Dienstag, Juni 19, 2007

unser schönes, historisches lippstadt

die kinder sollen ja was lernen, auch wenn es um einen ausflug geht. also buchten wir bei sonja gellrich - "historicum" eine stadtführung für kinder. treffen war am metzgeramtshaus. auch wir erwachsenen haben im laufe des vormittags eine menge über unsere schöne lippestadt gelernt. was es mit der dunklen halle auf sich hat und mit der hellen. warum die helle halle so krumm ist, wo lippstadts kleinstes haus steht, was die pilger mit dem grafen bernhard zu tun hatten.....und...und...und



los gings mit den historischen kostümen. vom bürgermeister über die patriziern bis hin zu den verschiedenen zünften fehlte nichts. nach kurzen erklärungen zu den zünften, den kleidersitten, dem mausikantenboden im metzgeramtshaus, dem schlachten in der fleischhauerstraße gings dann ab nach draußen.



sowas, da staunten die kiddies nicht schlecht. die helle halle ist ja total schief und krumm. warum? damit man sich hinter den ecken verstecken konnte. waren ja unsichere zeiten damals.
und das hier ist lippstadts kleinstes haus. wie soll da eine mittelalterliche familie mit ihren 12 kindern bloß gewohnt haben? und wo haben die alle geschlafen?



und abergläubisch waren die leute im mittelalter auch noch. die schlangen sollten die häuser und ihre bewohner schützen. impfungen gab es noch nicht und die naturwissenschaft stand noch in den kinderschuhen. naja, heute versuchen manche menschen das mit feng-shui oder mit anderen dingen.






an der marienkirche wurde auch klar, was der graf bernhard nun mit den pilgern des jakobsweges zu tun hatte. er war nämlich selbst mal einer, wie das relief über der tür zeigt. links ist der graf noch recht fußlahm auf dem pilgerweg, rechts ist er dann glücklich geheilt. viele konnte eben im mittelalter nicht lesen, da war ein solcher "comic" leichter nachzuvollziehen.



früher war der friedhof halt an der kirche. viel platz war innerhalb der stadtmauern nicht und die toten ruhten so in geweihtem boden. wer weiß schon, über wessen gebeine man da grade so läuft? und hier steht auch die lippstädter fríedenseiche. hoffentlich auch noch lange.



das knochenkonzept

da schreibt andreas im lippstadt blog (http://lippstadt-blog.de/) zum thema knochenkonzept:

"Jetzt sagten einige Besucher gestern, dass Leute von Außerhalb wegen der tollen Innenstadt nach Lippstadt kämen, und wegen des Einkaufsflairs, das die vielen kleinen Läden hier verström(t)en. Andere sagten, dass Lippstädter sich aufmachen, Geld für Sprit oder Bahn ausgeben und nach Paderborn oder Soest düsen, um sich ihre Klamotten dort bei H&M, Zara oder im Mediamarkt zu holen.

So getz’ ma aufgepasst, da kommt die janz schlaue Frage:
Wenn die Einen kommen wegen der Innenstadt, die anderen bleiben weil “coole” Läden an der Bahn angesiedelt sind, und keiner das jeweils andere sieht … wegen der großen Entfernung und fehlender Magnetwirkung und so… wo genau ist das Problem? (und wie wär´s zur Abwechslung bitte mit einer unaufgeregten und sachlichen Antwort?)"

so, ich war ja auch bei der veranstaltung in der galerie orru und verstehe die verwirrung, die sich bei andreas breit machte.

1. es ist bisher weder von h&m, noch von zara oder mango die rede. die rede ist definitiv vom neubau eines supermarktes und eines mediamarktes mit insges. um 13.000 qm verkaufsfläche. die modeläden und ihre angeblichen niederlassungen in lippstadt sind lediglich eine erfindung des geschäftsführers eines lippstädter filialisten. in den plänen steht davon gar nix.
meiner meinung nach will der gute herr damit nur eine positive stimmung für den neubau am güterbahnhof evozieren.

2. h&m, zara und mango bevorzugen 1a-lagen, keine randlagen. diese firmen gehen wenn dann mitten in die fußgängerzone.

3. wir diskutieren also immer noch über die frage, ob da son ein klotz hin soll mit einem kaufland und einem mediamarkt, oder nicht. über nix anderes.der sogenannte leuchtturm, mit dem immer fein geworben wird, gegenüber von beumer & wicker wird wenn überhaupt erst ganz am schluß realisiert. und - wenn überhaupt - wäre da platz für einen laden marke h&m.

4. nun ergibt sich die frage, ob ein mediamarkt und ein kaufland (das ist sicher kein gourmettempel) das gewünschte zahlungskräftige und- willige publikum nach lippstadt bringt. und eben da scheiden sich die geister.

5. und es entsteht die frage, wie die innenstadt den verkehr bewältigen soll/kann oder auch will, denn laufkundschaft wird da ja wohl kaum den großteil ausmachen.

6. und es ist ebenfalls fraglich, ob menschen gewillt sein werden, erst eine shoppingtour durch lippstadt zu machen und dann noch den wochenendeinkauf im kaufland.

Donnerstag, Juni 14, 2007

vorstellung des "knochenkonzeptes"

ohje, ich bin spät dran.

heute, um 19.30h findet in der galerie orrú eine veranstaltung der initiative "lebendiges Lippstadt" statt. thema ist das "knochenkonzept", das eien sinnvolle alternative/ergänzung zum bisherigen gedankengut in sachen belebung der innenstadt bietet.

mal ganz grob vorneweg:
was ein knochen ist, wissen wir alle (hoffe ich): oben ein dicker gelenkknubbel, unten auch, dazwischen eine mehr oder minder lange strecke. schon das bild legt nahe, worum es geht: denken wir uns die lange straße als mittleren teil des knochens und z.b. den bernhardbbrunnen als unteren knubbel und den rathausplatz als oberen.

alles klar? nur wenn es attraktiv ist, beide knubbel, also plätze aufzusuchen, findet auch eine völkerwanderung/käuferwanderung auf dem mittleren teil statt.

weiteres dazu heute abend. kommt zahlreich, stellt fragen - es ist unsere stadt!

Mittwoch, Juni 13, 2007

fragile - ein kunstwerk für jedermann



der hansetag ist schon lange vorbei, aber die kunstkisten sind wunderbarer weise noch da.leider nur noch bis mitte juni.

als die berüchtigten holztore aufgestellt wurden, war ich auch zunächst irritiert. wird das noch enthüllt? ist da was drin?
erst in zusammenhang mit den kunstkisten wurde mir der zugrundeliegende gedankengang klar.
Ein kurzes kaffeetrinken mit manfred feith-umbehr, dem organisator und kreativem kopf hinter den kisten, brachte dann endgültig licht in die angelegenheit.

kunst für jedermann - kunst, die im weg steht, am wegesrand lauert. gute idee. 14 kleine "musentempel" mit teilweise wirklich erstaunlichen und faszinierenden arbeiten. das paßt doch gut zur lichtpromenade, zur entdeckungstour durch unsere stadt. und endlich ist es mal nicht eine "schöne", also ordentliche, und totsubventionierte kunst, die keinen mehr stört und schon fein dokumentiert ist.

die kisten sind eine lebendige sache. sie stören, sie stehen im weg. sie machen keinen platz.
wer möchte, kann hineinsehen. und da gibts wirklich gute sachen zu sehen.
meine persönlichen favoriten:
die voluminösen plastiken von marga bles, das schräge abendmahl von hans molzberger und die zwerge von iwona liegmann. Zum projekt ist ein katalog erschienen, den es in der kulturinformation gibt.

wäre schön, wenn wir sowas öfter in unserer stadt hätten. jedenfalls ist es direkter, öffentlicher, lebendiger und reizender als die ewigen ausstellungen von "schon-gesehenem" im kunstverein (ich kann farbmmalerei nicht mehr ab) oder die teilweise links-dilletantischen versuche im alten flagturm im lippstädter süden.
und gut ist auch, dass sich an dem ganzen projekt die gemüter so erhitzt haben. diskussion fördert den ausstausch, mindert die agonie und bringt leben in die bude.

apropos: geförderte kunst in lippstadt.
das nervt mich ja schon lange. der kunstverein zeigt meist museale kunst. das kann ich mir auch alles in berlin, hamburg oder bonn ansehen. mal ganz abgesehen von den endlos langweiliigen einführungen des dr.franz. (der raum, die leere, der dialog....recht abgedroschen)
die leute von "kunst im turm" zeigen nur das, was ihnen gefällt, und das sind meist ihre eigenen arbeiten. naja, dazu kann man nun stehen wie man will.
die rathausgalerie, kastriert wie sie nun ist, hängt an den vorgaben der stadt. auch wenn hier noch manchmal wirklich gute schauen zu sehen sind. dank sei den engagierten machern.
und sonst? wo ist die junge regionale kunst? wo sind die lippstädter künnstler, die frei arbeiten? wo sind die wilden der region?
wenn überhaupt, kann man die in liesborn sehen. schade.

Donnerstag, Juni 07, 2007

g 8 auch in lippstadt

ok, lippstadt ist nun wahrlich nicht der nabel der welt. eher ein kleines, verschlafenes nest im westlichen ost-westfalen (gruß an harry rowohlt - der kampf geht weiter) oder im südlichen westfalen oder im östlichen ruhrgebiet oder wie auch immer.
alleine die tatsache, dass keiner so genau sagen kann, wo lippstadt denn nun dazu gehört, spricht ja schon bände. ich habe da ja meine eigene theorie - aber das ist eine andere geschichte.

egal, auch hier mitten in der deutschesten provinz lebt politisches bewußtsein, das durchaus über das schützenfestbierglas hinaus schaut. das nimmt mich ja wieder für diese stadt ein. manchmal kommt dieses politische bewußtsein sogar als katholisches event getarnt daher. so geschehen heute am fronleichnamstag.

rein neugierig schleppte ich mich in der drückenden frühhitze zur prozession. ich gebe zu: ja, ich hatte vorurteile. von wegen böld katholisch, langweilig, furchtbar heilig. leute, ich nehme das zurück.

die predigt erstaunte mich völlig. plötzlich war da vom demonstrieren die rede. davon, dass es so nicht weiter ginge, dass christen verantwortung übernehmen sollen. holla, klasse. globalisierungskritik mitten in der pampa. das läßt mich hoffen.

ebenso die aktion am mittwochabend in der marienkirche. da war der ton noch schärfer. wer hätte das gedacht? ich nicht.
weiter so, find ich gut.

Mittwoch, Mai 30, 2007

sie spielen wieder...

oh, wie geil ist das.....ein blick in meine geliebte heimatzeitung heute morgen und es ging mit gut, richtig gut. der aufmacher auf dem titel - police spielt wieder. zwar noch in den usa, aber bald, bald auch in deutschland.
den unverwechselbaren sound hat fast jeder meiner nun schon angegrauten generation noch im ohr.und irgendwie sind sie schnuckelig wie eh und je.
ok, es ist nicht zu übersehen, dass die band und ihre fans gemeinsam alt geworden sind. who cares?

jedenfalls ein guter tag, um im auto mal wieder die alten songs zu dröhnen.
und an meiner pinnwand hängen schon die karten für das konzert im oktober.

