Samstag, Dezember 12, 2009

Gute Geschäftsidee

Der früh pubertierende Sproß meines Leibes ist auf dem bestem Wege zu einem erfolgreichen Geschäftsmann. Vor einigen Tagen präsentierte das stimmbruchgeplagte Wesen mir rosafarbene (ok, an der Farbe müssen wir noch arbeiten) Zettelchen mit der Aufschrift "Ticket zum Himmel" (das geht auch nicht, da muss was pseudoenglisches hin). Gibts in zwei Varianten, also XP für den Turboaufstieg und halt Normal für die etwas Geduldigeren. Die XP-Variante ist natürlich auch teurer.
Angefertigt hat Sohnemann diese Tickets im Matheunterricht, als es mal wieder total langweilig war.Und verkauft hat er auch schon welche.......

Ok, die Idee ist nicht neu, aber sie zieht immer noch.

Mittwoch, November 25, 2009

Herbst

Der Herbst ist zu warm, fast schon heiß, die CDU steckt im Winterschlaf.Bei dem Wetter Plätzchen backen - nee, danke.
In Lippstadt gehen finanziell gesehen die Lichter aus - dafür gibt es bald einen neuen Pranger.
In Geseke passiert eigentlich wie immer nix - auch gut.
Wir gehen dann halt mal spazieren.....



Und dabei landen wir regelmäßig im oberen Teil der Pöppelschen, wo die ganzen Sonntagshundeausführer nicht mehr hinkommmen. Schade für sie, gut für uns.



Und da findet man dann auch so herrlich morbide Dinge, wie diese hier:

Samstag, November 21, 2009

Wo soll in Lippstadt der Pranger stehen?

Manchmal ist meine MHG ja echt Gold wert. Kaum wird es stiller um die heimische CVDU, werde ich aus dem beginnenden Winterschlaf geweckt. Fast dachte ich, ein neuer Zombiefilm würde beworben oder ein Serienmörder wäre gestellt: "Ich hoffe, dass ihnen das Blut in den Adern gefriert". Grandios, wirklich absolut umwerfend - das meine ich ernst.

Der Rest ist dann leider wenig erfreulich. Von Schmarotzertum und Ignoranz ist die Rede. Herr Ziems scheint ja mächtig auf Schaum gewesen zu sein wegen seinen Lämpchen. Angesichts der vielen Leerstände in der Stadt verstehe ich ja seine (wohl auch sehr persönliche) Sorge um das Weihnachtsgeschäft. Gestern abend nach dem Kino durfte ich ja die fortschreitende Dekonstruktion der Einkaufsmeile bewundern, doch wildes Umsichbeißen ist da sicher keine LÖsung.

Wenn von 100 Mitgliedern der Organisation über ein Drittel nicht mitmachen will, sollte das doch Herrn Ziems zu denken geben, oder nicht?
Warum wollen die denn nicht? Verdienen die nicht mehr genug? Sind die Mieten zu hoch? haben die keinen Bock mehr auf Werbegemeinschaft? Und wenn ja, warum? Bissi Selbstreflektion wäre manchmal ganz gut, aber es ist halt nicht jedem gegeben.

Am schlimmsten ist jedoch der Leserkommentar, der eine öffentliche Bloßstellung der "Verweigerer" fordert. Ohje, das kann auch mächtig nach hinten losgehen, mal ganz abgesehen davon, dass ich dabei ganz, ganz merkwürdige Gefühle bekomme.

"Kauft nicht bei Schmarotzern" - vielleicht noch kombiniert mit einem Grafitto am Schaufenster: Ein durchgestrichener Weihnachtssstern? Gruselig.

Jubeln erwünscht?

Ja, auch ich habe mir "My Fair Lady" angesehen - die Lippstädter Eigenproduktion mit immensen Vorschußlorbeeren. Und: Es war mein erstes Mal. Die vorhergehenden Inszenierungen kenne ich nicht, also keinerlei Vergleichsmöglichkeiten.Sorry, aber ich fand das alles recht bieder und ein wenig reizlos. Fast schon ein Deja-vu. Wenn schon "Eigenproduktion", dann wäre auch ein wenig "Eigenes" schön gewesen.

Ok, es ist eine Laienaufführung, bei der, so hörte ich, ca. 250 Menschen beteiligt sind. Stimmt das? Keine Ahnung.
Dafür war es ganz beachtlich, wenn auch nicht gerade umwerfend. Die Hauptdastellerin war wirklich gut, ebenso gefielen mir der Higgins und ein paar andere Figuren gut.

Von "Genial gelöst" kann aber wohl kaum die Rede sein. Die recht unmotiviert durcheinander storchenden Massenszenen im ersten Teil fand ich - mit Verlaub - eher überflüssig. Wobei ich ja nun gelesen habe, dass diese Szenen dazu dienen, die Beteiligten möglichst oft der Bühne stehen zu lassen. Hmmm, merkwürdiges Ansinnen. Und von Choreografie war gerade bei den Tanzeinlagen auch nicht wirklich immer was zu spüren. Meganervig fand ich die übertriebene Gestik mancher Darsteller. Das ist nun wirklich altbacken. Manche Gesangseinlagen (ich liebe dieses Wort) haben mich auch nicht vom Hocker gerissen. Andere waren wieder wirklich hörenswert. Aber Schwamm drüber, sind ja Laien und dafür ist es dann ok.

Und dann erscheint in MGH ein sehr wohlwollender, lobender Artikel und was passiert? Nicht etwa freuen sich die Menschen darüber, nein, es wird darüber gemeckert, dass eine winzig kleine Kritik angebracht wird.

