verwundert mich doch die Präsentation der lokalen Kandidaten in meiner heimischen Presse. Die Fotos, wenn sie denn vorhanden, sind hübsch anzusehen: Schön groß, für 40-irgendwas wie mich auch ohne Brille erkennbar (also seniorengerecht) auch nett vierfarbig, aber etwas Entscheidendes fehlt: Was wollen die einzelnen Kanidaten eigtentlich? Warum machen sie Politik? Was sind ihre Ziele, wenn sie welche haben.
Viel Bild - wenig Inhalt.
Warum sollte ich Frau XY wahlen und nicht Herrn 08/15? Weil mit ihre Nse besser gefällt? Weil sie nen tollen Haarschnitt hat? Oder weil der Kandidat aussieht wie der berühmte Mann von der Versicherung? Oder vielleicht eher wie der Persil-Heini aus meiner Kindheit? So ganz eigentlich hätte ich ja gerne in kompakter Form ein bisschen mehr über die Kandidaten erfahren.
Naja, vielleicht geht das alles im Verbreitungsgebiet ja auch einfach nur nach Nasenfaktor und nicht nach Inhalt. Oder es wird nach Erbfolge gewählt....oder nach Konfession....oder nach Straßenzügen....oder nach Beruf....oder einfach nach Partei, egal, wer da seine Nase hinhält......(Wobei: Dann könnte man sich konsequenterweise die Bildchen sparen.)
Aber machen wir das Beste aus diesem Informations-Ungemach:
Wir haben jedenfalls eine neue Samstagsbeschäftigung beim gemeinsamen Frühstück gefunden:
"Kandidaten kreuzen" - funktioniert ähnlich wie Schiffe versenken:
Jeder darf ein Kreuzchen bei dem Kandidaten machen, denn er kennt oder zu kennen glaubt (Manche sehen sich ja unglaublich ähnlich). Wer die meisten Kreuzchen hat, ist Kanzler. (Wird natürlich von einer Kommission geprüft, dennoch kommt es schon mal zum Wahlbetrug) Danach verteilen wir dann noch die Sitze nach Parteizugehörigkeit. Die folgenden Abstimmungen über die Wochenendgestaltung haben so eine ganz neue demokratische Qualität erhalten.
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Donnerstag, August 13, 2009
Vorsicht, liebestolle Hündin!
Es ist soweit - aus unserem (manchmal) niedlichen Junghund wird eine (mehr oder minder) ernstzunehmende Hündin mit Hormonschwankungen.

Und wirklich: Es ist grauenvoll.
Ein Bild des Leidens, die personifizierte Anklage - Ohren so weit zurück, wie es eben geht, kummervoller Blick, stundenlanges Sitzen am Fenster, sehnsüchtige Blicke suchen nach begehrenswerten Rüden, hin und wieder ein herzzerreißendes Fiepen - ich könnte sie erwürgen.
Fressen will sie nicht so recht, dafür am liebsten 24 h auf den Schoß, was bei 30 kg Lebendgewicht keine sonderlich gute Idee ist.
Jeder Spaziergang ein Höllenritt, ein Hindernislauf mit einem "Hot Dog" (ich klaue diesen sensationellen Ausdruck mal eben) an einer Laufleine. Jeden Rüden, egal wie groß oder klein, gilt es weiträumig zu umschiffen. Navigation auf höchstem Niveau.
Gestern nutzte ich den beständigen Regen zum Ausgang. Die liebestolle Hündin seufzend und quiekend an der Leine, eilte ich durch Gesekes verwaiste Gassen. Alle fünf Meter eine Pinkelpause, damit nur ja jeder Rüde im Umkreis von 5 Kilometern informiert ist. Und es kam, was kommen musste: Ein recht zwergiger und zerrupfter Rüde taperte in unseren Weg. Leider befand sich am anderen Ende der Leine ein eher uninformierter Halter. "Beißt der etwa?", äußerte der Zweibeiner entrüstet angesichts der merkwürdigen Verrenkungen, die unser wandelndes Hormonpaket vollzog. "Nein, guter Mann, die will ihrem Fiffi an sein Edelteil! Wäre nett, wenn Sie ihren Hund mal beiseite nehmen; wir wollen keine minderjährige Mutter." - Völliges Unverständnis war aus dem Gesicht des Hundehalters zu lesen. Tja, Hundedamen sind nicht sonderlich wählerisch, wenn die Natur ruft. Aber in diesem Falle konnte die Natur brüllen, wie sie wollte. Die Folgen wären katastrophal gewesen. Schon rein optisch.