Dienstag, Mai 29, 2007

hehlerware gelber sack

jeder lippstädter kennt das problem: wie kommt man an die heiß umkämpften gelben säcke um pflichtschuldigst seinen plastikmüll ökologisch korrekt zu entsorgen?
tja, da hilft nur der weg in die stadt.
eigentlich gib es ja auf anfrage nur eine rolle pro haushalt. fast wie im leben des brian. mit ein bisschen geschick und einer guten geschichte kann man den verteilenden damen auch mal zwei rollen aus der schublade leiern.
aber:
was nix kostet, taugt nix, sagte meine oma immer. recht hat sie. diese dinger taugen echt nix.



diese dinger sind wirklich mist! schon beim auseinanderzuppeln muß man höllisch aufpassen, sonst reißt diese dusselig dünne folie ein.
und vorm befüllen sollte man sich einen stauplan machen. also: kantige dinge, wie tetrapacks immer in die mitte, umgeben von weichen folienresten. sollte man also tunlichst sammeln. dafür eignen sich die verpackungen von aldi-getränken hervorragend.
und bloß nicht diesen bescheuerten sack wirklich komplett befüllen. reißt garantiert. spätestens wenn man das ding zuzurren möchte. ratsch....und der blöde beutel zerlegt sich. mit dem wunderbaren effekt, dass der gesamte inhalt auf dem fußboden verteilt ist. toll, ganz toll....

fliegenfischen an der diemel - teil II

weiter unten verläuft die strecke durch die stadt marsberg. watklamotten sollte man auf jeden fall tragen (trotz des watverbotes bis mitte juni), da das gras teilweise sehr hochsteht. wer will schon zecken? besonders reizvoll waren die bereiche nach der innenstadt in einem kleinen waldstück. nach 18 h haben wir eine wirklich schöne fischerei erlebt.



die fische gingen wie verrückt auf eine knapp unter der wasseroberfläche geführte fliege. darunter erstaunlicherweise auch wieder einige äschen und größere forellen.



der sonntag war leider eher verregnet. nach kurzer zeit war das wasser trüb. aber wir kommen bestimmt wieder.

Montag, Mai 28, 2007

fliegenfischen an der diemel bei marsberg

eigentlich wollten wir über pfingsten ja an die wenne, aber da war schon alles im voraus von holländern besetzt. angesichts doch einer eher knappe kasse am monatsende entschlossn wir uns dann, etwas zu suchen, was ortsnäher ist. die wahl fiel auf die diemel bei marsberg. um diesen schönen kleinen fluß ist es schon längere zeit rein printtechnisch sehr ruhig geworden.
ok, die strecke ist nicht lauschig in mitten der freien natur gelegen. die obere strecke - nur für fliegenfischer - geht teilweise mitten durch den kleinen ort. erst am ende der strecke hat man etwas mehr entfernung zu den häusern. dennoch hat man seine ruhe und fühlt sich wenig bedrängt.



hier ist die fischereigrenze. erkennbar am schild und dem kleinen gewässer, das dort einfließt.



es war wirklich warm am pfingstsamstag. geparkt haben wir am sportplatz, der direkt an der diemel liegt. als wir dann glücklich zu fuß am ende der strecke angekommen waren, standen wir wir schon reichlich im schweiß. die strecke ist schön, sehr abwechslungsreich. schnell, flache regionen wechseln sich mit ruhigeren und auch tieferen strecken ab.
was uns sehr gefallen hat, war die gute durchsetzung mit fischen unterschiedlichen alters und unterschiedlicher größe: brutfischchen, babyforellen und - äschen und auch wirklich gute, große fische.



leider hat auch die diemel in den letzten wintern sehr unter dem kormoran zu leiden gehabt. wenn die umliegenden talsperren und seen zufrieren, kommt der gefräßige vogel gerne hier hin. das hat natürlich dem äschenbestand nicht gerade gutgetan. daher müssen äschen prinzipiell zurückgesetzt werden. macht ja auch nichts. wir haben einige kleinere und auch größere äschen gefangen. bleibt zu hoffen, dass der bestand sich nun erholt.

Freitag, Mai 25, 2007

"Edit: Wie erwartet, wurde nicht nachgefragt, sondern direkt mal blind behauptet…
diesmal soll die IBS “Geschäftspartner” von WDS sein *kopfschüttel* Da kommen ledeglich die Chefs her. Da mal drauf hinzuweisen, ist dasselbe, als würde ich ‘ne Aktion von der Uni Paderborn toll finden und hier drüber berichten. Und - weil es zu Missverständnissen geführt hat: Wenn der Andi *brüll* schreibt, dann lacht er grade laut. So, jetzt mach’ ich aber auch fein die Klappe zu."

der junge kann nicht lesen.....

"nur mal nebenher: im sog. lippstadt-blog wurde die ama/ibs abgefeiert. wer nachschaut entdeckt sehr fix, dass offensichtlich die agentur wds in zusammenhang mit eben jenem institut steht. kann man auf der ehemaligenseite nachsehen. so viel zum thema keine werbung für andere unternehmen. tja, mir fehlt da echt der glaube."


himmel, nirgends steht da was von geschäftspartner...bist du blind? tomaten auf den augen? die interpretation schon im hirn, bevor die information der wörter selbiges erreicht hat? offensichtlich. oder du bist nicht im stande einen text zu verstehen....ganz, ganz schlecht.

denkmal für hattu - die zweite



hattu hat schon irre fähigkeiten

Donnerstag, Mai 24, 2007

ein denkmal für hattu



ein virtuelles denkmal für hattu brand, den wahren graf bernhard, der nun die kutte an die wand hängt. schade, hattu, du bist und bleibst mir der liebste bernhard. und das nicht nur, weil du einfach immer ghut drauf warst.

schönreden als grundhaltung

"Frau X, nun seien sie doch nicht immer so kritisch"...wie oft habe ich das schon gehört. komischerweise immer von leuten, denen viel daran gelegen zu sein scheint, dass man alles positiv bewertet, egal, wie beschissen es auch ist.
entweder diese leute sind selbst völlig unkritisch oder sie haben ein interesse daran, dass der bürger/kunde alles schluckt oder sie waren selbst nicht in der lage es besser zu machen. oder sie sind nicht informiert.

liebster andreas, der du immer so nett kommentierst: das mattenklodt-haus wird abgerissen, wenn das projekt südliche altstadt durchkommt. es gibt keinen nachfolger für das cafe und die inhaber bauen darauf, dass sie verkaufen können...zu einem guten kurs versteht sich. und nicht nur das mattenklodt-haus wird dran glauben müssen. leider.ein großer teil der blumenstraße ebenfalls. auf der seite der initiative www.lebendiges-lippstadt.de kannst du dir ja mal ansehen, was da passieren soll.

damit wären wir mit einem leichten schlenker wieder beim punkt:
lippstadt hat wunderschöne seiten und dazu gehören grade die alten häuser, die engen gassen, der charme einer historischen altstadt. andere städte (u.a. meine geliebte heimatstadt) lassen sich den erhalt solcher viertel echt was kosten. durch die südstadt fahren heute touri-busse mit knipsenden japanern. und wohnen kann man da auch super. geht doch.

und lippstadt? anstatt sich endlich mal auf sich selbst zu besinnen und die vorteile dieser stadt zu sehen, brüllen manche nach blindem aktionismus. kunden sollen her, parkplätze, riesen neubauten....super. hmm, vielleicht liegt es ja auch am angebot der lippstädter händler, dass es nicht fluppt? möglicherweise geht ja qualität vor quantität.

meine werte mutter, die ja nun wieder im sonnigen rheinland weilt, war ein wenig erschrocken, wie schmal die angebotspalette in lippstadt geworden ist. recht hat sie. aber muß es denn ein kaufland sein? wollen wir das wirklich?
ich persönlich sehe da noch immer nicht den positiven effekt für die lange straße.

und was tobt alles im moment in unserer stadt:
hähnchenmastanlage im süden - igitt, ich kann die anwohner verstehen. mal abgesehen davon, dass ich keine eier oder hühner aus kz-haltung kaufe, es stinkt wirklich meist zum himmel, was da so produziert wird.

projekt südliche altstadt - häßliche großbauten, kaufland und mediamarkt, blechlawinen in der innenstadt, lärmbelastung für die anwohner...wer geht mit TK-kost im auto schon noch shoppen?

der grüne winkel - lippstadts schönster naturpark. da passiert nix, einfach nix. wie wäre es da mit einer schönen kanustation?

das unendliche thema tangenten steht auch noch aus.

leerstände in der innenstadt - papenbreer. was passiert da eigentlich? oder mit den ganzen anderen kleinen und großen läden? gerdau macht leider dicht. andere, von mir sehr geliebte einzelkämpfer stehen mit dem rücken an der wand. in der cappelstraße machen sich merkwürdige kleckser-ateliers oder "show-rooms" breit. in diesem falle läßt sich noch nicht mal mehr über die qualität der malerischen machwerke streiten.

ach, ist doch alles ganz toll. am besten lehnen wir uns entspannt zurück, legen für die nächsten 20 jahre wieder ein päuschen ein.....