Warum habe ich dabei nur ein schales Gefühl? Wahrscheinlich weil dabei Schein und Sein nicht passen wollen. Weil es offenbar nur um frenetisches Durchloben geht. Weil Kritik in keinster Weise erwünscht ist, ja sogar als Angriff gewertet wird.

OK, demnächst sollte wohl einfach auf eine Kritik verzichtet werden. Stattdessen einfach die Namen der Mitmacher auflisten, Bildchen dazu und irgendeine Jubelüberschrift. Gut isses....

Montag, November 09, 2009

Mauerfall als "wetten dass?"-Wette?

Ja, wir zerstreuen uns zu Tode. Und das letzte Zucken wird sicher noch mit dem gelifteten Grinsen des Herrn Gottschalk begleitet...."Wetten, dass sie nun stirbt? Topp, die Wette gilt!" (Kann den nicht mal wer entsorgen?)
"Spielerisch" will diese Inkarnation der klebrig-weichen Volksverdummung den Fall der mauer vor 20 Jahren darstellen, ach, was sage ich: nachempfinden.
Klar, das war ein großer Spaß damals, Haribo war auch dabei und fertigt seitdem Mauerklötzchen, die Heidi Klum sich zwischen die Zehen steckt um selbige in bekannter Art zu lackieren, rein spielerisch.
Dazu vielleicht noch Gitarren-Krampf nach Art der unsäglichen Spielekonsole.
Nee, viel besser, irgendwelche geldgeilen Tenöre intonieren "Freiheit" - ich schalte um.

Mittwoch, November 04, 2009

Vom angeblichen Wählerwillen und möglichen Koalitionen

Ok, gesetzt den Fall ich hätte einen der bösen CDU-Abweichler aus Lippstadt bei der Kommunalwahl gewählt und wäre außerdem nicht über die Abweichabsicht desjenigen informiert gewesen (was insgesamt sehr unwahrscheinlich ist), dann würde ich mich nun auch mächtig verschaukelt fühlen. Sehe ich ein, finde ich auch völlig daneben, was die Jungs da gemacht haben.

Aber aufgrund der neuen politischen Machtverhältnisse nun davon zu reden, dass die Listenverbindung von SPD, FDP und Grünen nicht dem Wählerwillen entspricht, finde ich höchst merkwürdig und undemokratisch.
Ein Blick ins Internet zeigt mir, dass es in Erwitte die CDU auf recht erklecklichen 34,6 % hockt. Die FDP holte 26,4 %. Wenn man das als "gesittete Verhältnisse" beschreiben möchte, gut, ist halt Ansichtssache, aber eben Wählerentscheidung. Normalerweise wählt man ja auch nicht von vorneherein eine Koalition, sondern eine Partei.

Politik braucht Mehrheiten und wenn man diese als Partei nicht alleine beschaffen kann, muss man sich eben nach möglichen Partnern umsehen. ist halt wie im richtigen Leben. Wenn ich das richtig sehe, hätten CDU und FDP es im Lippstädter Rat gemeinsam auf 25 Sitze gebracht - also hätten sie auf jeden Fall die BG gebraucht. Nach der Abspaltung fehlen dann ja wohl 4 Stimmen/Sitze bei der CDU, also sieht die Sache noch böser aus. Klar, 2004 war das noch eine anders, aber so ist es eben mit den Wahlen - wäre ja auch alles einfacher, wenn da nicht der Wähler wäre. Defacto haben im Moment CDU und SPD dieselbe Anzahl Sitze. Hmmm.....

Die Wahlbeteiligung lag bei mageren 42 % - nicht grade der Brüller. Und insgesamt haben nun die bösen Oppositionsparteien auch ein ansehnliches Sümmchen an Stimmen erhalten. Da die FDP aus völlig verständlichen Gründen keinen Bock auf die Zusammenarbeit mit der CDU hatte, suchte sie sich frei nach dem Motto "Andere Mütter haben auch schöne Kinder" halt was Besseres.
Und das ist nach unserem Wahlrecht auch völlig legitim, ja sogar gewollt.Ob es nun so wunderbar ist, dass die gerade die Abweichler und letztlich die Vertreter der "Linken" Zünglein an der Waage spielen dürfen, ist eine andere Frage.

Think positive - die Zeiten gähnend langweiler Durchwinkerei von Entscheidungen im Stadtrat sind vorbei. Und der Wähler kann die nächsten vier Jahre ganz genau hinschauen, wer von den Kommunalpolitikern nun sein Wort hält und wer nur in der letzten Reihe das Sitzungsgeld kassiert. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Montag, November 02, 2009

CDU-Lippstadt - nun wird zurückgeschossen.......

Die Kriegsberichterstattung ist für mich ein neues, jedoch sehr faszinierendes Metier. Der angebliche Neuanfang der CDU nahm am Wochenende fast die gesamte dritte Seite des Lokalsteils meiner geschätzten Heimatzeitung ein. Der Bürger sprach hingegen auf Seite 2. Und auf eben dieser Seite konnte auch der Leserbrief eines CDU-Ortsteil-Politikers zur Kenntnis genommen werden. Jener Herr Luig startete hier eine Offensive über die Flanke. Nur zur Klarheit: Der Mann gehört zum Heer von Herrn Hammer - schließe ich aus seinem Brief.

Nun, der Leserbriefschreiber hat durchaus Recht, wenn er den greisen CDU-"Granden" (wobei ich das ja sehr euphemistisch finde) ein gebetsmühlenartiges Wiederholen der unklaren Kritik an General Hammer vorwirft. Was hat der Mann eigentlich getan? Könnte mir das mal jemand erklären?