Und wirklich: Es ist grauenvoll.
Ein Bild des Leidens, die personifizierte Anklage - Ohren so weit zurück, wie es eben geht, kummervoller Blick, stundenlanges Sitzen am Fenster, sehnsüchtige Blicke suchen nach begehrenswerten Rüden, hin und wieder ein herzzerreißendes Fiepen - ich könnte sie erwürgen.
Fressen will sie nicht so recht, dafür am liebsten 24 h auf den Schoß, was bei 30 kg Lebendgewicht keine sonderlich gute Idee ist.
Jeder Spaziergang ein Höllenritt, ein Hindernislauf mit einem "Hot Dog" (ich klaue diesen sensationellen Ausdruck mal eben) an einer Laufleine. Jeden Rüden, egal wie groß oder klein, gilt es weiträumig zu umschiffen. Navigation auf höchstem Niveau.
Gestern nutzte ich den beständigen Regen zum Ausgang. Die liebestolle Hündin seufzend und quiekend an der Leine, eilte ich durch Gesekes verwaiste Gassen. Alle fünf Meter eine Pinkelpause, damit nur ja jeder Rüde im Umkreis von 5 Kilometern informiert ist. Und es kam, was kommen musste: Ein recht zwergiger und zerrupfter Rüde taperte in unseren Weg. Leider befand sich am anderen Ende der Leine ein eher uninformierter Halter. "Beißt der etwa?", äußerte der Zweibeiner entrüstet angesichts der merkwürdigen Verrenkungen, die unser wandelndes Hormonpaket vollzog. "Nein, guter Mann, die will ihrem Fiffi an sein Edelteil! Wäre nett, wenn Sie ihren Hund mal beiseite nehmen; wir wollen keine minderjährige Mutter." - Völliges Unverständnis war aus dem Gesicht des Hundehalters zu lesen. Tja, Hundedamen sind nicht sonderlich wählerisch, wenn die Natur ruft. Aber in diesem Falle konnte die Natur brüllen, wie sie wollte. Die Folgen wären katastrophal gewesen. Schon rein optisch.
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Hundeleben
Das kann man so oder so sehen.....
Es ist erstaunlich, welche Auswirkungen bevorstehende Wahlen auf die Wahrnehmung haben.
So berichtet Stadt TV über die erkleckliche Anzahl von Leerständen in Lippstadt. Leider trifft es nicht mehr nur die Läden in den 1b-Lagen, sondern eben auch eingesessene Geschäfte in der 1a-Lage. Erstaunlich ist auch, wie lange manche Läden schon leerstehen.
Wer nun denkt, dass unsere Kommunalpolitiker nun den Stier bei den Hörnern packen (das wollte ich immer schon mal so formulieren können - hier paßt es), irrt sich. Vielmehr läd die CDU sich einen Jubilator ein, der wunschgemäß vollkommen unzutreffende Lobeshymnen abgibt.
So formuliert dieser Mensch (immerhin Minister) unglaublicherweise:
"Ziel der Stadtentwicklung müsse es sein, insbesondere die City ansehnlicher und wirkungsvoller zu gestalten. „Die Chancen werden in Lippstadt gut genutzt“, stellte der Minister heraus. Zunehmend wichtiger sei es auch, den Zustand der Gebäude zu verbessern, um die Nebenkosten für Energie so niedrig wie möglich zu halten. Wenn man die Flächen zum Verweilen in der Innenstadt verbessere, dann helfe das letztendlich auch dem Einzelhandel. „Das hat man in Lippstadt hervorragend erkannt“, so Lienenkämper."
Welche Chancen werden genutzt? Die zur Verschönerung der Stadt mit Sicherheit nicht.
Ähm, mag ja sein, dass man (wer eigentlich?) in Lippstadt erkannt hat, dass die Innenstadt attraktiver zu gestalten ist, aber wann folgen die notwendigen Handlungen aus dieser Erkenntnis?