Mittwoch, Mai 23, 2007

servicewüste lippstädter kneipen

wie ich ja schon erwähnte, weilt meine mutter derzeit in unserer stadt. nachdem wir gestern erst beim schreibwarenhändler meines vertrauens (ich rede vom einzigen dieser händler in lippstadt von koch) hefte für mein wohlgeratenes kind erworben hatten, wollten wir noch einen kaffee trinken.
wie bekannt ist, sonnt es sich auf der terrasse des cafe einstein besonders gut. naja, der rest ist weniger gut.

zunächst tauchte keine kellnerin und auch kein kellner auf. ein blick in den innenraum zeigte jedoch, dass da eine servicekraft vorhanden war. nach schlappen 15 minuten fühlte die junge frau sich dann bemüßigt, unsere bestellung aufzunehmen. ok, ich gebe zu: wir haben nicht viel bestellt, eben nur getränke, aber das ist sicher kein grund für ein schnippisches mäulchen der kellnerin.

dann hieß es wieder warten...warten....warten. endlich kamen kaffee und milchshake. wunderbar. meine mutter hatte schon geblickt, wie lahm die bedienung war (kein wunder, lag ja deutlich auf der hand) und wollte direkt zahlen.

das ging natürlich nicht. wie denn auch...die jungen frau verzog sich erstmal wieder hinter den tresen. nach schlappen 15 minuten kam sie wieder raus uns kassierte süße 10,50 euro für drei getränke.

da da dachtwe ich mir: stopp mal! das kann nicht sein. der blick in die karte bestätigte meinen verdacht. die gute hatte uns mal eben 4 euro zuviel berechnet.

wenn der prophet nicht zum berg kommt, dann...ich ging also in die kneipe hinaien und machte das frollein auf den fehler aufmerksam. und was geschah? eigentlich nix. keine entschuldigung...nö. sie brummelte irgendwas von "war noch ne cola drauf" und drückte mir schmollend meine 4 euro in die hand.

gehts noch? will die gute zicke gar nicht arbeiten? soll sie es doch lassen. die sehen mich so schnell nicht wieder...sonnenplätzchen hin oder her. ich bleib lieber in meiner stammkneipe.

güterbahnhof - innen und außen

hier der link zu einer fotogalerie von sascha. besonders interessant sind die innenansichten. wer das betrachtet, wird schnell feststellen, dass wir es hier keineswegs mit einem schandfleck zu tun haben.

http://picasaweb.google.com/SaschaTschorn/GTerbahnhof02?authkey=-Pusff9QhMg

Samstag, Mai 19, 2007

hansetag in lippstadt - die endlosschleife

schön wars auch im nicolaiweg. ach, der ist ja immer schön.





es gab ja auch ne menge schöne momente. solche wie diesen:
das war das konzert von harmony central am freitagabend auf dem rathausplatz.

kultur - nein danke

meine mutter war auf "bildungsreise" im harz und weilt nun ein paar tage im schönen lippstadt. gestern präsentierte sie dann stolz all die prospekte, die sie im harz gesammelt hat. wir wollen ja im sommer auch da hin, wenn auch aus anderen gründen.
meine mutter schwärmte in höchsten tönen von der wahnsinns kulturlandschaft da, den kirchen (hat sie natürlich alle gesehen) und überhaupt..folgender dialog entstand:

mutter: "kind, da mußte unbedingt hin! soviel kultur! und die kirchen!"
ich: "mutter, ich kann keine kultur mehr sehen.davon hab ich echt die schnauze voll."
mutter: "was? damit verdienst du doch dein geld!"
ich: "eben. wenn ich damit mal geld verdienen würde."

tsts, wenn so mancher wüßte, wie sehr mir die dusselige kultur manchmal auf die nerven geht.

grade steht meine mutter übrigens auf der waage. ihr einziger kommentar: scheiße! alles klar.

Montag, Mai 14, 2007

hansetag in lippstadt...ein fest der superlative?

nu isses vorbei, das "jahrhundertereignis", das "fest der superlative".
naja, es kamen nicht die angesagten 400.000 besucher. auch die 200.000, die kolportiert werden, halte ich für eher unwahrscheinlich. wie haben die denn gezählt? ok, am sonntag habe ich vor der tür keinen parkplatz gefunden. der unnnette mensch, der sich dahinstellte, hatte keinen anwohnerausweis und war insgesamt recht zickig. naja, manche sind eben einfach ätzend.
aber von riesenstaus, blechlawinen, besuchermassen keine spur.
und in den kenipen saßen die leute rum, die da immer sitzen.
gut, die konzerte auf dem rathausplatz waren voll. das ist ja schon mal was.
war auch ne nette stimmung in der stadt, aber irgendwie habe ich den eindruck, dass es alles nicht ganz so international war, wie es einige gerne hätten.

der größte teil der besucher kam rein autokennzeichentechnisch aus der region.
der hansemarkt war ne riesenenttäuschung. himmel, warum müssen denn die büdchen alle gleich sein? wirkte auf mich eher wie ne werbeveranstaltung für ferien in deutschland.

werbeveranstaltung ist das richtige wort: moonlightshopping, verkaufsoffener dies und das....gehts denn immer nur darum, den leuten die kohle aus der tasche zu fischen? also ich habe jedenfalls kein "hansetagsgeld" bekommen und konnte ergo auch nicht mehr ausgeben, als sonst im mai. punkt.

damit wären wir bei den preisen. sorry, aber die waren gepfeffert! ein ein brötchen mit zwei dünnen scheiben spießbraten für 4 euro?????
angebrannte würstchen, die noch fix zur currywurst verarbeitet werden?
ein bier 2 euro?
na, da haben sich ein paar wohl echt frisch gemacht.
wenn ich mir jetzt überlege, dass eine vierköpfige familie zum hansetag geht....hilfe, die waren ja fix 40 euro los. für jeden was zu essen und zu trinken. dann vielleicht noch was kleines für die kiddies vom mittelaltermarkt. aber wir wollen ja nicht fies sein. bumms, nächste woche gibbet dann eben ravioli und fischstäbchen.

mist, geht ja auch nicht. läuft doch grad die kampagne gegen fette kinder. besseres essen und so...ja, himmel, nach dem hansetag kann sich das keiner mehr leisten und es ist noch viel monat übrig.

hanstag in lippstadt ....die zweite


aber das gabs auch....spontaner nightglow am freitagabend auf dem rathausplatz.

hansetag in lippstadt


also das geht ja nun gar nicht! am bierstand auf dem rathausplatz hopsten doch tatsächlich die bedienungen mit diesem t-shirt rum. hallo? hansetag nicht bördetag. habt ihr soester ne macke?

Dienstag, Mai 08, 2007

hansetag, demokratie und die meinung andersdenkender

oh je, die lippstädter stadtväter und -mütter brauchen dringend mal ein coaching in sachen demokratie und meinungsfreiheit. liebe kommunalpolitiker! wir leben seit 60 jahren in einer demokratie. das solltet ihr wissen. es geht nicht immer alles nach eurer nase. wer wählt euch denn? wer zahlt denn die steuern, die eure eitelkeiten finanzieren? hmm??? richtig! wir die dummen bürger, das dusselige wahlvolk. und dieses dusselige volk hat nun endgültig die nase voll. jedenfalls eine stimme davon, also meine.

was ist geschehen? ganz einfach und doch unglaublich.
die initiative "lebendiges lippstadt" wollte am 05.mai mal wieder die lippstädter bürger sachlich informieren und den info-stand in der innenstadt aufbauen. dafür braucht man eine genehmigung - logisch. der engagierte mitstreiter stellte also den entsprechenden antrag formgerecht bei der stadt. die sache wurde abgelehnt mit dem hinweis auf den kommenden hansetag und aufbauarbeiten nin der city. ok, das verstehe ich ja noch. das "jahrhundertereignis", so bürgermeister sommer, muss angemessen abgefeiert werden. by the way: ich finde die verbindung zwischen lippstadt und der hanse ja immer noch völlig lächerlich,. aber egal.

die initiative ist ja flexibel, der termin für den info-stand wurde intern verschoben.

aber was mussten die mitglieder von "lebendiges lippstadt" an eben diesem samstag vor dem citiy-center mitten in der innenstadt sehen? einen info-stand der cdu. und was machten die sogenannten christlichen demokraten da? sie befragten das dumme volk zur notwendigkeit eines "sozio-kulturellen zentrums" in lippstadt.

ehrlich, da bekomme ich einen dicken hals. was soll das denn?
es gab eine absprache, das man sich gegenseitig wertschätzt und informiert. boah, was sind das für linke touren. und noch dazu von den konservativen.

die iniative "lebendiges lippstadt" ist wohl den cdu-lern der stadt ein dorn im auge. da gucken wir mal über demokratische regeln hinweg und machen das eigene ding? spinnt ihr? für wie blöd halten diese menschen eigentlich die bürger? unliebsame meinungen werden einfach ausgesperrt? in lippstadt bitte nur konforme gedanken? oha! haben denn hier nun endgültig die stöffchenfühler das sagen? machen unsere politiker politik ohne bürger?

eins ist klar: ich bin stinksauer, richtig sauer.
und solche maulkorb-erlasse mögen ja früher funktioniert haben - heute und bei mir nicht.
liebe stadtväter und -mütter, wir sprechen uns noch. nach der wahl ist vor der wahl.
so wird das nix mit uns.

am hansetag, der ja ins wasser fällt, werde ich mit einem bollerwagen der initiative durch die stadt ziehen und an die armen frierenden besucher kostenlosen glühwein ausschenken. dazu gibts dann noch infos, wie das hier in lippstadt, der hansestadt, so läuft...mit dem bürger, mit der wirtschaft, mit den demokratischen grundrechten

Dienstag, April 24, 2007

cineplex und der güterbahnhof

jeden samstagmorgen lese ich unsere geschätzte heimatzeitung gemütlich bei einer tasse kaffee im bett. das kind kruschelt in seinem zimmmer vor sich her, der süße schläft noch. viel zeit für eine ausgiebige lektüre.
letzten samstag hätte ich fast meinen kaffee verschüttet.
das cineplaex, dieser anmutige bau am südertot, hat einen neuen besitzer - so stand zu lesen. dieser möchte das kino verkleinern, dafür platz für ein fitness-studio schaffen und überhaupt den ganzen kasten ein wenig umbauen. das wundert mich nicht. ich habe schon vor jahren wetten abgeschlossen, dass ein kino dieser größenordnung in lippstadt nicht funktionieren kann. ich rechne das nun hier nicht vor, aber jeder halbwegs fitte mensch kann nachvollziehen, wie oft ein lippstädter pro jahr ins kino gehen müßte, damit der laden da läuft. ok, ein kinosaal kommt weg. gute entscheidung. und ein bisschen auflockern sollte man die kastenfront auch, dann kommen vielleicht auch mal kunden.

in einem anderen artikel lese ich: eben dieser neue besitzer des cineplaex hat auch gleich die grundstücke auf der anderen straßenseite gekauft. oh wie schön ist das denn.
seit ewigkeiten ärgere ich mich über diese brache und die nicht vorhandene fußgängerfreundliche anbindung der parkplätze. schon mal versucht mit drei blagen im schlepptau nachmittags die straße am südertor zu überqueren um ins kino zu kommen? chancenlos. es sei denn die schranken sind geschlossen oder frau wirft sich mit wildem blick vor die herannahenden pkw. toll, vielleicht kommt ja da mal bewegung rein.
weiter lese ich, dass der neue investor dort einen geschäftsbau plant. es wird ja immer besser. ein supermarkt soll da rein. noch viel besser - besser gehts nicht.

danke, danke, lieber investor. da ist wirklich ein klasse platz für einen supermarkt. gut erreichbar, aber nicht in der wunderschönen innenstadt. parkplätze kann man auch bauen.
tja, meine lieben stadtväter und - mütter, was wird denn dann mit euren plänen am güterbahnhof? wäre ja irgendwie irrsinn, dann noch einen kaufland zu bauen, oder? und kaufland wird ndas auch sicher nicht mehr wollen. so doof können die nicht sein. vor allem, wenn der supermarkt am südertor schon 2008 gebaut wird. da schwingt ihr doch gerade mal die abrißbirne gegen alte fassaden.

das ändert ja wohl die situation. nun werde ich sehr genau beobachten, was da im planungsausschuss vor sich geht. wird der neubau am südertor wohl aus eigenen interessen verhindert? wer stimmt dafür, wer dagegen? was sagen unsere großkopferten dazu? wer gewinnt oder verliert was dabei? hochspannend das ganze. eine wunderbare möglichkeit mal wieder demokratie zu üben.

feststeht: ein großteil der lippstädter bürger ist nicht so wahnsinnig glücklich mit den geplanten großbauten in der altstadt. gerade ältere mitbürger sehen es nicht gerne, wenn das erbe, das ihre generation hinterläßt, mal so eben platt gemacht wird. ist ja auch eine frage der identität. feststeht auch: wir brauchen einen lebensmittelladen in der nähe der innenstadt. wunderbar, wenn der am südertor gebaut wird. und: viele bürger sind für ein kulturzentrum in der innenstadt.
ja, liebe stadtmütter und - väter, was wollt ihr denn noch? die perspektiven sind doch einfach unglaublich.
ach, und diese geplante hähnchenmastanlage - die vergeßt mal fein. unterbindet das. wer will denn schon mit dem gestank leben. und wer will heute noch eier oder hühner aus "kz-produktion" essen. ich schon lange nicht mehr. igitt.