Der Hinweis, dass die Abweichler ja unter dem Deckmäntelchen der CDU ihr Mandat erhalten haben, ist auch korrekt. Kommt beim Wähler möglicherweise auch nicht gut an. Aber um den Wähler geht es ja bei diesem Krieg schon lange nicht mehr. Und mit Sicherheit auch nicht mehr um politische Inhalte oder gar um Lippstädter Themen.

Mich beschleicht immer mehr der Verdacht, dass es bei der ganzen Auseinandersetzung niemals um Inhalte oder um politische Fragen ging.
Das Stimmvieh hat seine Schuldigkeit getan. Leider sehr zum Entsetzen der CDU, wie ja auch Hajo Kaiser anmerkte, nicht in der Form, die eigentlich traditionell erwartet wird, aber immerhin. Nun ist der Wähler raus aus der Sache und kann es sich mit Kaffee und Kuchen, zu fortgeschrittener Stunde auch bei dem einen oder anderen Glas Wein, am Schlachtfeldrand gemütlich machen. Feuerschalen und warme Decken sind mitzubringen.
Das erinnert mich nun wieder an "Asterix auf Korsika" wo die sehr sympathischen korsischen Senioren die unvermeidliche Schlacht höchst erhellend kommentieren. In Lippstadt wären dann folgende Dialoge denkbar:

"Ach, guck mal, ist das nicht der kleine Kaster, der Sohn von dem alten Kaster, der da vorbeifliegt?"
"Genau, und da boxt die Hannelore. Die war in der Schule schon so durchsetzungsfähig. Wem haut sie denn auf den Kopf?"
"Das ist doch der kleine Jan vom Dorf. Schon sein Onkel wollte unbedingt nach Lippstadt......Ui, nun hat sie ihn an den Hammerbeinen."
.......

Irgendwer wird schon bei dem ganzen Gekeile übrigbleiben und im Zweifelsfall das CDU-Paddelboot (von einem stolzen Segler kann ja nicht mehr die Rede sein) wieder auf Kurs bringen wollen. Im Moment gibt es zuviele Kapitäne und kaum noch Matrosen.

CDU - nun greift die Infanterie an....

Vollmundig verkündete am Wochenende meine geschätzte Heimatzeitung: "Wolf setzt Zeichen für CDU-Neuanfang".Mal abgesehen von der netten Anspielung an die Gebrüder Grimm (Wer ist der Wolf und wer sind die sieben Geißlein?), ist es ja nun de facto so, dass nicht der böse Wolf für den Neuanfang steht, sondern ein gewisser Herr Kaster. Denn der gute Wolf verzieht sich ja " ratlos und traurig" in den Wald und jammert "wie erbärmlich die einst stolze CDU dastehe". Ohje, klingt schon fast nach Depression.

Was ist passiert? Die Ortsunion Lippstadt, die offensichtlich dem guten Herrn Hammer alles andere als wohlgesonnen ist, wählte einen neuen Vorsitzenden, eben jenen Herrn Kaster. Und dieser neue Vorsitzende haut als erstes mal richtig drauf, verbal, versteht sich. Da ist von persönlichen Eitelkeiten die Rede, denen er die Grundlage entziehen will. Soso....das wäre bei der CDU ja mal was ganz neues....Fehlen dürfen auch nicht die markigen Sprüche, mit denen die Mitglieder auf Linie gebracht werden sollen. "Präsenz und Aktivität" werden gefordert. Sehr nett folgender Satz:

"Ein `Weiter so`wird es mit mir nicht geben."

Huch, sollen die Mitglieder nun Angst bekommen oder was meint der Mann?

Andererseits: Wenn es mit der CDU denn nun wirklich so weiterginge, wie im Moment, wäre das sehr amüsant. Mal gucken, wie weit diese Partei sich noch dekonstruieren kann. Schade eigentlich, dass Herr Kaster mir diesen Spaß nehmen will, wobei ich mal vermute, dass seine Kampfansage eher für noch mehr Spaß sorgt.

Faszinierend ist ja die Tatsache, dass nicht Herr Kaster mit dem bösen Herrn Hammer ins Gericht geht, sondern der scheidende Wolf. Sehr geschickt gedacht, liebe CDUler, aber sehr durchsichtig. Denn dieser Herr Wolf, der ja vorher schon "mea culpa" genuschelt hat, haut nun richtig drauf:

"Der Stadtverbandsvorstand (damit ist Herr Hammer gemeint) sollte erkennen, dass er nicht fähig ist, die Gesamtheit der Union zu führen."

Aha....das haben wir nun schon öfter gehört oder gelesen, wobei wir immer noch nicht wissen, was damit konkret gemeint ist. Ich fasse kurz zusammen: Es war von "Pöstchengeilheit" die Rede, von "erwiesener Unfähigkeit" und von bösen Mächten hinter Herrn Hammer.....dazu bemühte man sogar irgendwelche schon recht greise CDU-Gesteine, die kraft ihrer gemutmaßten Autorität solche wirren Anschuldigungen äußerten.

Aber ernsthaft: Haben wir irgendwas Gehaltvolles zum Thema "erwiesene Unfähigkeit" erfahren? Nöö, haben wir nicht.
Wir ahnen nur, dass es offenbar um persönliche Eitelkeiten geht, da hat Herr Kaster wohl recht, und dass bisher nur das Heer um die Generäle Laumanns und Bartmann-Salmen (wobei die Vorstellung von Frau Bartmann-Salmen in Uniform mich mehr als verzaubert) angreift. Momentan wieder über die Flanken, da der gegenerische General sich mit seinem Stab hinter die Linien zurückgezogen hat.