Das Folgende macht mich schier sprachlos:
"Der Güterbahnhof sei aktuell eine unansehnliche Brache mit hässlichen Gebäuden. Diesen Bereich städtebaulich aufzuwerten, sei hochintelligent. Deshalb werde das Vorhaben von seinem Ministerium ausdrücklich unterstützt. Aber es sei durchaus schwierig, bei dem Projekt „alles auf die Kette zu kriegen“, räumte Lienenkämper ein. Gute Stadtentwicklung sei auch die Voraussetzung dafür, Arbeitsplätze zu schaffen. „Wir schaffen Infrastruktur für die Menschen“, skizzierte der Minister seine politische Zielsetzung. Deshalb gelte es, die Angebote in der Infrastruktur in Zukunft zu verbessern, sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene und auf dem Wasser."
Oha, wie schon auf Lippstadt-Blog bemerkt, stehen die Chancen für einen Binnenhafen in Lippstadt schlecht. Wir haben ja noch nicht mal eine Kanustation.
Und die Formulierung mit dem "hochintelligent" läßt mich doch schmunzeln. So, wie es in meiner werten Heimatzeitung berichtet wird, hat es fast den Anschein, als wisse der gute Minister gar nicht, was da geplant ist. Fensterlose Megakästen in lebensbejahendem Betongrau sind wohl kaum ein städtebauliche Aufwertung und hier das Wort "Infrastuktur" zu verwenden ist purer Wahlkampfeuphemismus.
Aber es ist halt Wahlkampf und der Mann macht nur seinen Job. Wobei, seinem vollmundigen Wunsch, "dass es in Lippstadt so weitergeht wie bisher", werden sich wohl nicht mehr viele Lippstädter Bürger anschließen.
Hoffen wir mal, dass es eben nicht so weitergeht.
So berichtet Stadt TV über die erkleckliche Anzahl von Leerständen in Lippstadt. Leider trifft es nicht mehr nur die Läden in den 1b-Lagen, sondern eben auch eingesessene Geschäfte in der 1a-Lage. Erstaunlich ist auch, wie lange manche Läden schon leerstehen.
Wer nun denkt, dass unsere Kommunalpolitiker nun den Stier bei den Hörnern packen (das wollte ich immer schon mal so formulieren können - hier paßt es), irrt sich. Vielmehr läd die CDU sich einen Jubilator ein, der wunschgemäß vollkommen unzutreffende Lobeshymnen abgibt.
So formuliert dieser Mensch (immerhin Minister) unglaublicherweise:
"Ziel der Stadtentwicklung müsse es sein, insbesondere die City ansehnlicher und wirkungsvoller zu gestalten. „Die Chancen werden in Lippstadt gut genutzt“, stellte der Minister heraus. Zunehmend wichtiger sei es auch, den Zustand der Gebäude zu verbessern, um die Nebenkosten für Energie so niedrig wie möglich zu halten. Wenn man die Flächen zum Verweilen in der Innenstadt verbessere, dann helfe das letztendlich auch dem Einzelhandel. „Das hat man in Lippstadt hervorragend erkannt“, so Lienenkämper."
Welche Chancen werden genutzt? Die zur Verschönerung der Stadt mit Sicherheit nicht.
Ähm, mag ja sein, dass man (wer eigentlich?) in Lippstadt erkannt hat, dass die Innenstadt attraktiver zu gestalten ist, aber wann folgen die notwendigen Handlungen aus dieser Erkenntnis?
Das Folgende macht mich schier sprachlos:
"Der Güterbahnhof sei aktuell eine unansehnliche Brache mit hässlichen Gebäuden. Diesen Bereich städtebaulich aufzuwerten, sei hochintelligent. Deshalb werde das Vorhaben von seinem Ministerium ausdrücklich unterstützt. Aber es sei durchaus schwierig, bei dem Projekt „alles auf die Kette zu kriegen“, räumte Lienenkämper ein. Gute Stadtentwicklung sei auch die Voraussetzung dafür, Arbeitsplätze zu schaffen. „Wir schaffen Infrastruktur für die Menschen“, skizzierte der Minister seine politische Zielsetzung. Deshalb gelte es, die Angebote in der Infrastruktur in Zukunft zu verbessern, sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene und auf dem Wasser."
Oha, wie schon auf Lippstadt-Blog bemerkt, stehen die Chancen für einen Binnenhafen in Lippstadt schlecht. Wir haben ja noch nicht mal eine Kanustation.