Freitag, April 20, 2007

infostand lebendiges lippstadt




letzte woche war es soweit. zum ersten mal bot die initiative lebendiges lippstadt an einem stand in der innenstadt infomaterialien zum thema an.
die 3000 frisch gedruckten flyer waren schnell unters volk gebracht. ich weiß: die bildchen sind echt klein. tut mir klein. sind halt nicht von mir.
der plan ist, mit dem stand weiterzumachen, bis wirklich der letzte lippstädter es mitbekommen hat.
so gegen 14h wurde mir klar, warum herr z. von lott so grelle auf das neue center ist: es war nix mehr im südlichen bereich der lange straße los. die leute waren alte im bereich poststraße und rathausplatz. da sind die cafes, da ist leben. da wird flaniert und geguckt.
aber ob so ein neues einkaufsding es rausreißt? ich bin skeptisch.

Freitag, April 13, 2007

fliegenfischen an der lieser - nachtrag

besuch hatten wir an der lieser dann auch.


wenn schon keine fische beißen, ist wenigstens zeit für ein lagerfeuer.






Donnerstag, April 12, 2007

lennestadt, das lippstadt des sauerlandes?

letztes wochenende kam ich beim umfahren sämtlicher staus durchs sauerland. und damit auch durch lennestadt. lennestadt? dem geneigten lippstädter leser dämmert es hoffentlich. das ist diese nette kleinstadt im sauerland, die von herrn prünte als "vergleichsobjekt" für den großbau in der südlichen altstadt herangezogen wurde.

eiune gesunde neugier ist bei mir ja genetisch bedingt, also nutzte ich doch gleich die historische chance und habe mir mal die situation angesehen.

also, lieber herr prünte, der vergleich mit lippstadt hinkt ja so dermaßen. man kann wohl kaum ein rennpferd mit einem esel vergleichen, also wirklich. da muß schon was anderes kommen.

lennestadt ist eine art straßendorf. so nannte das meine erkundelehrerin früher immer. haufendorf - straßendorf - wer in den goldenen siebzigern und achtzigern in der schule war, hat das noch gelernt.
naja, lennestadt kann nix dafür. das sauerland ist nun mal eher bergig, also müssen die leute schon sehen, wo sie ihre häuser ins tal setzen.
logisch, mit innenstadt ist dann auch nicht viel. bei mal eben 26.000 einwohnern eigentlich auch kein wunder.
fährt man von süden kommend nach lennestadt, erreicht man zunächst altenhundem. richtig - da soll das zentrum gebaut werden udnsie sind auch schon dran.
läppische 4000 qm - dagegen sagt doch niemand was , herr prünte. völlig in ordnung. fände ich auch für lippstadt ok. aber hier ist ja direkt von 13.000 qm die rede. klingt nicht nur mehr - ist auch mehr.
ich schweife ab: also der neubau in lennestadt liegt mitnichten direkt an irgendeinem stadtzentrum. wirklich nicht, herr prünte. der liegt an der bahn und ist auch reichlich außerhalb von lennestadt selbst, was immer man auch als solches bezeichnet. einfach außerhalb, nämlich am ortseingang.
das ist doch fein. genauso kann das in lippstadt auch laufen. ein feiner neubau - meinetwegen mit kaufland und mediamarkt- aber doch bitte nicht in unserer schönen altstadt. wenn schon lennestadt als vorbild, dann bitte auch richtig!

sehr geschätzter herr prünte, ich möchte das auch haben, was die lennestädter bekommen: kleinteilige bebauung außerhalb irgendeines ortskernes. dann schimpf ich auch nicht mehr.

Mittwoch, April 11, 2007

fliegenfischen an der lieser


wer nun denkt, wir wären im zoo gewesen, irrt sich gründlich. diese nette, noch etwas verschlafene schildkröte ist uns an der lieser/eifel über den weg gelaufen. ich bin sehr selten sprachlos, doch dieses reptil in der sonne hat mich erstmal umgehauen. ich habe leider keine ahnung, zu welcher art es gehört, aber es war schon ein ungewöhnlicher anblick.
aber der reihe nach:
am vergangenen wochenende haben wir kurzentschlossen einen kleinen urlaub in manderscheid/eifel eingelegt. die flüsse im bergischen, an denen wir eigentlich fischen wollten, waren schon von holländern belegt, also suchten wir nach einer alternative. franjo hatte irgendwann mal was von der lieser gelesen. von bonn aus ist dieser fluss ja nicht weit, also fuhren wir samstagmorgen los. karten gibt es für die beiden strecken in der touristinfo am ortsrand. jeweils 10 euro haben wir für einen tag bezahlt. leider muß man einen zimmernachweis erbringen, wobei die nette dame in der info danach gar nicht gefragt hat. es geht also sicher auch ohne.

die lieser ist ein wunderschöner kleiner fluß, der sich höchst romantisch durch das liesertal zieht. absoluter vorteil: außer fliegenfischern kommt da keiner hin. der wanderweg verläuft an den höhenzügen und ohne wathose ist an der lieser nichts zu machen. aber ich fische ja eh nicht gerne in straßen- oder stadtnähe. die unter strecke beginnt an der niederburg uns zieht sich dann talaufwärts. nach ein paar metern ist man wirklich alleine in der natur.

das fischen dort ist echt ein erlebnis. wir waren wohl ein bisschen früh im jahr, denn gefangen haben wir nicht wirklich viel. ich denke mal, dass die fische noch inaktiv in den ritzen und unterständen standen. es war wohl noch zu kalt. ein paar bisse hatten wir doch. wobei ich darauf wette, dass die fische nur gebissen haben, weil der köder fast auf ihrem kopf landete. franjo hatte einen baby-döbel, eine sehr schöne äsche, eine baby-forelle und in einem kolk dann auch eine große.
bei mir beschränkte es sich dann auf eine größere bachforelle, die aber wohl nur aus reinem reflex gebissen hat. dennoch ein schöner drill und ein wirklich hübscher, toll gezeichneter fisch, den ich gerne wieder zurückgesetzt habe.



hier beginnt die zweite, obere strecke. an der oberen strecke sind viele alte bäume gefällt worden, was leider nicht so arg schön aussieht. dafür wird mit erlen aufgeforstet, was wiederum eine gute maßnahme darstellt. die lieser ist ein sehr abwechslungsreiches revier mit vielen stellen, an denen einfach forellen stehen müssen.



sicher ist, dass wir wieder kommen, wenn es wärmer ist.

Donnerstag, April 05, 2007

alme-quelle in alme



etwas ausserhalb von alme liegt die quelle der alme. ein wunderschöner ort und relativ wenig besucht. man erreicht die quelle über einen fußweg vom ort aus.

Dienstag, März 27, 2007

"angriff auf die city" - kririk an den neuen centers

steht so zu lesen bei:

http://daserste.ndr.de/titelthesentemperamente/archiv/2006/t_cid-3417924_.html


"Angriff auf die City - Wie Einkaufszentren die Städte zerstören
Sendung vom 03.12.2006 23:00 Uhr (NDR)