Von einem Neuanfang, wie es uns meine MGH so vollmundig ans Herz legt, kann also nicht die Rede sein. Eher vom Beginn einer neuen Schlacht. Klingt nach "Getrennt marschieren, vereint schlagen".

Da paßt dann auch der recht einseitige Kommentar in MGH ins Bild, der nach dem gebetsmühlenartigen Wiederholen der angeblichen öffentlichen Kritik an Herrn Hammer höchst philosophisch Selbsterkenntnis einfordert.

Donnerstag, Oktober 29, 2009

Leserbrief in eigener Sache des Verlegers

Wie ich seit heute weiß, ist der Posten eines stellvertretenden Bürgermeisters angesichts der abzuleistenden Repräsentationsstunden bei diversen Veranstaltungen nicht sonderlich lukrativ. Wer will sich schon, wenn er nicht ein grenzenloser Exibitionist ist, die Wochenenden derart vergeigen lassen?

Aber dennoch regt sich Neid oder ist es nur eine Art Reflex? Jedenfalls stellte ich heute morgen bei der Lektüre meiner sehr geschätzten Heimatzeitung fest, dass "Lück inne Porz ze hänge" (für Westfalen: wörtlich bedeutet das "Menschen in die Tür zu hängen" sprich: über Menschen öffentlich herzuziehen) mittlerweile gesellschaftlich goutiert wird. Jedenfalls im ach so katholischen Westfalen. Wie war das doch noch mit dem Splitter im Auge des Anderen und dem Balken? Aber das Wörtchen "christlich" ist offenbar sehr dehnbar.

Es ist sogar möglich, Menschen ganz öffentlich der Gier zu bezichtigen, wobei ich nun angesichts der doch recht mäßigen Entlohnung für die politische Tätigkeit den im Leserbrief vorgeführten Herrn nicht in die Nähe von Ackermann und Konsorten stellen würde. Aber das am Rande.....

Vielmehr irritiert mich,was MGH mir da als Leserbrief verkaufen will? Und vor allem wen als Leser? Nun, für einen Verleger und sei er auch nicht mehr derart aktiv, wie in seinen besten Jahren, sollte es wohl selbstverständlich sein, sein Blatt auch zu lesen. Insofern ist er schon ein Leser, wie ich hoffe.
Doch allen Ernstes für einen derart persönlichen Angriff, der auf Hörensagen beruht und wo es noch dazu um lächerliche, geradezu kleinkrämerliche Summen geht, einen Leserbrief zu fingieren, ist grober Unfug.
Unter "In eigener Sache" wäre diese Verbalattacke auch nicht recht plaziert, immerhin geht es nicht um die "Sache" (und schon mal gar nicht in sachlicher Form), sondern es geht ganz eindeutig um einen einzigen Menschen, der hier öffentlich demontiert werden soll.
Mies, ganz mies.

Wem nützt es?
Der CDU als Partei in Lippstadt gewiss nicht. Solche Schlammschlachten sollten vernünftige Menschen unter sich ausmachen.
Dem Verfasser des "Briefes" vielleicht. Immerhin fühlt er sich, wie ich hoffe, nun besser. Quasi ein therapeutischer Akt.
Der Front um besagten Leserbriefschreiber auch nicht.
Eigentlich hat nur der geneigte und hoffentlich mit Verstand gesegnete Leser etwas davon, nämlich eine Erkenntnis und aus dieser kann er seine Schlüsse ziehen. Nach der Wahl ist vor der Wahl und bald gehts wieder los mit dem Gerangel um die Wählergunst.

Dienstag, Oktober 27, 2009

Die Lippstädter CDU und die Dekonstruktion

Die Folgen der geradezu possenhaften Selbstzerstörung der CDU treiben immer beachtenswertere Blüten. So liest der interessierte Bürger, dass nun die Pöstchen im Lippstädter Stadtrat frei nach dem Prinzip der Reise nach Jerusalem neu besetzt wurden.

Viel spannender ist aber die schon poststrukturalistsch zu nennende Verhaltensweise der CDU. Betrachtet man die CDU nicht als Partei, sondern in einer anderen Funktion als "Gegenstand", der sich selbst thematisiert, drängen sich Assoziationen mit der Dekonstruktion geradezu auf. Kurz zum Auffrischen hier ein Einblick:

"Die Dekonstruktion geht grundsätzlich davon aus, dass die Thematisierung bestimmter Gegenstände (...) andere zugleich ausgrenzt. Anstatt nur auf explizit mitgeteilte Information konzentrieren sich dekonstruktivistische Analysen daher auch und besonders auf diejenigen Faktoren, welche diese Thematisierung erst ermöglichen.(...)Dies ermöglicht dann Fragen zu stellen wie: welche Ausgrenzungs- und Etablierungsmechanismen, welche Strategien des Glaubwürdigmachens, welche hierarchischen Strukturen eines Signifikantengefüges erlauben, das entsprechende materielle Gefüge als sinnhaften Bedeutungsträger zu verstehen und auf eine bestimmte Bedeutung oder „Aussageabsicht“ zu reduzieren? An welche Konstitutionsbedingungen sind die entsprechenden Sinn- und Geltungsansprüche gebunden? Dies kann insbesondere auch Konflikthaftigkeit, Aggressivität, verdeckte Gehalte und Intentionen sichtbar machen."