Und die Formulierung mit dem "hochintelligent" läßt mich doch schmunzeln. So, wie es in meiner werten Heimatzeitung berichtet wird, hat es fast den Anschein, als wisse der gute Minister gar nicht, was da geplant ist. Fensterlose Megakästen in lebensbejahendem Betongrau sind wohl kaum ein städtebauliche Aufwertung und hier das Wort "Infrastuktur" zu verwenden ist purer Wahlkampfeuphemismus.
Aber es ist halt Wahlkampf und der Mann macht nur seinen Job. Wobei, seinem vollmundigen Wunsch, "dass es in Lippstadt so weitergeht wie bisher", werden sich wohl nicht mehr viele Lippstädter Bürger anschließen.
Hoffen wir mal, dass es eben nicht so weitergeht.
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Angriff der Rote Horde
Nein, das war kein guter Sommer, irgendwie. Letzte Woche mutierte mein linker Fuß (für Cineasten) zu einem beachtenswerten Detail eines Zombiefilmes. Alles begann nach einem Ministich von Irgendwas mit einem schrecklichen Juckreiz und endete mit einem erstaunlichen Größenwachstum, roten Flecken, einem Klopfen im Fuß und reichlichen Schmerzen. Natürlich war der Hausarzt meines Vertrauens im Urlaub - klar, wenn ich mal dahin will, ist er nicht da. Also ab zur Vertretung.
Der gute Mediziner war sofort meiner Meinung: Nein, das ist nicht normal. Weder für einen Mücken- oder Bremsenstich, noch für Wespe, Biene und Co. Außerdem wäre mir ein solch großes Vieh an meinem Fuß ja aufgefallen. Als geübter Allergiker kenne ich ja meine Pappenheimer.
Nach gründlicher Begutachtung schrieb er mir flugs ein Rezept für ein Antibiotikum aus ("Da sind Bakterien drin. Die Viecher waschen sich halt nicht die Hände!"), packte noch was gegen die Entzündung, die Schmerzen und für den Kreislauf dazu (mir war schon ganz schwummerig) und begann hingebungsvoll meinen Fuß in einen Verband zu packen.
Ein gemeinsamer Blick in sein Lexikon der Toxikologie gab leider keine erhellende Auskunft.
Zwei Tage (und 8 Tabletten) später konnte ich den Feind enttarnen. Irgendwas stach mich plötzlich in die linke Hand (was haben die bloß mit linken Extremitäten?). Ein Selbstmordkommando, denn Flucht war für den Übeltäter unmöglich - er befand sich in meinem Handschuh.
Nein, es war kein fieses aus Asien importiertes Spinnentier, wie der Arzt schon vermutet hatte, es war eine ganz gewöhnliche rote Gartenameise. Und Massen dieser Viecher haben meinen Garten besetzt.
Oma Wilhelmine hatte doch recht: "Die Roten kommen!" - wenn auch ein wenig spät, aber egal.
Dabei sind meine roten Soldaten ansich wenig furchteinflößend, dafür in der Masse um so hinterhältiger und effektiver.
Es handelt sich um die rote Gartenmeise.:

Lese ich doch bei Wikipedia folgenden erschreckenden Hinweis:
"Wie alle Mitglieder der Knotenameisen (Myrmicinae) sind Arbeiterinnen und Königinnen mit einem Giftstachel ausgestattet, dessen Stich unangenehme Schmerzen verursacht, jedoch normalerweise ungefährlich ist. Eventuell besteht ein Allergierisiko."
Eventuell? Normalerweise ungefährlich? So ein Humbug.
Das ist ein gar garstiges und gefährliches Tier. Ich werde mal Oma Wilhelmine fragen, wie man den Iwan wieder los wird.
Der gute Mediziner war sofort meiner Meinung: Nein, das ist nicht normal. Weder für einen Mücken- oder Bremsenstich, noch für Wespe, Biene und Co. Außerdem wäre mir ein solch großes Vieh an meinem Fuß ja aufgefallen. Als geübter Allergiker kenne ich ja meine Pappenheimer.
Nach gründlicher Begutachtung schrieb er mir flugs ein Rezept für ein Antibiotikum aus ("Da sind Bakterien drin. Die Viecher waschen sich halt nicht die Hände!"), packte noch was gegen die Entzündung, die Schmerzen und für den Kreislauf dazu (mir war schon ganz schwummerig) und begann hingebungsvoll meinen Fuß in einen Verband zu packen.