Grossformatiges Bild

Die königlich preußische Bergwerksdirektion in Saarbrücken. So schön, dass sie unter Denkmalschutz steht. Zu schön nur für Büros, dachten sich findige Investoren. Nun soll die alte Treppe das Prunkstück eines Einkaufszentrums werden. Denn das ist derPlan:
Die Bergwerksdirektion als Shoppingmall. In bester Lage. Nebendran ist ja auch schon eine Galerie. Gibt zusammen den perfekten Einkaufstempel. Zugeschlagen hat ein Betreiber ausHamburg.
Gerhard Dunstheimer, Geschäftsführer der ECE, dazu: "Wir haben zusammen mit den Denkmalschützern in Saarbrücken, wie ich finde, eine sehr gute Lösung gefunden, wie man ein Denkmal auch wieder mit Leben füllen kann und wie man ein Denkmal auch wieder den Menschen zurückgebenkann."
Architektin Marlen Dittmann ist da anderer Meinung: "Sie sagen, der Denkmalschutz wäre ihnen sehr wichtig. Er ist ihnen auch wichtig, aber aus ganz anderen Gründen als uns. Er ist ihnen wichtig, weil sie mit einem denkmalgeschützten Gebäude Reklame machenkönnen."
Reklame für die schöne neue Warenwelt. In der Regel präsentiert auf mehreren Etagen, überdacht und beheizt. Das Erfolgsrezept: Bequem bekommen die Kunden, was sie brauchen. Von Brille zum Handy, vom Brot zur Hose - alles dabei. Keiner beherrscht das Geschäft so gut wie die Einkaufscenter-Entwicklungsgesellschaft, kurzECE.
Seit 40 Jahren bauen sie Einkaufstempel. Mittlerweile fast 100 in ganz Deutschland - früher auf der grünen Wiese, heute mitten in den Städten. Immer nach dem gleichen Prinzip: "Unsere Philosophie ist es, die hat uns unser Gründer mitgegeben, ein langfristiges Engagement für die Städte zu bringen, ein Partner für die Städte zu sein. Das heißt, wir sind immer daran interessiert, lange in den Städten zu bleiben und dort ein Miteinander zwischen bestehendem Handel und unseren Galerien zu schaffen und das stärkt die Attraktivität der Stadt", so Geschäftsführer GerhardDunstheimer.
Umstrittene Innenstadtbelebung
Die Center im Zentrum sollen die Innenstädte beleben. Doch sie sind umstritten. Kritiker warnen vor dem Ausverkauf der Städte: wo früher öffentlicher Raum war, hätten jetzt private Investoren das Sagen. "Angriff auf die City" nennen es die Herausgeber dieser aktuellenStreitschrift.
"Die Innenstadt braucht Lebendigkeit, das ist gar keine Frage. Wenn man da dann 30 oder 60 oder 100.000 Quadratmeter baut, dann macht man die Stadt an der Stelle auch kaputt, dann fahren die Kunden von hinten in das Parkhaus rein, sind drin, haben alles was sie brauchen und brauchen die Stadt dann nicht mehr", erläutert ECE-Kritiker WalterBrune.
Er muss es wissen: Walter Brune baute in Mühlheim an der Ruhr Deutschlands erstes Einkaufzentrum. Damals gefeiert als Meilenstein. Heute würde er es so groß wohl nicht mehr machen: "Aber dann hab’ ich auch nachher gesehen, gerade weil ich das da gemacht habe, wie verheerend das auf die Städte, die benachbart waren, Mühlheim, Oberhausen, Essen, sich das ausgewirkt hat, dass viele Läden dazumachten."
Wenn Innenstädte veröden - dann nicht wegen uns, sagt die ECE. Im Gegenteil: Die Einkaufszentren lockten Kunden überhaupt erst in die Stadt. Das helfe auch anderen Geschäften.Gerhard Dunstheimer: "Es gibt eine Gruppe, die da nachfragt und das sind die Menschen, das sind die Kunden, die ihre Wünsche haben an den Einzelhandel und die dort neue attraktive Angebote wollen in Ergänzung zu den bestehenden Angeboten in den Städten und deswegen fragen die Menschen nach auch nach neuen Formen, nach neuen Formen des Einzelhandels in unserenGalerien."
In Oldenburg plante die ECE dieses neue Center: und zwar auf dem Gelände eines maroden Hallenbades - direkt neben dem Schloss. Doch die Oldenburger wehrten sich. Sie sahen ihre Innenstadt mit der ältesten Fußgängerzone Deutschlands in Gefahr. Und wählten einen der schärfsten Kritiker des Einkaufszentrums zum Oberbürgermeister. So liegen die Pläne im Moment auf Eis.
Gerd Schwandner, Oberbürgermeister von Oldenburg dazu: "Das hätte was den Denkmalschutz angeht eine deutliche Beeinträchtigung bedeutet. Und es hätte für den Einzelhandel mit hoher Wahrscheinlichkeit die Konsequenz gehabt, dass das Center zu einer Umverteilung der Kaufkraft in das Center als Ergebnis hätte, plus dann natürlich in der Konsequenz eine ganze Reihe von Einzelhändlern schlichtweg keine Überlebensgrundlage schlichtweg mehr gehabt hätten, ökonomischgesprochen."
Sieht Einkaufen bald überall gleichaus?
Anderswo wird längst gebaut wie hier in Essen. Darüber hinaus plant die ECE mindestens 10 weitere Center. Die Städte freuen sich über Arbeitsplätze und Steuergelder. Aber sie geben ihre Kompetenzen an die Wirtschaft ab, so dieKritiker.
ECE-Kritiker Walter Brune: "Ich bin der Meinung, dass die Stadtplanung, die Stadtpolitik nicht so entstehen kann, dass da ein Investor kommen kann und sagt, ihr habt da Industriebrachen, da will ich was drauf bauen, freut euch mal darüber, sondern die Stadtplanung muss aus dem Bedürfnis der Stadt kommen. Der Investor, der mit seinem Gutachter kommt, der hochbezahlt ist, der macht doch allen was vor, das darf doch nichtsein."
"Das ist ein gemeinsames Miteinander. Wir sind seit über 40 Jahren in Deutschland tätig. Wir haben gute Verbindungen zu den Städten, die Städte kennen uns und wir kennen die Städte und so entwickelt man gemeinsam miteinander Überlegungen, gemeinsam miteinander Ideen, die man dann auch hoffentlich gemeinsam miteinander realisieren kann", erklärt der Geschäftsführer der ECE, GerhardDunstheimer.
In Saarbrücken hat das Miteinander gut geklappt. Stadtväter und Investoren sind sich einig: Konsum toppt Denkmalschutz. Denn Stadtväter wollen vor allem eines: Investoren nicht verschrecken. Nur: Dann sieht Einkaufen bald überall gleichaus."

alles gut in lennestadt?

die verantwortlichen der stadt lippstadt in sachen südliche altstadt machen nun front. naja, eher ein fröntli. es ist die rede von der weltstadt lennestadt, die achso beispielhaft mit neubauten umgehe. ok, ich weiß nicht viel über lennestadt, aber wozu gibt es google.

"Einwohnerzahl
2005
27.831" (quelle wikipedia)

und über altenhunden steht da:

"Im Zuge der Umgestaltung des Ortes zum Mittelpunkt von Lennestadt wurden viele, teilweise auch für das Sauerland typische Fachwerkhäuser abgerissen, um Platz für das Rathaus und neue Geschäftshäuser zu schaffen. Dadurch hat der Ort seinen dörflichen Charakter verloren. Als eines der wenigen erhaltenen Fachwerkhäuser gilt Müllers Mühle von 1721, die 2002 restauriert wurde. "(quelle wikipedia)

ach, das kennen wir doch, oder? soweit, so gut.

die situation in lennestadt wird heute wie folgt geschildert:
"Lennestadt hat kein gewachsenes Zentrum."

oha, ist das dann mit lippstadt vergleichbar? wir haben hier ein schönes historisches zentrum. und die planung für die südliche altstadt ist eben nicht an einer randlage, sondern mittendrin. schon ein kleiner unterschied, herr prünte, oder?

und gebaut werden dort nur 4000 qm. na wunderbar, dagegen haben wir ja auch nichts. ist ja doch eine etwas andere größenordnung, als in lippstadt geplant. immerhin ist hier bei uns ja die rede von ca. 13.000 qm. ach, was bin ich spießig. wo ist da schon der unterschied?
mein sohn würde in der schule eine fünf kassieren, wenn er so rechnen würde.

Montag, März 26, 2007

piratentour in lippstadt


wie ist es schön in lippstadt! hier ein erster vorgeschmack auf den kommenden hansetag. am samstag ging die generalprobe für die piratentouren über die bühne, die von gamann kanus und sonja gellrich angeboten werden.

Samstag, März 24, 2007

der WDR und lebendiges lippstadt




ich bin spät dran, ich weiß. aber hier nun die bilder aussem familienalbum vom termin mit wdr-lokalzeit.




lebendiges lippstadt - termin in der tenne

donnerstag in der tenne in lippstadt zeigte sich mal wieder, dass viele lippstädter nicht mit dem einverstanden sind, was uns da in die altstadt gebaut werden soll. gut so - der bürger wacht auf.

bei dem ganzen projekt stellt sich mir die frage: wem nützt es?

nun, offensichtlich mal zunächst den leuten, die die gutachten verkaufen.
dann natürlich auch dem investor - fein geld gemacht.
auch kaufland und madiamarkt machen ihre schnitte: immerhin wohnen hier 67.000 menschen, die möglicherweise dort einkaufen. wobei: damit sich das ganze rechnet, müßte jeder lippstädter einiges an kohle in das neue zentrum tragen. geld, dass er an anderer stelle dann nicht mehr ausgeben kann. pro kopf müssen es - glaube ich- an die 800 euro pro jahr sein, kinder und greise eingerechnet. eíne vierköpfige familie ist dann deutlich in der pflicht: 3.200 euro pro jahr - was tut man nicht alles für den fortschritt.
verdienen werden auch die bauunternehmer, die billiglohnarbeiter.
weniger gut kommen dann die leute weg, die in diesem zentrum arbeiten werden: kaufland ist bekannt für seine extrem arbeitnehmerfreundliche haltung.
man schaue nur, was bei lidl so los ist - lidl = kaufland.

verdienen möchten auch die lippstädter einzelhändler.
wird schwierig, denke ich.
mal ehrlich: wenn ich freitags meinen wocheneinkauf starte, sitze ich erstmal ne halbe stunde in der küche und grüble, was ich brauche. cornflakes für den kurzen, schoki für den süßen, den grundkram, ein bissi was nettes fürs wochenende....frische sachen hole ich eh auf dem markt, aufschnitt bei angela (die mortadella ist grandios), schreibwaren kaufe ich bei koch, brot auch nicht im supermarkt - fleisch schon mal gar nicht.

irgendwann steht dann das übliche auf dem zettel: milch, joghurt, zucker, butter, sahne.....kennt ja jeder.
wenn ich es dann glücklich in den supermarkt geschafft habe ( der zettel liegt natürlich auf dem küchentisch9, dann bin ich in nahkampfstimmung. schon das parken ist der reinste horror und das gedudel aus irgendwelchen lautsprechern im laden nervt.
also sehe ich zu, dass ich fix aus dem ding wieder rauskomme.

alles ins auto gepackt - leider haben wir ja in deutschland nicht so nette, knackige jungs, wie in den usa, die einem dabei helfen. und ab nach hause. der ganze frischkram will ja in den kühlschrank.

wer, bitte schön, denkt eigentlich, dass ich dann noch lust auf eine ausgedehnte shoppingtour hätte? auf so einen schrägen zeiger kannentweder nur ein mann kommen, der sowas von seiner partnerin erledigen läßt oder eine single-frau, die eh freitags zu douglas rennt und sich fürs wochenende aufhübscht.
menschen, die wie ich kinderhalter sind, kämen nie auf die idee.

und noch was: schon mal dran gedacht, dass kaufland nicht gerade ein feinkostladen ist?
ich bezweifle sehr, dass der normale kauflandkunde nachher noch einen anzug für 400 ohren bei lott kauft. oder eine feine tasche bei rahe. oder gar bücher bei diesem ekligen buchdiscounter.

womit ich ja bei einem meiner lieblingsthemen bin: thalia.
diese materie gewordene bedrohung meiner leseliebe. dieser aldi der literatur. gruselig.
ach, ich gehe lieber zu meinem freund walter, kraule ne runde brinkmann, rauche gemütlich eine zigarette und suche mir dann ein buch aus. noch mit persönlicher beratung - walter weiß, was ich lese. dazu gibt es dann noch ein schwätzchen gratis und oft noch einen kaffee.
wer geht da noch zu thlaia? die bücher kosten da eh dasselbe.