Tja, treffender kann man die aktuelle Situation eigentlich nicht beschreiben. Im Klartext, die CDU betrachtet sich sozusagen gerade selbst als Gegenstand durch die dekonstruktivistische Brille und enttarnt damit alle diese bekannten Mechanismen: die Ausgrenzungen andersdenkender Mitglieder, die jahrelangen Etablierungstechniken, die Metaebene der politischen Aussagen, die stets verdeckten Strukturen hinter dem Offensichtlichen.
Und leider (oder glücklicherweise) kommen so auch die kleinen, teils miesen Emotionen ans Tageslicht.

Samstag, Oktober 24, 2009

Weiter so, CDU - Neues von der Bartmann-Salmen-Front

Schon klar, dass nun alles unklar ist - jedenfalls was die neuen Mehrheiten, aktuelle Listen und überhaupt den Lippstädter Stadtrat angeht.
Schon klar, dass da mit Sicherheit viele Köpfe hochrot angelaufen sind.
Auch völlig verständlich, dass die Lippstädter FDP im Moment keine Lust verspürt mit auf dem sinkenden Schiff über die Lippe zu gondeln. Würde ich an deren Stelle ja auch lassen.

"Bernd Neuhoff, Fraktionsvorsitzender der FDP, bestätigt die geplante Listenverbindung mit SPD und Grünen. Da sei es am ehesten möglich, eigene Inhalte durchzusetzen, so sagt er und führt gleichfalls Sach- und Fachkriterien als maßgebend ins Feld. Zwar stehe man grundsätzlich der CDU näher, aber mit Blick auf die momentan so desolate Verfassung der Lippstädter CDU könne man die nicht als verlässlichen Partner sehen, fügt der Sprecher der Liberalen hinzu. Neuhoff: „Das ist ein Sonderfall“. Vorausgegangen seien dieser Entscheidung viele Gespräche mit den anderen Fraktionen."

Sehr nett und auch amüsant sind die möglichen Folgen des CDUinternen Wirrwarrs:

"SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser sprach zwar gegenüber unserer Zeitung von einer „unklaren Gemengelage“. Er hofft aber, dass bei der Ratssitzung am Montag die Überraschung gelingt und die „Ampel-Liste“ zum Zuge kommt - womit dann die CDU, jahrelang die dominierende Kraft im Rathaus, das Nachsehen haben dürfte bei der Besetzung der Bürgermeister-Posten, Rats-Ausschüsse und Aufsichtsräte der städtischen Gesellschaften.
Demnach könnte Sabine Pfeffer (SPD) erste stellvertretende Bürgermeisterin werden - ein Amt, das bislang die CDU als größte Ratsfraktion inne hat. FDP-Chef Dr. Bernd Neuhoff fiele der Vorsitz im wichtigen Planungsausschuss zu (bisher CDU). Und SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser könnte als Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrats Bürgermeister Christof Sommer (CDU) verdrängen."

Ich werde nun nicht behaupten, dass ich Mitleid mit der CDU empfinden. Immerhin sie sich ja den Ast auf dem sie sitzt selbst abgesägt...ach, was rede ich, wohl eher schon den ganzen Stamm. Soviel Blödheit geht ja auf keine Kuhhaut mehr.

Aber völlig daneben ist wohl der Eintrag der guten Hannelore Bartmann-Salmen im Forum meiner geschätzen Heimatzeitung:

"von Hannelore Bartmann-Salmen, am 24.10.09, 12:47 Uhr
Alleine hätte Herr Hammer niemals soviel Unheil für die CDU Lippstadts anrichten können.Darum muss man fairerweise den geistigen Urheber benennen ,der Herrn Hammer instrumentalisiert hat . WILHELM BÖRSKENS ."

Das, mit Verlaub, ist ja nun unterste Schublade! Ich musste ja erst zweimal hingucken, bevor ich die merkwürdige Präsentation des öffentlichen Spießrutenlaufens verstand. Sorry, oder besser kein sorry, das geht nunmal gar nicht und damit hat sich Frau Bartmann-Salmen für mich auch definitiv endgültig ins politische Off geschossen. Hoffentlich bleibt sie da.

Samstag, Oktober 17, 2009

Lippstädter CDU in der Krise?

Wie hinlänglich bekannt, sind die Mehrheitsverhältnisse im Lippstädter Stadtrat recht dürftig. Die CDU musste nach den doch deutlichen Stimmverlusten nach der Kommunalwahl von ihrem sicheren Pölsterchen Abschied nehmen, was bei mir persönlich nur wenig Mitleid hervorrief.

Kurz nach der Bundestagswahl, die - wir wissen - auch nicht gerade so grandios für die Christdemokraten (ich bin ja sicher, dass die in Lippstadt nur gewählt werden, weil sie das Wörtchen "christlich" im Namen führen)ausging, nun der Hammer aus Lippstadt. Vier CDUler erklären sich zu einer neuen Fraktion, machen richtig Wind und holen mal fix zum Rundumschlag aus. Wie passend, dass den Herren ihr Gewissen erst nach der Wahl schlug - da hatten sie ihre Mandate ja in der Tasche, was auch einigen fleißigen Leserbriefschreibern schon aufgefallen ist.

Es geht wohl um "Lagerdenken" um "persönliche Seilschaften" und um den Vorwurf der "Pöstchenschieberei". Himmel, das sind doch alles alte Hüte! In Lippstadt pfeifen es doch die Miniermotten von den Kastanien, was in Sachen CDU seit Generationen läuft. Apropos, Generationen.......spannend in dieser Hinsicht ist ja Folgendes, was hier nachzulesen ist, aber aus verständlichen Gründen nicht den Weg in meine sehr geschätzte Heimatzeitung gefunden hat.