Ein gemeinsamer Blick in sein Lexikon der Toxikologie gab leider keine erhellende Auskunft.
Zwei Tage (und 8 Tabletten) später konnte ich den Feind enttarnen. Irgendwas stach mich plötzlich in die linke Hand (was haben die bloß mit linken Extremitäten?). Ein Selbstmordkommando, denn Flucht war für den Übeltäter unmöglich - er befand sich in meinem Handschuh.
Nein, es war kein fieses aus Asien importiertes Spinnentier, wie der Arzt schon vermutet hatte, es war eine ganz gewöhnliche rote Gartenameise. Und Massen dieser Viecher haben meinen Garten besetzt.
Oma Wilhelmine hatte doch recht: "Die Roten kommen!" - wenn auch ein wenig spät, aber egal.
Dabei sind meine roten Soldaten ansich wenig furchteinflößend, dafür in der Masse um so hinterhältiger und effektiver.
Es handelt sich um die rote Gartenmeise.:

Lese ich doch bei Wikipedia folgenden erschreckenden Hinweis:
"Wie alle Mitglieder der Knotenameisen (Myrmicinae) sind Arbeiterinnen und Königinnen mit einem Giftstachel ausgestattet, dessen Stich unangenehme Schmerzen verursacht, jedoch normalerweise ungefährlich ist. Eventuell besteht ein Allergierisiko."
Eventuell? Normalerweise ungefährlich? So ein Humbug.
Das ist ein gar garstiges und gefährliches Tier. Ich werde mal Oma Wilhelmine fragen, wie man den Iwan wieder los wird.
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Leben in Geseke
Donnerstag, Juli 23, 2009
Skandal bei den Sebastianern? - Man sollte doch wohl die Kirche im Dorf lassen.
Ach, würde ich mich doch nur mehr für das hiesige Schützenwesen interessieren, bekäme ich auch die Provinzskandale eher mit. Ich gestehe: Bis gestern hatte ich nicht die geringste Ahnung, dass beim diesjährigen Schützenfest der Sebastianer irgendwas schief gelaufen ist. Ok, ich war an den heißen Schützentagen nicht da, sondern in Südtirol. Und: Ich bin eine Frau und noch dazu aus dem sonnigen Rheinland zugezogen. Drei Dinge, die meine Unwissenheit begründen - denke ich.
Erst gestern kamen dann auch einige Gerüchte bei mir, sprich in meinem Garten an. Und heute lese ich dann auch davon in meiner geschätzten Heimatzeitung.
Was ist denn da los? Ich kenne mich ja wenig im Schützenwesen aus (für Aufklärung in diesem Brauchtumsbereich wäre ich durchaus dankbar - ich spende auch ein paar Bier. Terminabsprachen erwünscht.), aber offenbar hat jemand irgendwas wichtiges an dem Vogel abgeschossen und wollte dann nicht, wenn ich denn die Formulierung "weiterreichen" richtig verstanden habe. Geht das nicht? Und wenn das nicht geht, wusste der betreffende Schütze das nicht? Ich dachte immer, das wird vorher schon so halbwegs klargemacht, wer überhaupt König und so werden will. Ich habe mir ja sagen lassen, dass sei ein teures Vergnügen.
Auf der Homepage des Schützenvereines erfahre ich dann, das der gute Mann sein Missgeschick furchtbar bedauert und keineswegs dem "designierten" Kronkönigs-"Inhaber" (wie heißt das bloß?) den Spaß verderben wollte. Himmel, kann doch jedem mal passieren, dass was daneben geht - kein Grund ne Welle zu machen. Und dann lese ich schreckensstarr und voller Unverständnis, dass man dem armen Mann nun von verschiedenen Seiten die Hölle deswegen heiß gemacht hat. Von Leserbriefaktionen, wilden Einträgen ins Gästebuch und sogar einer Einmischung der Politik ist die Rede. Vertuschung wurde sogar meiner geliebten Heimatzeitung vorgeworfen (klar, es gibt viel, was da nicht steht, aber das Schützenwesen wird da sehr ernst genommen, ich schwöre) - ähm, ist das nicht alles ein wenig überzogen? Fehler gemacht, eingesehen, entschuldigt - gut iss in diesem Fall. Oder nicht? Ich dachte immer, beim Schützenwesen stehen Gemeinschaft, Brauchtum und auch Spaß im Vordergrund - offensichtlich nehmen die Westfalen das Schützenwesen ernster, als die Rheinländer den Karneval.Und auf diesem Terrain kenn ich mich glücklicherweise wieder richtig gut aus.