Dienstag, März 20, 2007

lebendiges lippstadt - neue ansichten der stadt?


und so soll es dann aussehen - links das sanitätshaus, das offenbar stehenbleiben soll, rechts das "ankergebäude" unseres neuen einkaufszentrums. dahinter sehen wir ein anderes städtebauliches und architektonisches wunderwerk: das cineplex. naja, immerhin fällt die hässlichkeit dieses baus dann nimmer so ins gewicht - ist ja dann kein soltärbau mehr. wir sehen auf dieser liebreizenden zeichnung den blick schräg in die neue bluemenstraße. schöne, reiche großstädter kaufen dann - wie man sieht- bei uns ein.
vom charme alter fachwerkhäuser, von kleinen ensembles, von der schönheit des "venedigs westfalens" bleibt nichts. austauschbare glasfronten, schmucklose zweckbauten - wie schon am haus köppelmann zu bewundern - wie in der woldemei-passage zu sehen.
warum wirbt eigentlich die stadt lippstadt auf ihrer homepage mit den ollen bauten? warum sehe ich da kein bild der wegweisenden, modernen architektur? warum ist da immer nur die rede von mittelalterlichen fachwerkbauten?

güterbahnhof - lippstadt: schauen wir genauer hin


so soll also der östliche teil des neubaus aussehen - projekt südliche altstadt. nun gut...was sehen wir? rechts das türmchen steht da, wo heute noch mattenklodt steht. nördlich davon die blumenstraße. die mittlere graue stichstraße soll als zulieferungsweg genutzt werden. oha, die hat direkten anschluß an die cappelstraße. tja, da werden die anwohner sich freuen, wenn morgens um sechs die lkw durchbraten. fein, da ist man dann früh wach. über den parkplatz unten werden die wohl kaum kurven wollen. hmm, also ist schon mal klar: die cappelstraße ist dann zu nichts mehr zu gebrauchen. jedenfalls nicht zum leben. wissen die alten leutchen eigentlich, die in die neue residenz an der soeststraße ziehen wollen?
dann sehen wir links den neuen elektrofachmarkt - über 6000 qm - kein pappenstiel. davor noch ein paar neue läden. das ding geht dann bis zum gelände des güterbahnhofs, der dann ja abgerissen ist. und wer genau hinsieht, dem fällt auch folgendes auf: der größter teil des verkehrs hin zum neuen wunderbaren shopping-center mit erlbenischarakter und magnetwirkung wird über die cappelstraße laufen. fein, da machen wir dann wochenends einen großen bogen drum. ich freue mich dann schon auf die stehende blechlawine, die sich bis zum cappeltor ziehen wird. lippstadt ist für den wandel - in dem fall für den klimawandel. da läßt sich mit kleinen dienstleistungen mancher euro machen: die kids putzen den stauern die windschutzscheiben, die mamas vertickern selbstgebackenes, die omas bieten babysitterdienste an .......
ach, da fällt mir ein: das westfälische amt für denkmalpflege hat mir letztens einen netten brief geschrieben. jo, der güterbahnhof steht nicht unter denkmalschutz - aber: eben diese netten schützer erhaltenswerter substanz haben der stadt lippstadt schon vor jahren nahegelegt, eben diesen güterbahnhof zu erhalten, da er "schützenswerte bausubstanz" sei.....hmmm, scheinen alle vergessen zu haben.
sehr gut gefallen mir die parkplätze direkt an der neuen bahnhofstraße. was tun sich da wunderbare möglichkeiten der nächtlichen nutzung auf. das don qui ist dann ja weg. spontane streetparties, sex, drugs und rock´n´ roll....

güterbahnhof und andere wunder

das thema "südliche altstadt" schlägt hohe wellen - so hoch, dass sie nun auch die erste lokale seite meiner sehr geschätzten tageszeitung erreichen, ja fast schon überfluten.

schön, sehr schön, denn immerhin geht es ja alle lippstädter an, was da auf uns zukommt. und machen wir uns nichts vor: den kasten - wenn er denn mal steht - werden wir so schnell nicht los.

was mich nur sehr irritiert, sind die aussagen unseres bürgermeisters, die zitiert werden wie folgt: "Bei einem Treffen zwischen den Bürgern und Vertretern der Stadt habe man vereinbart, sich gegenseitig über das jeweilige weitere Vorgehen in dieser wichtigen Angelegenheit zu informieren. Das sei nun leider nicht geschehen."

sorry, aber da muß sich mal das wunder des paralleluniversums oder das berühmte loch im raum-zeit-kontinuum von tucholsky materialisiert haben. sofern ich mich recht erinnere und gemeinhin leide ich noch nicht an demenz, hat sich der besagte bürgermeister noch mit keinem mitglied der initiative über das thema unterhalten. tja, aber es könnte ja sein, dass ich an wahrnehmungsstörungen leide - nun jedenfalls ergaben meine fixen telephonrecherchen eben dieses.

an einem termin zum "gemeinsamen kennenlernen" nahm besagter bürgermeister nicht teil. und von absprachen hinsichtlich irgendwelcher vereinbarungen wußte auch keiner der beteiligten irgendetwas. merkwürdig, sehr merkwürdig.
das läßt sich nun wirklich nur noch mit einem paralleluniversum erklären. ich werde meinen freund zwiebel anrufen, der ist professor für elementarteilchenphysik und kann mir das sicher erklären.

aber noch etwas wundert mich: wenn schon die rede davon ist, man habe sich zu "informationen über das weitere vorgehen" verpflichtet, warum gilt das dann eigentlich nicht auch für den bürgermeister, den stadtrat, die gemeinen opinion-leader unserer hometown? immerhin konnten alle zeitungsleser ja zur kenntnis nehmen, dass offensichtlich schon im vorfeld einiges gelaufen ist. natürlich ohne bürgerbeteiligung. und warum entscheiden eigentlich handel und politiker alleine über diese tiefgreifenden - wie herr berger sagte - "maßstabsbrüche" in unserer stadt? und warum sagte keiner der offiziellen vertreter beim "blind date" etwas vom weiteren vorgehen der stadt? immerhin müssen die herren ja damals schon davon gewußt haben, dass ein neues gutachten in auftrag gegeben war und das nun auch das projekt westliche altstadt auf das papier kommt?

naja, was mich auch sehr wundert, ist der recht einseitige fokus auf das thema güterbahnhof. auch sehr merkwürdig, denn wie hartmut befeldt nicht müde wird zu betonen: die initiative "lebendiges lippstadt" versteht sich mitnichten nur als initiative pro güterbahnhof. nein, mein liebes lippstadt, da gibt es noch viele themen, die zu jahrhundertthemen werden können: wie das unionsgelände, die cappelstraße, die ehemalige kaserne, das gebiet am cineplex.....

nur noch mal zur erinnerung: am donnerstag, 22. märz, ist wieder ein treffen in der tenne in lippstadt. wie immer 20 h - auge hat auch was zu trinken da.

lebendiges lippstadt: hier die aktuelle presseerklärung

für alle interessierten das neueste zum thema güterbahnhof:




19.03.2007
PRESSEERKLÄRUNG

Die Initiative Lebendiges Lippstadt trifft sich am Donnerstag, den 22.03.2007, um 20:00 Uhr in der „Tenne“, Cappelstr. 36. Bei dieser Vollversammlung wird über die die weiteren Aktionen der Initiative beraten.

Bereits jetzt steht fest, dass im Zentrum der Aktivitäten in den nächsten drei Monaten die Durchführung eines Bürgerbegehens stehen wird. „Der Unmut in der Bevölkerung über die Abriss- und Bebauungsabsichten mit überdimensioniertem Einzelhandel in der südlichen Altstadt braucht dringend ein Forum“ erklärte der Sprecher der Initiative, Hartmut Befeldt, und fügte hinzu: „ Es ist der Bedeutung der Angelegenheit für die Stadt Lippstadt angemessen, dass die Bürger darüber in einem Bürgerentscheid selbst entscheiden.“ Die Kampagne für das Bürgerbegehren, die von einer Arbeitsgruppe gegenwärtig noch rechtlich abgesichert wird, soll von vielfältigen öffentlichen Aktionen und Diskussionen und einem breiten Bündnis von Unterstützern getragen werden.

Parallel dazu haben andere Arbeitsgruppen der Initiative die konzeptionellen Überlegungen zur Stadtplanung südliche Altstadt und zum Aufbau eines Kultur- und Bürgerzentrums fortgesetzt und werden in der Versammlung am 22.03.07 darüber berichten. Bis Anfang April werden die Konzepte ausformuliert und dann zur Grundlage von Gesprächsangeboten an die vielen beteiligten Institutionen gemacht werden, die sich in der Stadt mit diesen Thematiken beschäftigen. Im Hinblick auf ihre Pläne für das Kulturzentrum begrüßt die Initiative ausdrücklich die jetzt von der CDU unter dem Titel 15+ angekündigte Umfrage, mit der der kulturelle Bedarf und Mangel von Jugendlichen ab 15 Jahren in der Stadt ermittelt werden soll. „ Das ist ein sinnvolles Vorgehen, um im Rahmen der weiteren Überlegungen wirklich zielgerichtet gestalten zu können“, sagte der Sprecher der Initiative.

Zu dem Treffen der Initiative Lebendiges Lippstadt sind weitere Interessenten herzlich eingeladen. Weitere Informationen sind auch unter der neuen Website www.lebendiges-lippstadt.de zu erhalten.

Donnerstag, März 15, 2007

und hier ist sie nun - die initiative lebendiges lippstadt


hier sind sie, die ewig unentwegten, die westfälischen gallier, die unbeugsamen verfechter der städtischen kultur - lebendiges lippstadt hat ein gesicht - oder besser: mehrere.

lippstadt bewegt sich - fragrt sich nur in welche richtung

projekt südliche altstadt, projekt westliche altstadt, isg, einkaufsmagneten ....alles klingende begriffe, wie uns den eindruck von einer weltstadt lippstadt vermitteln. nun, ich komme aus einer wirklichen weltstadt, wenn auch im kleinformat, aber fein, sehr fein.

betrachte ich dann meine westfälische wahlheimat wird mir doch angst und bange. nun soll auch lippstadt verkommerzialisiert werden. ein architektonisch misslungener schuhkarton am anderen. hilfe.

erinnern wir uns: als es um das cineplex ging (von meiner mutter spöttisch "der bonker" genannt) war alles noch schön und gut. es war die rede von integrierten geschäften, einem überdachten, zentralen eingang mit eben diesen shops, die fassade sollte schön gestaltet werden....und was haben wir nun? einen "bonker" mit einer ladenzeile, die ins nirwana führt. toll! mal ganz abgesehen davon, dass man ja zu fuß sicher kaum ins kino kommen kann. schon mal probiert, mit nen paar kiddies an der hand die straße zu überqueren? grenzt an offenen klampf. ich erwäge ja ernsthaft die anschaffung einer kleinen handtaschenbazooka. aber ich schweife ab.

nun, das cineplex sieht ja heute ganz anders aus. woran liegt es? soweit ich mich erinnere, hat der investor, eben der, der auch das neue center am güterbahnhof bauen soll, damals ne ziemliche welle gemacht: das liebe geld sei ausgagangen oder so ähnlich.
die drohung an die stadt war damals: entweder wir bauen das anders fertig oder es bleibt ein rohbau da stehen. jedenfalls trommelte das die lippstädter buschtrommel. vielleicht kann ja mal jemand sagen,was da geschehen ist.

n un, und eben dieser investor, den ich echt lieb habe, soll nun das neue wunderbare warenhaus der leiblichen genüsse und elektroartikel errichten? kein wunder, wenn ich skeptisch bin.
aber wahrscheinlich bin ich einfach nur entsetzlich spießig und misstrauisch. eben eine unruhige bürgerin.