"Nun meldet sich Pressesprecher Siegfried Pfenninger mit den „wahren Hintergründen” zu Wort.

In Wirklichkeit, so Pfenninger in einer Presseerklärung, passe ihnen nicht, dass der mit einer deutlichen Mehrheit gewählte Werner Bresser neuer CDU-Fraktionsvorsitzender ist.

Die CDU-Lippstadt sei jahrzehntelang „von dem ,System Dr. Michael Laumanns'” dominiert worden, geprägt durch Abhängigkeiten und Bevormundungen”. Zuletzt seien die „Strippen” mit Hannelore Bartmann-Salmen, der damaligen CDU-Stadtverbandsvorsitzenden, gezogen worden, „um die CDU mit ihnen wohlgesonnenen Personen auf ihre Linie zu bringen”. "


Das ist ja nun nicht gerade empathisch oder gar diplomatisch und so langsam beschleicht mich der Verdacht, dass es sich in der Lippstädter CDU offenbar um ein wahrhaft expressionistisches Problem handelt. Arnolt Bronnen (ein doch recht zwielichtiger Autor, das am Rande, aber er passt hier in mehrfacher Hinsicht) forderte: Tötet die Väter. Soviel literaturhistorischen Verstand hätte ich den CDUlern ja gar nicht zugetraut. Immerhin traut sich besagter Herr Pfenniger, von dem übrigens in MGH (meiner geschätzten Heimatzeitung) nicht die Rede war, Ross und Reiter beim Namen zu nennen.

Und was passiert?
Der Bürger steht da und wundert sich.
Frau Bartmann-Salmen bekennt sich als Mobbing-Opfer.

Herr Pfenniger und Herr Hammer haben eigenartige Vorstellungen von Ausgeglichenheit:

"Das Argument „Lagerdenken Kernstadt gegen Ortsteile” mache keinen Sinn: Der im Jahre 2007 gewählte Vorstand des CDU-Stadtverbandes bestehe mehrheitlich aus den Mitgliedern der Ortsunion Lippstadt. Vielmehr sei der Vorstand ausgeglichen besetzt."

Der Kommentator bezeichnet das alles völlig "wertfrei" als Drama.

"Klar dürfte nur soviel sein: Die CDU in LIppstadt erlebt momentan ein ganz trauriges Kapital in ihrer Geschichte...(sic)"

Sorry, aber der politisch halbwegs bewegte Mensch schüttelt da einfach nur noch den Kopf.
Wer sich die Suppe einbrockt, muss sie halt auch auslöffeln. Selbst schuld.

Sonntag, Oktober 04, 2009

Hagen Rether - ein Zyniker?

Ein bisschen gefälliger ist er geworden: Heller Anzug statt schwarzem Sargträgeroutfit, keine Armbinde mehr, dafür ein blitzender Ring an der rechten Hand. Ein bisschen grauer ist er auch geworden, aber nicht altersmilde - wäre auch mit noch nicht ganz 40 etwas zu früh. Wobei: Andere haben in dem Alter schon ihre Memoiren schreiben (und auch lesen) lassen.

Was treibt den Mann nur an, in irgendeiner Stadt in der westfälischen Provinz, die bekanntermaßen schwärzer ist, als die Nacht, aufzutreten? Ist mit auch egal - ich habe mich gefreut. Nennen wir es Seelenverwandtschaft. Nur: Herr Rether verdient sein Geld damit, solche Klarheiten von sich zu geben. Ok, für ein paar Zuschauer waren seine gnadenlosen Analysen und erschreckend zutreffenden Beobachtungen ein bisschen viel - die sind dann halt gegangen.

Ganz so bitter scharfzüngig, wie in den ersten Jahren ist er nicht mehr. Die Kritik in meiner oft geschätzten Heimatzeitung heute nennt ihn zynisch, das trifft es nicht. Dann schon eher die Wertung der Süddeutschen, die Rether als Optimisten bezeichnet.

Zynismus und Moral passen nicht zusammen, sind sich sogar spinnefeind. Eben deswegen stimmt ja auch Rethers Satz, dass Wurst im Eigendarm Zynismus pur sei. Wer gut hinhört, dem wird auffallen, dass Herr Rether ein wahrscheinlich zutiefst moralischer Mensch ist. Vom moralischen Standpunkt aus hat er recht, wenn er den Klerikern ihre amoralische Haltung vorwirft, wenn er das Paradoxon zwischen kirchlicher Lehre und real existentem Katholizismus auf den Punkt bringt.

Ebenso trifft seine Analyse der medialen Welt zu, in der dem achso aufgeklärten Bürger häppchenweise Pseudoskandale kredenzt werden, in der berechtigten Hoffnung, dass die wirklichen Schweinereien im Verborgenen bleiben. Dazu bedarf es keiner Verschwörungstheorie, sondern nur eines wachen Blickes.Und wirklich vielleicht mal Arte und Phoenix nachts um zwei Uhr gucken, kann ich auch nur empfehlen.

Meine geschätze Heimatzeitung reduziert leider Rethers Haltung drastisch, aber um so schmerzfreier:

"Vor ausverkauftem Hause holte Rether zum Rundumschlag aus und ließ kein gutes Haar an den großen Köpfen aus Politik, Medien und Wirtschaft."

Nun von Medienschelte oder Politikerabwatschen war an dem besagten Abend wenig bis nichts zu hören. Viel unangenehmer, wenn überhaupt sind wir selbst schuld an der Misere (wir könnten ja wirklich mal die TAZ lesen, statt mit dem Stern zu verblöden), denn Rether lässt keinen Zweifel daran: "Nur die dümmsten Kälber, wählen ihren Schlachter selber."