Na denn, Geseke, alaaf! Beim nächsten Schützenfest komme ich auch mal. Es müsste mir vorher nur jemand erklären, was wann wo läuft.
Erst gestern kamen dann auch einige Gerüchte bei mir, sprich in meinem Garten an. Und heute lese ich dann auch davon in meiner geschätzten Heimatzeitung.
Was ist denn da los? Ich kenne mich ja wenig im Schützenwesen aus (für Aufklärung in diesem Brauchtumsbereich wäre ich durchaus dankbar - ich spende auch ein paar Bier. Terminabsprachen erwünscht.), aber offenbar hat jemand irgendwas wichtiges an dem Vogel abgeschossen und wollte dann nicht, wenn ich denn die Formulierung "weiterreichen" richtig verstanden habe. Geht das nicht? Und wenn das nicht geht, wusste der betreffende Schütze das nicht? Ich dachte immer, das wird vorher schon so halbwegs klargemacht, wer überhaupt König und so werden will. Ich habe mir ja sagen lassen, dass sei ein teures Vergnügen.
Auf der Homepage des Schützenvereines erfahre ich dann, das der gute Mann sein Missgeschick furchtbar bedauert und keineswegs dem "designierten" Kronkönigs-"Inhaber" (wie heißt das bloß?) den Spaß verderben wollte. Himmel, kann doch jedem mal passieren, dass was daneben geht - kein Grund ne Welle zu machen. Und dann lese ich schreckensstarr und voller Unverständnis, dass man dem armen Mann nun von verschiedenen Seiten die Hölle deswegen heiß gemacht hat. Von Leserbriefaktionen, wilden Einträgen ins Gästebuch und sogar einer Einmischung der Politik ist die Rede. Vertuschung wurde sogar meiner geliebten Heimatzeitung vorgeworfen (klar, es gibt viel, was da nicht steht, aber das Schützenwesen wird da sehr ernst genommen, ich schwöre) - ähm, ist das nicht alles ein wenig überzogen? Fehler gemacht, eingesehen, entschuldigt - gut iss in diesem Fall. Oder nicht? Ich dachte immer, beim Schützenwesen stehen Gemeinschaft, Brauchtum und auch Spaß im Vordergrund - offensichtlich nehmen die Westfalen das Schützenwesen ernster, als die Rheinländer den Karneval.Und auf diesem Terrain kenn ich mich glücklicherweise wieder richtig gut aus.
Na denn, Geseke, alaaf! Beim nächsten Schützenfest komme ich auch mal. Es müsste mir vorher nur jemand erklären, was wann wo läuft.
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Leben in Geseke
Spenden für Frau Schickedanz
Es muss sich was ändern und zwar dringend. Wo kommt unser Land hin, wenn jetzt schon Millionäre beim Aldi shoppen müssen? Wie grausam! Die arme Frau lebt von 500-600 € im Monat. Wie macht die das bloß bei den hohen Nebenkosten für ihre bescheidenen Hütten? Und nun spart sie schon an der Kosmetik und betreibt Gemüseanbau im Garten.
Himmel, wie schlecht geht es unseren Reichen? Ich stelle mir grade vor, wie Frau Schickedanz morgens Katzenwäsche betreibt (Die Wasserkosten sind ja astronomisch hoch.), zum Frühstück gibts maximal ein paar Cornflakes bevor sie sich in ihr Outfit von TCM (natürlich aussem Sale)wirft. Später unterweist sie ihre zwei Dutzend Gärtner im Anbau von Kartoffeln und Rüben. Danach saust sie im Porsche zum Aldi um die Sonderangebote abzugreifen, Friseur ist nicht mehr und Klamotten kauft sie sicher bei KIK, ach, was sage ich, die bekommt sie vom Roten Kreuz. Und wenns am Monatsende ganz eng wird, speist die Familie bei der Tafel.
Wie schön, dass es noch Mitmenschen gibt, die angesichts der Wirtschaftskrise ein Herz für notleidende Millionäre haben. Die Quelle-Mitarbeiter sammeln schon Spenden für ihre aufopferungsvolle Chefin.