die lippstädter handeln nach dem alten kölschen grundsatz: bruche mehr nit, fott damit.
fort mit den schönen alten häusern, fort mit der identität der stadt, fort mit den unliebsamen bürgern im innenstadtbereich. mal ernsthaft? wer will denn da noch wohnen, wenn sich jedes wochenende automassen gen süden über die cappelstraße zum kaufland wälzen? da müssen wir unsere kinder ja in rüstungen stecken, damit sie über die straße kommen. und die alten leutchen, die an der soeststraße wohnen sollen, werden sich auch umgucken. nix da mit rollator in die city.
dafür haben wir dann zwei neue kästen an der bahnhofstraße. hübsch. vor allem auch wieder ohne fenster. meine mutter wird begeistert sein. wahrscheinlich wird sie dann endgültig der meinung sein, lippstadt sei die neue boomtown des bonker-baus. damit sind wir dann in deutschland echt ganz vorne.

ach, da fällt mir noch das gestrige telephonat mit einem alten bekannten ein. wir haben uns vorgestellt, was wohl besucher, die mit der bahn unsere schöne stadt besuchen, denken werden.
sie fahren lauschig zwischen betonkästen durch, sonnenlicht gibbet dann da nicht mehr. wow, werden die denken, ich bin ich berlin...so schnell? und dann kommen sie wieder ins licht und sehen den irre schönen lippstädter bahnhof. liebe ratsmitglieder, so geht das nicht!
mindestens, aber wirklich mindestens muß sony als sponsor gewonnen werden. "lippstädter sony-center" - das hat klang, das hat klasse. weg mit dem bahnhof - der paßt ja nun dann nicht mehr. da muß auch was von rkg hin. könnte man ja vielleicht als shopping-center gestalten, so als mall.....

erziehungshilfe teil 3

welche stressgeplagte rabenmutter kennt das nicht: das blag macht mal wieder den willi wenns um die hausaufgaben geht. und.....blagen können da extrem nervtötend sein.
hat frau sie endlich an den schreibtisch geprügelt, geht das genöle los...die erste stufe zeichnet sich durch leises, unterschwelliges motzen aus: blöde hausaufgaben...son scheiß. falls mutter nich reagiert, folgt stufe 2 - d.h. das zu erziehende gör wird penetranter und lauter. häufig direkter übergang zu stufe 3, die gekennzeichnet ist duch wüste beschimpfungen der gebärerin: doofe mama, nie darf ich was selbst entscheiden, immer zwingst du mich, ich hasse dich!

ohja, das kommt gut, vor allem, wenn die liebe mama noch arbeiten muss. sehr geil.
brüllen, schreien oder gar lieb diskutieren bringt nix.
denn: kinder wollen ja gar nicht zuhören, die wollen recht haben und sich durchsetzen. ist so.
also bloß nicht auf den schrägen pädagogischen zeiger kommen, irgendein sinnreiches argument würde was bringen. tuts nicht. glaubt es mir.

motivation heißt das zauberwort - und das meine ich ernst. dumme pädagogen würden meine methode als fiese erpressung bezeichnen - aber sie wirkt.

"wenn du das einmaleins kannst, gehen wir die wilden kerle im kino gucken und du bekommst popcorn in massen"

"wenn du mathe bis 16h fertig hast, darfst du fernsehen (dieses bescheuerte animezeug). sonst gehst du mit mir spazieren."

"für jedes motzen gehst du 10 minuten früher ins bett"

mütter, das hilft! kinder, jedenfalls die intelligenteren, sind doch keine idioten. warum sollten sie freudestrahlend diese superblöden hausaufgaben machen? die haben doch keine macke.
mal ehrlich: ich hatte null bock auf päckchenrechnen oder gedichtelernen. sowas ödes.

kinder, die jubelnd an den schreibtisch stürzen, sind mir zutiefst verdächtig. das ist nicht normal. also müssen wir sie da packen, wo es einfach ist: bei ihren tiefen sehnsüchten nach glotze, gummibärchen, manga, fußball und erdbeereis. dann klappts auch mit den hausis.

Mittwoch, März 07, 2007

annas erziehungshilfe - how to use the grundschule

als bekennende, furchtbar dominante, herrische rabenmutter bin ich natürlich auch in der schulpflegschaft aktiv. klar, ich dränge mich gerne in den vordergrund und kompensiere so a) mein schlechtes gewissen dem armen blag gegenüber und b) nehme ich so den supermamas den raum für ihre litaneien.

nun, mein wohlgeratener sohn mit bekannten feinmotorischen problemen, orthografischem desinteresse, einem perfiden hang zu mordlüsternen aufsätzen und sehr penetranten bemerkungen im unterricht ("wo waren denn die salzwasserfische auf der arche?") trifft komischerweise nicht bei allen lehrern auf gegenliebe. in diesem falle empfiehlt sich auf jeden fall eine aktive teilnahme der mutter an schulpflegschaftsdingen. nach dem motto: fein den schulflur streichen, dann klappts auch mit der gymnasialen empfehlung.

einige grundregeln sind im umgang mit lehrern immer!!! zu beherzigen.

1. der lehrer hat immer recht.
einfach immer, und wenn er noch so großen schwachsinn erzählt. ein grundschullehrer hat eine langjährige, überaus qualifizierte ausbildung hinter sich. er ist mit allen wassern der modernen didaktik gewaschen, schwimmmt locker auf der neuesten pädagogikwelle, ist immer mehrsprachig, weiß alles über kinder und vor allem alles besser als die eltern.

2. auf keinen fall darf frau andeuten oder durchblicken lassen, dass sie auch nicht doof ist.
niemals, einfach niemals darf ein lehrer den eindruck gewinnen, sein elterliches gegenüber sei nicht grenzdebil.
also: kurze, möglichst fehlerhafte sätze benutzen. am besten gar nicht reden. niemals eine nachfrage stellen. den lehrer juckt nicht, was wir denken, ihn juckt nur, was er denkt.
und im zweifelsfall wird er patzig.
folgender dialog trug sich zu:
"sagen sie mal, herr X: was für ein sprachtest ist das eigentlich, den sie da durchführen wollen?"
"j, das ist der xy-test."
"und was testen sie damit?"
"den sprachstand der schüler"
"und was testen sie genau? also welche bereiche?" (stooooopp! schon gelaufen - ganz böser fehler)
die augenbraue von herrn x zog sich nach oben, ein innerlicher alarm war sichtbar: vorsicht! mutter droht mit kompetenz. das war es dann.....nix, aber auch gar nix war zu erfahren.

3. lehrer sind über alle kritik erhaben
lehrer können einfach alles und das auch noch viel, viel besser als andere menschen. als alle anderen menschen. nur lehrer verstehen schule, nur lehrer sind kompetent, was schule und sprachvermittlung angeht. nur lehrer können das. punkt.

4. immer fein alle schuld auf sich nehmen
sollte der fall eintreten, dass irgendwas nicht so läuft, wie lehrer sich das denkt, wird mutter in die schule zitiert. kennt man ja. dann gibt es nur eins: das hingehaltene kreuz auf sich nehmen und mea culpa brüllen. denn merke: klappt was nicht mit dem kind sind die eltern schuld. sie sind einfach immer schuld.
und da ja punkt 3. gilt.......

Montag, Februar 12, 2007

kyrills wüten im arnsberger wald



ok, kyrill ist schon ein paar tage her, aber ehrlichgesagt: ich hatte keine zeit vorher nach dem rechten zu schauen. ja, ich weiß, dass die wälder eigentlich gesperrt sind.....aber da ich nicht über umgestürzte bäume klettere - ich bin ja nicht lebensmüde - und auch nicht jane spielen will - sähe auch komisch aus- sehe ich keinen grund, nicht doch fein brav auf dem fußweg durch den wald zu streifen.

naja, wald ist gut...ehemaliger wald paßt besser. so sieht es da grade aus.












Dienstag, Januar 23, 2007

Der Güterbahnhof in Lippstadt - ein Szenario

Expansion Deutschland

"Wir suchen laufend:
projektierte oder bestehende Warenhaus-/Verbrauchermarkt-Projekte - mit Verkaufsflächen ab 2.500 m²

bebaute oder unbebaute Grundstücke
- mit Flächen ab 6.000 m²
- in guter zentraler oder peripherer Lage
- möglichst mit Baurecht oder Genehmigungsfähigkeit für großflächigen Einzelhandel (Sondergebiet SO oder Kerngebiet MK)
- zur Miete oder zum Kauf
- in Städten mit mindestens 10.000 Einwohner
- mit einem Einzugsgebiet von mindestens 30.000 Einwohner"


So zu lesen auf der Homepage von Kaufland (www.kaufland.de). oh, Lippstadt, da paßte aber gut ins Profil.

Nun, dann bauen wir doch mal ein Szenario in dem alle beteiligten vorkommen: Kaufland, ein Elektromarkt, Planungsgesellschaften und Architekten und die BEG. Denken wir uns mal ich wäre Geschäftsführerin der Kaufmich AG. (Alles, was nun kommt, ist frei erfunden und hat natürlich nix mit der Realität zu tun. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig)

Ok, ich habe ein Problem. Offensichtlich wollen die Städte nicht mehr, dass wir riesige Märkte auf der grünen Wiese bauen, denn die Innenstädte veröden immer mehr, der Einzelhandel stirbt weg, Vandalismus, Drogen, leerstehende Geschäfte...das mögen die Stadtväter und –mütter nicht, denn die Gunst der Wähler rettet ihre Kohle.
Und außerdem möchte ich ja gerne flächendeckend präsent sein, bevor diese Idioten von real das machen. Aldi, Lidl und Plus sind die reinste Pest und sitzen schon überall in den Stadtrandlagen.

Also möchte ich natürlich gerne in Innenstadtlagen bauen, da lassen die uns ja vielleicht hin. Das Problem ist nur: ich brauche große Flächen, sonst komme ich nicht auf meinen nötigen Umsatz und damit auch nicht auf den entsprechenden Gewinn. Parkplätze müssen auch ausreichend her, denn die Kunden wollen es bequem. Ok, sinnvoll wäre auch noch ein anderer Großer möglichst aus dem Elektrobereich direkt dabei. Am besten in einem Gebäude. Was mit dem Einzelhandel in der Stadt läuft, juckt mich nicht. Mich interessieren nur meine Kunden. Hauptsache die Laufkundschaft kommt auch noch bei mir vorbei und die ganze Sache geht flugs über die Bühne.