Dienstag, September 22, 2009

Änderung der Verfassung?

Es trifft mich wie der Schlag: Lindgründ (sozusagen Lindwurmgrün) auf schwarz blickt mich Angie an, die Hände in konzentrierter aber bestimmter Geste verschwurbelt. Darüber ein weißen Lettern: Wir wählen die Kanzlerin. Das "Wir" trendgerecht mit den Bundesfarben unterlegt.
Wer bitte, ist denn hier "wir"?

Wer im Politikunterricht aufgepaßt hat, weiß, dass der Bundeskanzler vom Bundestag gewählt wird. (Übrigens wählen auch die Amerikaner ihren Präsidenten nicht direkt.) In Angies Werbefalle heißt das dann doch, dass entweder der Bundestag das Plakat finanziert hat und schon klar bestimmt, wer Bundeskanzler wird, (dann brauchen wir ja nimmer wählen gehen) oder dass das Wahlrecht geändert wurde und irgendwer anders den Bundeskanzler wählt.

Vielleicht soll es ja auch heißen, dass Angie von sich selbst nur noch im pluralis majestatis (ähm, heißt es dann: Frau Bundeskanzler, würdet Ihr bitte....?) spricht und sich schlicht selbst wählt. Möglicherweise hat sie auch eine multiple Persönlichkeit.

Sicher ist jedenfalls, dass ich persönlich nicht gemeint sein kann, dann 1. wähle ich keinesfalls die CDU, 2. sitze ich nicht im Bundestag, 3. lasse ich mir keinesfalls vorschreiben, was ich zu wählen habe und 4. erinnert mich die Farbe des Jäckchens doch zu sehr an Lindwürmer. Und bei Lindwürmern denke ich an grauslige Dinge.

Mittwoch, September 02, 2009

Das Ü-Ei-Prinzip

Da sage mal einer, die Provinz habe keine Innovationen zu bieten. Geseke hat das Ü-Ei-Prinzip entwickelt.

Die Vorteile sind klar: Hoher Spaßfaktor, allgemeine Bekanntheit der Funktionsweise, Befriedigung des kindlichen Spieltriebes auch bei Erwachsenen und vor allem: eindeutige und klare Entscheidungen.

Die Funktionsweise ist schnell erklärt:
Schwankt man zwischen zwei Möglichkeiten und kann sich (warum auch immer) so gaaar nicht entscheiden, organisiert man sich fix zwei Ü-Eier, schnuckert die Schoki schnell weg und nutzt diese wunderbaren gelben Plastikgeräte als Prinzip Hoffnung. Strom aus Lippstadt oder doch lieber nicht? Hach......Alkohol in der Öffentlichkeit oder lieber nicht? Ohje....noch schwieriger....Das Ü-Ei-Prinzip macht endgültig Schluss mit elendig langen Diskussionen.
Klingt merkwürdig, ist aber ein genialer Weg wenn es nachher keiner schuld sein will.

Ok, Münze werfen ginge auch, wäre aber nun wirklich nicht so lustig und lecker. Und nicht so gut für die Wirtschaft....also die Ü-Ei-Produktion.

Netter Nebeneffekt: Trifft man viele Entscheidungen auf diese Art, kann man sich als Stadt eine erquickende Sammlung aufbauen, die möglicherweise sogar versilbert werden kann - wenn man lange genug wartet und immer fein auf die Figürchen aufpasst.

...bis auf Weiteres geschlossen....

Seit gefühlten Monaten trübt der Betrieb einer Kneipe das Geseker Wohlgefühl. Im "Hexenkessel" bietet der Wirt Longdrinks zum Schnapperpreis - und der Laden ist rappelvoll. An sich keine schlechte Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass der Laden überwiegend von Teens frequentiert wird, die sich mit dem Hexentrank ins Koma saufen. Die üblichen Folgeschäden sind in der Innenstadt zu bewundern und spät nachts auch zu hören. Und es ist nicht wirklich witzig, wenn Scheiben eingeschlagen werden, Autos neue Verzierungen erhalten oder sonstige Gegenstände durch die Straßen fliegen.

Andererseits: Wo sollen die Jugendlichen denn hin? Wo können sie sich treffen?

Ehrlichgesagt in Geseke eigentlich nur in Kneipen oder auf der Straße, denn das JUZ ist zu.

"JUZ Geseke zur Zeit geschlossen !

Aus Krankheitsgründen bleibt das Jugendzentrum ab sofort bis auf Weiteres geschlossen.
Eine Wiedereröffnung wird voraussichtlich nicht vor Mitte/Ende September erfolgen."


So steht es im Internet zu lesen.

Es ist schon sehr mopsig, das Hexentreiben zu kritisieren, aber keine Gegenangebote zu machen.

Dienstag, September 01, 2009

Bürgermeisterwahl 2014?

Angesichts des aktuellen Wahlergebnisses darf und muss man sich ja wohl fragen, was passiert wäre, wenn auch das Amt des Bürgermeisters zur Wahl gestanden hätte. 2005 ging es denkbar knapp aus.

Frage: Warum wurde eigentlich der Bürgermeister nicht gewählt? Antwort: Weil die letzte Bürgermeisterwahl innerhalb der laufenden Wahlperiode stattfand. Hmmmm.....

Pikant an der Sache ist: Die Stimme des Bürgermeisters ist genau die eine Stimme, die nun der schwarz-gelben Koalition in Lippstadt das Regieren überhaupt noch ermöglicht.Doppeltes Hmmm....