Himmel, wie schlecht geht es unseren Reichen? Ich stelle mir grade vor, wie Frau Schickedanz morgens Katzenwäsche betreibt (Die Wasserkosten sind ja astronomisch hoch.), zum Frühstück gibts maximal ein paar Cornflakes bevor sie sich in ihr Outfit von TCM (natürlich aussem Sale)wirft. Später unterweist sie ihre zwei Dutzend Gärtner im Anbau von Kartoffeln und Rüben. Danach saust sie im Porsche zum Aldi um die Sonderangebote abzugreifen, Friseur ist nicht mehr und Klamotten kauft sie sicher bei KIK, ach, was sage ich, die bekommt sie vom Roten Kreuz. Und wenns am Monatsende ganz eng wird, speist die Familie bei der Tafel.
Wie schön, dass es noch Mitmenschen gibt, die angesichts der Wirtschaftskrise ein Herz für notleidende Millionäre haben. Die Quelle-Mitarbeiter sammeln schon Spenden für ihre aufopferungsvolle Chefin.
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Mittwoch, Juli 15, 2009
Irrungen und Wirrungen in Lippstadts Baulandschaft
Ok, normalerweise lese ich das kostenlose Anzeigenblättchen ja nicht - zuviel pseudoreißerisches Geschreibsel, Hausfrauenthemen, getürkte Umfragen (wer trifft bitte schön völlig zufällig einen ehemaligen Wasserballtrainer auf der Straße, wenn es um das Kombibad geht?), überflüssige Kolumnen, Schützenfestbilder und überhaupt eigentlich nur Ausschlagmaterial für die Biotonne.
Aber bei der letzten Ausgabe stockte ich beim "Tütenbauen" (Nein, nicht solche Tüten!) und las dann doch den Artikel.
"Südertorcarree in neuer Hand - Rätselraten um Hellenthal" - was ist los? Leider konnte ich im Netz bisher keine näheren Infos finden.
Nach Recherchen des "Wochentip" liegen gegen Herrn Hellenthal diverse Anschuldigungen bis hin zu Haftanordnungen vor. Die Stadt Lippstadt wußte offenbar nichts von diesen Dingen. Wann wissen die eigentlich was? Oder besser: Was wollen sie wann und warum wissen?
Dieses ganze Geschmuddel in der Investorenwelt - offenbar das reinste Raubrittertum - juckt mich nur mäßig, was ich spannend finde, ist die Tatsache, das eben jener Hellenthal das Mattenklodt-Haus gekauft hat. Und genau auf jenem Grundstück soll ja (wir erinnern uns) die berühmte Ellipse, das Showobjekt des Güterbahnhof-Projektes, errichtet werden. Und wir erinnern uns auch, dass eigentlich diese Ellipse das einzig optisch ansprechende Objekt des Betonklotzes ist und dass nur diese Ellipse die Anbindung an die Innenstadt gewährleistet.
Und dabei fällt mir dann auch wieder ein, dass letztens noch meine geschätze Heimatzeitung einen großen euphemistischen Artikel über eben jenes Projekt veröffentlichte, in dem u.a. zu lesen stand, dass der Kauf genau dieses Grundstücks noch sehr in der Schwebe sei. Hingegen berichtet der "Wochentip" unter Angabe einer "sicheren Quelle", dass dieses Haus/Grundstück wieder zum Verkauf stünde.
Sorry, aber nun bin ich doch ein wenig verwirrt.
Wenn ich das richtig verstehe, dann bedeutet die Haftanordnung ja, dass der gute Herr Hellenthal (oder eben seine Firma) irgendwelchen Gläubigern noch ordentlich was schuldet und diese nun gewillt sind, ihre Forderungen notfalls durch Haft durchzusetzen. Und offensichtlich handelt es sich da nicht gerade um Summen in Höhe einer Portokasse.
Was mich auch erstaunt, ist mal wieder das "große Schweigen". Nichts, aber auch gar nichts passiert. Wenn die Stadt schon so mega-engagiert hinter den ganzen Projekten steht, warum erfahren wir nichts? Wo bleibt die Hintergrundrecherche?
Große Jubelartikel, in denen nur irgendwelche Aktenordner präsentiert werden, tragen wenig zur Erhellung der Situation bei.
Sonst heißt es nachher noch: "Patsch, Patsch - ins Wasser gefallen. So haben wir nicht gewettet. Das muss sich ändern." Ich weiß auch schon, an welcher Stelle im Blatt wir das goutieren dürfen.