Was für ein schöner Tag. Mein Freund Mehlschorn hat mir grad beim Golfen erzählt, dass er nun endlich die alten Güterbahnhöfe und andere unnütze Gebäude loswerden will. Die kosten ihn nur Geld, dass er nicht hat. Hmm, diese Grundstücke sind doch alle in guter Innenstadtlage. Da lass ich mich mal fix mit dieser Organisation der Bahn verbinden...“Herr Schubert, machen Sie mir mal ein Gespräch.....“

Währenddessen surfe ich ein bisschen auf der Site der BEG:

"BAHNFLÄCHENENTWICKLUNGSGESELLSCHAFT NRW

Die BEG eröffnet für die 205 Städte und Gemeinden des BahnflächenPool NRW die Chance,
„ihre“ Bahnflächen zu entwickeln,
die Flächen in die Stadtentwicklungsplanung einzubeziehen und dabei
die Entwicklung „ihrer“ Bahnflächen zu steuern und aktiv mitzugestalten.
Die BEG ist die erste und zentrale Ansprechpartnerin, um alle relevanten Informationen über die Liegenschaften zu erhalten und Entwicklungen anzustoßen. Die BEG unterstützt die Städte und Gemeinden des BahnflächenPool NRW mit einem umfangreichen Service- und Leistungsangebot. Wesentlicher Baustein der Arbeit der BEG ist die enge Abstimmung mit Verwaltung und Politik der Kommunen. Die BEG garantiert den Kommunen in jeder Verfahrensphase ein kooperatives und transparentes Vorgehen. "




Ach, guck an....Lippstadt ist auch dabei. Wo issen das? Klingt gut...ca. 70.000 Einwohner, genug Umland. Und der Schlauberger von der Planungsgesellschaft seine Finger schon drin. Klasse, der arbeitet doch mit der BEG zusammen. Die haben da nen Pool von Architekten und Planungsbüros und können die Kommunalpolitiker mit ihren Formulierungen schön um den Finger wickeln. Was besseres kann mir ja nicht passieren. Da sind 200 Kommunen in NRW im Pool. Die haben sich einwickeln lassen, denn die BEG verspricht denen Beratung, Fördermittel, Planungshilfen usw. und eben auch einen Aufschwung für die Innenstädte. Das haben die dann in der Konsensvereinbarung unterschrieben. Schön blöd, aber mir passt das gut. Das können die Politiker dann ihren Wählern als tolle Leistung verkaufen. Puh, hoffentlich hat die BEG genug Manpower um alle diese Projekte zu realisieren. Ach, die nehmen einfach 4-5 Entwürfe und variieren die, fällt ja nicht auf.

Mal gucken: ach, die Architelten aus Tralala machen da auch mit. Die Kölnarkaden laufen gut, war nen schneller und billiger Bau.

Dann wird ich mal den Schlauberger anrufen und ihm verklickern, was ich mir in Lippstadt denke.

Herr Schlauberger und Herr Schwalle machen sich ans Werk und präsentieren der Stadt Lippstadt nach kürzester Zeit einen völlig „individuellen“ Plan. Von den Kommunalpolitikern kommt hoffentlich keiner auf die Idee, mal nachzuforschen, was bei den anderen Kommunen so läuft. Es sind nämlich immer die gleichen Gutachten, nur ein bisschen angepasst. Ist ja auch klar: das Ziel steht ja vorher schon fest: „Es muß gebaut werden!“ Mehr ist nach so kurzer Zeit auch nicht drin, schließlich hatten die nur ein paar Monate. Also nimmt man eben ein paar feste Zahlen, guckt sich die Stadt mal an, bastelt etwas von der Homepage rein...“mittelalterliche Stadt“ ...super Formulierung. Klar, hier fehlt eindeutig Kaufland. Logisch. Der Rest ist eigentlich Routine. Den Stadtvätern wird der Plan schmackhaft gemacht. Da arbeiten wir mit so Formulierungen wie „ehrliches Konzept“. Betonen natürlich auch, wie positiv das alles für die Innenstadt ist, faseln was von hochwertiger Architektur – raffen die Provinzler eh nicht. Pro forma laden wir ein paar Architekturbüros zum Wettbewerb ein, aber wir deichseln das schon.

Ich lehne mich entspannt zurück und freue mich auf den Gewinn.

Dienstag, Januar 16, 2007

helge und der hitler-film

ja, ich bin dickköpfig - und ich glaube noch lange nicht alles, was ich lese oder höre. und ich mag helge, also den schneider. "alles auf zucker" von dani levy ist ein grandioser film. wenn ich an "es ist nie zu spät, jüdisch zu werden" denke, lach ich mich immer schlapp. gute gründe, warum auch der fööhrer-fölm "mein führer" auf meinem privaten kino-programm stand. die recht miesen kritiken des filmes, das gezeter der gutmenschen, helges merkwürdiges verhalten - all das konnte mich nicht abhalten.

ok, ich gebe zu: der film ist nix. eigentlich ist es noch nicht mal wirklich ein film, was daran liegt, dass zwei geschichten, die völlig unterschiedlich strukturiert sind, erzählt werden - nein, sie werden eben nicht erzählt. levy konnte sich wohl nicht entscheiden, was für einen film er denn nun drehen möchte. ein drama um die endlösung? um einen schauspieler, der in die mühlen des verhaßten regimes gerät und plötzlich mitleid mit dem total gestörten hitler hat? oder doch lieber eine farce? eine komödie über diese figur? es wird nicht das eine und nicht das andere.

gut, es gibt große momente. grünbaum (ulrich mühe), der schauspieler, zitiert angesichts der meschuggen forderung von göbbels (sylvester groth spielt den wunderbar schmierig, trashig) den berühmten satz von brandauer in der mephisto-verfilmung: "ich bin doch nur ein schauspieler". blondi bespringt den fööhrer von hinten - auch witzig. aber es paßt, wie so vieles nicht zusammen. klar, wir vermuten alle, dass adolf impotent war, ein bettnässer mit ner miesen kindheit. aber was soll das? ständig fährt levy mit angezogener handbremse durch die szenen. wird es einmal wirklich grotesk, bumms, vollbremsung. manche details sind wirklich gelungen, so das neckische rosa hakenkreuz, das die friseurin auf ihrem kittel trägt, das pompöse bettchen in das adolf näßt, das gerangel um korrekte dienstgrade...aber: es sind eben nur teile.

helge hat recht: über diesen führer kann man irgendwie nicht richtig lachen. zu wenig slapstick, zu wenig grotesk, zu politisch korrekt (ilja richter ist klasse in der rolle des lagerinsassen, der grünbaum belügen muß, aber das paßt nun gar nicht dahin).

ok, meine these: der gute levy hat irgendwann mal mit freunden nen wirklich witzigen und sicher alkoholisierten abend gehabt. danach hatte er dann ein geniales drehbuch im kopf. und je weiter das projekt fortschritt, desto mehr verließ ihn der mut. der film hat einfach keine eier.

Mittwoch, Januar 10, 2007

güterbahnhof lippstadt - kultur oder kommerz?

"wir befinden uns im jahre 2007 n.Chr. ganz deutschland ist besetzt von den "geiz-ist-geil-kauf-dich-tot"-filialisten...ganz deutschland? nein! ein von unbeugsamen westfalen und zugezogenen bevölkertes dorf hört nicht auf, dem eindringling widerstand zu leisten. und das leben ist nicht leicht für die kommunalpolitiker, die im rat der stadt sitzen..."

jaja, die städtebaulichen fehler der letzten jahrzehnte kennt man bis zum abwinken: leblose betonklötze, angebliche shopping-malls, große filialisten wie fielmann, mediamarkt, thalia verschandeln unsere schönen städte mit ihren geschmacklosen bauten und rattenfänger-schaufenstern. (geiz löst bei mir keine geilheit aus - und er führt nicht im mindestens zu irgendeinem hochgefühl)
nun erreicht dieser gipfel der geschmacklosigkeit auch meine hassgeliebte kleine stadt an der lippe. ein häßliches cineplex haben wir schon. kommentar meiner mutter: ach, ihr habt nun einen bunker? bisschen spät. nun soll es also noch mehr werden mit der anlockung der dummen käuferschicht aus dem provinziellen umland. ein neubau für große filialisten soll her. und nicht etwa weit ab von unserer historischen innenstadt, in der es sich noch gut leben läßt - nein! mitten rein soll das ungeheuer sozusagen.
dafür putzen die politiker gerne schöne alte bauten wie den güterbahnhof weg - gehts noch, leute? lippstadt als nachts tote einkaufsstadt? betonbauten statt fachwerk? kommerz statt kultur?

nix da - das wird nicht abgerissen.

Dienstag, Januar 09, 2007

kristallkind

man staunt ja immer wieder, was leute so im internet suchen. "kristallkind" ist schlichtweg der renner meines blogs. bemerkenswert. für diejenigen, die sich da nicht so auskennen, sei erklärt, dass es sich dabei um einen begriff aus der esoterik handelt.
angeblich soll es neue (richtig! die rede ist hier von mehreren..) generationen von kindern auf diesem planeten geben. da fragt sich der ungebildete laie (also auch ich): wie bitte? was soll das?

ok, die anhänger dieser idee denken, dass "mutierte" - also andere, andersartige kinder mit besonderen fähigkeiten auf diesen planeten kommen (woher? warum?), um uns eine neue ebene des bewußtseins zu bringen. (jaja, ich weiß, das ist recht verkürzt dargestellt) den anfang sollen die sog. indigo-kinder gemacht haben - nun sind wohl die kristallkinder am start.

drehen wir das ganze mal um, stellen wir schnell fest: guck auf denjenigen, der sowas von sich gibt. das hat ja so einen gewissen heils-erlöser-rette-mich-charakter. ok. wer will da gerettet werden? wohl offensichtlich die leute, die solchen theorien anhängen. also: es gibt anscheinend eine menge leute, die mit der momentanen realität nicht klarkommen. ich gebezu: da läuft ne menge schief, keine frage. aber warum dann sich eine erlöser-theorie stricken? wohl doch nur, damit man selbst sich ein bissi besser fühlt, ein wenig weniger ohnmächtig, ein bisschen "erhabener".

"ich bin die mama eines kristallkindes" - wer sowas sagt, hat ein problem. nein, mehrere.
zunächst mal offensichtlich ein problem mit seinem selbstbewußtsein. kommt ja schon gut, wenn man eingeweihten gegenüber sowas loslassen kann. und dann unwissenden gegenüber fühlt man sich gleich besser.
dann wohl auch definitiv ein problem mit seinem kind. hallo!!! kinder sind wie sie sind. und nicht jedes kind ist außergewöhnlich oder irgendwie ein star. leute, guckt weniger in die glotze.
das problem ist nur: unser heutiges schulsystem läßt nur das 08/15-kind gelten. alle anderen haben fix probleme. kenne ich, erlebe ich jeden tag. die lösung liegt aber nun sicher nicht darin, das kind zum kristallkind hochzustilisieren. wie wäre es denn mal damit, dass kind einfach zu nehmen, wie es ist. und wenn es nicht ins schema paßt - wunderbar.
wenn ich mir überlege, wieviele indigos, kristall- und sonstwaskinder auf diesem planeten rumzischen, wird mir ganz komisch. und dann bekommen die noch kristalle aufgelegt, kügelchen reingeschoben, ständig irgendwelche therapien - hilfe. die armen blagen. ne gesunde portion selbstbewußtsein täte es da auch.