Interviews mit dem Wahlsieger

Am Wahlabend fand die größte Fete in Lippstadt im "Goldenen Anker" statt. Bereits nach den ersten Hochrechnungen macht sich Partystimmung breit. Gemeinsam mit Stadt-TV wollen wir diesen Abend begleiten. Die etablierten Parteien gucken andernorts in die Röhre - hier ist der Bürger zu finden. Ein grandioser Sieg zeichnet sich ab und entsprechend positiv blicken die Menschen auf die Bildschirme.
Max K. (24) ordert beim Wirt erstmal eine Lage Caipirinha und strahlt glücklich: "Super, mit einem solch tollen Ergebnis hatten wir nicht gerechnet!" - und verschwindet seelig lächelnd im Gewühl. Jede neue Hochrechnung bestätigt den Trend. Nun sind es schon deutlich über 50% - da dürfen die Spitzenkandidaten sich durchaus als Wahlsieger fühlen. Mareike M, (42), Spitzenkandidatin im Bereich Ortsmitte, kämpft sich an der Seite von Heiko D. (53), Zweiter auf der Liste, den Weg durch die begeisterten Anhänger zu unserer Interviewtheke frei. Viele Hände muss sie schütteln, politische Freude klopfen ihr auf die Schulter. Applaus brandet auf. "Yes, we can!" - schallt es aus den Kehlen.


A.: Frau M, herzlichen Glückwunsch zunächst zu dem sehr beachtlichen Ergebnis. Hatten Sie mit einem solchen Erdrutsch bei den etablierten Parteien gerechnet?

M: Danke, vielen Dank. Zunächst möchte ich mich bei meinen Wählern bedanken, die mich in den letzten Wochen engagiert unterstützt haben. Das Ergebnis ist eine deutliche Abmahnung an unsere etablierten Kommunalpolitiker. Viele Menschen in unserer Stadt haben einfach die Nase voll vom generationenlangen Parteienfilz, nichtgehalteten Versprechen und persönlicher Arroganz mancher Volksvertreter. Es wurde Zeit, dass wir auf den Plan treten.

A.: Frau M, besonders die Auseinandersetzung um die zahlreichen Großprojekte in Lippstadt hat ihnen offensichtlich viele Stimmen gebracht. Was ist da passiert?

M.: Nun, der Bürger läßt sich halt nicht mehr verschaukeln. Wir sehen ja, dass in Lippstadt Stillstand statt Fortschritt herrscht. Es nützt auch wenig, wenn in der heimatlichen Presse vollmundige Artikel erscheinen. Der Bürger geht mit offenen Augen durch die Stadt und sieht die Missstände täglich. Schönreden hilft da nichts mehr. Erst wurde lange über das Güterbahnhof-Projekt schwadroniert. Von einmaligen Chancen für Lippstadt war die Rede - und was ist? Nix. (Applaus brandet auf.)

A.: Herr D., auch Ihnen herzlichen Glückwunsch. Sie haben in den letzten Wochen in Ihrem Wahlkampf besonders die Familienpolitik in den Vordergrund gestellt.

D.: Naja, wohl eher das Fehlen politischer Ansätze in diesem Bereich. Gesamtschule - ewig lange Hinhalteparolen und das taktische Aussitzen der Verantwortlichen. Nun die Streitereien über den Standort. Freibad? Allwetterbad? Die Sache hat auch einen Bart bis nach Düsseldorf. Unsere Wähler wollen Fakten und Projekte, die angefaßt werden - vom ewigen Reden wird die Situation nicht besser. Unsere Schulen gleichen einem Trödelmarkt.

A.: Wie sehen Sie die Möglichkeiten ihrer Partei nun gestalterisch einzugreifen?

D.: Wir stehen für Transparenz, schnelles Handeln und Bürgernähe. Politik vom Bürger für den Bürger. Dazu werden einige alte Zöpfe abgeschnitten. Das werden wir nun im Stadtrat umsetzen. Kein Gerede mehr, sondern Taten.

A.: Ich danke Ihnen für die schnelle Einschätzung und das Gespräch. Ihre Partei ist nun zu einer wichtigen Kraft geworden.

Eine neue Hochrechnung kommt herein: Fast 55% - das hätte keiner für möglich gehalten.

Mit dem amtlichen Endergebnis ist klar: Definitiv gewonnen haben die Nichtwähler mit 58% - das kann sich sehen lassen.

Freitag, August 28, 2009

Hilfe, die Äpfel kommen



Große Gärten sind ja was Feines - Obst aus eigenem Anbau auch. Aber warum wird alles nur gleichzeitig, also simultan reif?
Meine Küche gleicht einem Bioladen: Äpfel, Äpfel, Gurken, Tomaten, Äpfel.....
Und erschreckenderweise hängt noch genug an den Bäumen. U.a. auch Äpfel....
Was mach ich bloß damit?
Apfelmus - schon kiloweise eingefroren.Apfelkuchen - alle Varianten durch. Apfelgelee - kann ich noch machen.
Vielleicht mal was Pikantes mit Apfel? Schweinefilet mit Äpfeln in Calvados?
Kann man aus Äpfeln eigentlich auch Schnaps machen?
Ich suche dringendst Rezepte - vor allem irgendwas, was länger haltbar ist, sonst haue ich die Bäume alle um.

Und ich mag gar nicht an den Oktober denken: Da drohen die Quitten mit Reife. Tonnenweise Quitten.
Möchte jemand ein paar Schubkarren haben?