Aber bei der letzten Ausgabe stockte ich beim "Tütenbauen" (Nein, nicht solche Tüten!) und las dann doch den Artikel.
"Südertorcarree in neuer Hand - Rätselraten um Hellenthal" - was ist los? Leider konnte ich im Netz bisher keine näheren Infos finden.
Nach Recherchen des "Wochentip" liegen gegen Herrn Hellenthal diverse Anschuldigungen bis hin zu Haftanordnungen vor. Die Stadt Lippstadt wußte offenbar nichts von diesen Dingen. Wann wissen die eigentlich was? Oder besser: Was wollen sie wann und warum wissen?
Dieses ganze Geschmuddel in der Investorenwelt - offenbar das reinste Raubrittertum - juckt mich nur mäßig, was ich spannend finde, ist die Tatsache, das eben jener Hellenthal das Mattenklodt-Haus gekauft hat. Und genau auf jenem Grundstück soll ja (wir erinnern uns) die berühmte Ellipse, das Showobjekt des Güterbahnhof-Projektes, errichtet werden. Und wir erinnern uns auch, dass eigentlich diese Ellipse das einzig optisch ansprechende Objekt des Betonklotzes ist und dass nur diese Ellipse die Anbindung an die Innenstadt gewährleistet.
Und dabei fällt mir dann auch wieder ein, dass letztens noch meine geschätze Heimatzeitung einen großen euphemistischen Artikel über eben jenes Projekt veröffentlichte, in dem u.a. zu lesen stand, dass der Kauf genau dieses Grundstücks noch sehr in der Schwebe sei. Hingegen berichtet der "Wochentip" unter Angabe einer "sicheren Quelle", dass dieses Haus/Grundstück wieder zum Verkauf stünde.
Sorry, aber nun bin ich doch ein wenig verwirrt.
Wenn ich das richtig verstehe, dann bedeutet die Haftanordnung ja, dass der gute Herr Hellenthal (oder eben seine Firma) irgendwelchen Gläubigern noch ordentlich was schuldet und diese nun gewillt sind, ihre Forderungen notfalls durch Haft durchzusetzen. Und offensichtlich handelt es sich da nicht gerade um Summen in Höhe einer Portokasse.
Was mich auch erstaunt, ist mal wieder das "große Schweigen". Nichts, aber auch gar nichts passiert. Wenn die Stadt schon so mega-engagiert hinter den ganzen Projekten steht, warum erfahren wir nichts? Wo bleibt die Hintergrundrecherche?
Große Jubelartikel, in denen nur irgendwelche Aktenordner präsentiert werden, tragen wenig zur Erhellung der Situation bei.
Sonst heißt es nachher noch: "Patsch, Patsch - ins Wasser gefallen. So haben wir nicht gewettet. Das muss sich ändern." Ich weiß auch schon, an welcher Stelle im Blatt wir das goutieren dürfen.
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leben in lippstadt
Dolomiten - Tagblatt der Südtiroler
Als Zeitungsleserin aus Gewohnheit kann ich natürlich auch im Urlaub nicht von den Printmedien lassen. In Südtirol lag die "Dolomiten" auf dem Frühstückstisch. Ich bin ja völlig schmerzfrei, was Zeitungsnamen angeht, daher störte mich das in der Fremde auch nicht.
Und siehe da: Ein erstaunlich modernes und interessantes Blatt. Optisch modern aufgemacht, durchgehend vierfarbig und gut strukturiert. Da könnte sich meine geschätzte Heimatzeitung so einiges abgucken.
Der geneigete Dolomiten-Leser findet auf seiner lokalen Seite (geordnet nach Regionen, Tälern eben) alle Infos, die ihn interessieren könnten: Kultur, Politik, Wirtschaft und den Rest. So gefällt mir das.
Und siehe da: Ein erstaunlich modernes und interessantes Blatt. Optisch modern aufgemacht, durchgehend vierfarbig und gut strukturiert. Da könnte sich meine geschätzte Heimatzeitung so einiges abgucken.
Der geneigete Dolomiten-Leser findet auf seiner lokalen Seite (geordnet nach Regionen, Tälern eben) alle Infos, die ihn interessieren könnten: Kultur, Politik, Wirtschaft und den Rest. So gefällt mir das.
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Urlaub
Dienstag, Juli 14, 2009
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